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Spaniens Schulartikel-Umsatz im Juli steigt seit 2022 um 43 Prozent

Folder meldet seit 2022 einen Anstieg der spanischen Schulartikel-Umsätze im Juli um 43 Prozent. Mittlerweile entfallen 20 Prozent des Einschulungsgeschäfts auf die Zeit vor August, was Warenplanung und Werbung verändert.

Spaniens Schulartikel-Umsatz im Juli steigt seit 2022 um 43 Prozent

Das Schulgeschäft verlagert sich in den Juli

Spanische Familien kaufen Schulbedarf deutlich früher und verlängern damit eine Verkaufssaison, deren Höhepunkt traditionell Ende August und Anfang September lag. Wie Murcia.com unter Berufung auf die Schreibwarenkette Folder berichtet, sind die Juli-Umsätze im spanischen Netz des Unternehmens mit mehr als 150 Geschäften seit 2022 um 43 Prozent gestiegen.

Einkäufe bis zum 31. Juli machen inzwischen 20 Prozent des gesamten Schulanfangsgeschäfts von Folder aus, gegenüber 14 Prozent vier Jahre zuvor. Nach Schätzung des Unternehmens kaufen Familien im Durchschnitt fünf Wochen früher ein. Der Juli gehört dadurch zu den wachstumsstärksten Phasen der Saison, sodass Händler ihre Bestände, Werbeaktionen und Filialvorbereitungen vorziehen müssen.

Folders Transaktionsdaten zeigen, dass sowohl mehr Vorgänge als auch größere Warenkörbe zum Wachstum beitragen. Die Zahl der Juli-Transaktionen erhöhte sich binnen vier Jahren um 18 Prozent, der durchschnittliche Einkaufswert stieg um 21 Prozent. Familien tätigen somit nicht nur kleine Vorabkäufe, sondern stellen bereits vor August einen größeren Teil der benötigten Ausstattung zusammen.

Familien verteilen die Ausgaben über den Sommer

Folder führt den früheren Beginn teilweise auf eine bewusstere Haushaltsplanung zurück. Statt den größten Teil der Ausgaben auf die letzten Augusttage und den Septemberanfang zu konzentrieren, verteilen Verbraucher ihre Einkäufe auf mehrere Wochen. Sieben von 10 Kunden, die im Juli erstmals kaufen, kehren im August oder September zurück, um die von der Schule verlangten Artikel zu ergänzen.

Dadurch entsteht eine klarere Reihenfolge der Nachfrage. Zuerst landen Produkte im Warenkorb, die kaum von den Materiallisten der Schulen abhängen: Rucksäcke, Federmäppchen, Hefte, Mappen, Ordner, Schulplaner, Schreibwaren und wiederverwendbare Flaschen. Spezifische Unterrichtsmaterialien folgen, sobald die Schule ihre Vorgaben mitteilt.

Der Anteil früher Einkäufe variiert je nach Kategorie. Vor August verkauft Folder bereits 25 Prozent der Rucksäcke, 12 Prozent der Federmäppchen, 42 Prozent der wiederverwendbaren Flaschen, 8 Prozent der Schulplaner sowie 16 Prozent der Hefte und Mappen. Die Rucksackverkäufe im Juni und Juli liegen 24 Prozent über dem Stand von vor vier Jahren.

Gebrauchsartikel werden zu Abschlussgeschenken

Die Budgetplanung ist nicht der einzige Faktor. Laut Folder kaufen Eltern und Großeltern zunehmend Designrucksäcke, Markenmäppchen, Planer, wiederverwendbare Flaschen und Schreibwarenzubehör als Belohnung zum Schuljahresende. Produkte, die früher vor allem als notwendige Anschaffungen galten, erreichen die Kunden damit bereits vor den Sommerferien.

Für den Handel ist die Verschiebung relevant, weil das Schulanfangsgeschäft eine zentrale Umsatzquelle der Schreibwarenbranche bleibt. Bei Folder trägt die viermonatige Saison rund 40 Prozent zum Jahresumsatz bei. Der Durchschnittsbon liegt bei annähernd 14,05 € und steigt, wenn die Familien ihre Ausstattung im August vervollständigen.

Der frühere Absatz erfasst ein breites Filialnetz

Folder verbindet stationären Handel, E-Commerce und die Belieferung von Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Das 2004 von der Familie Iglesias gegründete Unternehmen betreibt rund 170 Geschäfte, davon 155 in Spanien und 15 in Rumänien. Es arbeitet mit mehr als 65 internationalen Herstellern und führt fast 8.000 Artikel aus den Bereichen Schule, Büro, Computerverbrauchsmaterial, Möbel und Zubehör.

Hersteller und Händler müssen Produkte nun früher verfügbar machen, besonders in Kategorien, die nicht von Schullisten abhängen. Zudem müssen sie die Nachfrage länger beobachten: Der Juli ersetzt die Käufe im August und September nicht, da die meisten frühen Kunden später zurückkehren. Folder will 2028 mehr als 200 Geschäfte und einen Umsatz von 120 Millionen € erreichen und dabei seine stationären und digitalen Kanäle weiter verzahnen.

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