Spaniens Baukosten steigen seit 2019 um 25,1 Prozent
Spaniens Baukosten stiegen zwischen 2019 und 2025 um 25,1 Prozent, wie eine von Capital.es veröffentlichte Apce-Studie zeigt. Bei 43 untersuchten Baustoffen betrug die durchschnittliche Teuerung 26,7 Prozent, bei Tragwerks- und Großbauarbeiten 39,8 Prozent.
Materialpreise steigen stärker als die allgemeine Inflation
Die Baukosten in Spanien stiegen zwischen 2019 und 2025 kumuliert um 25,1 Prozent. Das geht aus einer Studie der Associació de Promotors i Constructors d'Edificis de Catalunya, kurz Apce, hervor, über die Capital.es berichtete. Untersucht wurden 43 Baustoffe, deren durchschnittliche Teuerung 26,7 Prozent betrug. Damit lag sie 8,4 Prozentpunkte über der allgemeinen Inflation Spaniens im selben Zeitraum.
Die Preissteigerungen verteilten sich nicht gleichmäßig auf Materialien und Bauleistungen. Den höchsten kumulierten Anstieg verzeichneten die Bereiche Tragwerk und großvolumige Bauarbeiten mit 39,8 Prozent bis 2025. Für Projektentwickler sind diese Positionen besonders relevant, weil sie früh im Projekt anfallen und bereits vor Beginn des Innenausbaus einen erheblichen Anteil des Budgets beanspruchen.
Nach Angaben der Apce entfielen die stärksten Kostenschübe auf 2021 und 2022. Seither hat sich das Wachstum abgeschwächt, doch die Preise kehrten nicht auf das Niveau vor 2021 zurück. Der Verband spricht vielmehr von einem neuen Marktumfeld. Bauunternehmen und Entwickler müssen ihre Projekte damit auf Grundlage eines dauerhaft höheren Kostenniveaus kalkulieren.
Baukosten in Katalonien steigen weiter
In Katalonien erreichten die geschätzten durchschnittlichen Baukosten eines Mehrfamilienhauses 2025 rund 1.644,78 € je Quadratmeter. Das waren 2,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei einem gewöhnlichen Einfamilienhaus lagen sie bei 1.385,01 € je Quadratmeter, bei Bürogebäuden bei 1.468,22 € und bei Industriehallen bei 601,70 €.
Capital.es zufolge stiegen die Baukosten im Allgemeinen jährlich um 3,7 bis 4,4 Prozent und damit weiterhin stärker als die allgemeine Inflation. Die Verlangsamung nach dem Kostenschub von 2021 und 2022 hat den Druck auf die Wirtschaftlichkeit der Projekte somit nicht beseitigt. Entwickler müssen die Mehrkosten tragen, Projekte überarbeiten oder einen Teil an Käufer und Mieter weitergeben. Bauunternehmen drohen geringere Margen, wenn Verträge Preisänderungen nicht vollständig berücksichtigen.
Arbeit und technische Vorgaben erhöhen den Druck
Baustoffe sind laut der Studie nur ein Teil der Kostensteigerung. Auch Arbeit, Energie und Logistik wurden teurer und belasten sowohl die Beschaffung als auch die Bauausführung. Strengere technische Anforderungen haben zugleich Qualität und Leistungsfähigkeit der Gebäude verbessert, Planung und Umsetzung aber komplexer gemacht. Die Apce betrachtet dies als zusätzlichen dauerhaften Bestandteil der Produktionskosten und nicht als vorübergehende Folge schwankender Materialpreise.
Den von Capital.es genannten Zahlen zufolge hat die Beschäftigung in Spaniens Bauwirtschaft dennoch den höchsten Stand seit 2010 erreicht. Die Zahl der Beschäftigten lag bei 277.700 und damit 16,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Beschäftigungswachstum deutet auf anhaltende Aktivität hin, erhöht aber zugleich die Bedeutung von Arbeitskräfteangebot und Produktivität. Produzenten und Händler von Stahl, Zement, Dämmstoffen und anderen Bauprodukten können mit stabiler Nachfrage rechnen, müssen sich jedoch auf stärkere Preiskontrollen einstellen. Für Entwickler und Investoren stellt sich nicht mehr primär die Frage, ob die Kosten auf das Niveau von 2019 zurückkehren, sondern ob Verkaufspreise, Mieten und Finanzierung das neue Kostenniveau tragen können.