Spanien führt ab November 2026 ein Pfandsystem für Getränkeverpackungen ein
Spanien startet im November 2026 ein Rückgabesystem, in dem Bars, Restaurants und Händler ein erstattungsfähiges Pfand erheben müssen. Erfasst werden Kunststoffflaschen, Dosen und Getränkekartons bis 3 Liter; 2023 lag die Sammelquote für Einwegkunststoffflaschen bei nur 41,3 %.
Erstattungsfähiges Pfand startet im November 2026
Spanien führt ab November 2026 ein Pfand-, Rückgabe- und Erstattungssystem für Getränkeverpackungen ein. Damit ändert sich der Umgang von Verbrauchern, Gastronomiebetrieben und Händlern mit gebrauchten Verpackungen. Nach Angaben von Heraldo müssen Bars, Restaurants, Supermärkte und Geschäfte beim Verkauf der betroffenen Getränke ein Pfand erheben und sich am Rücknahmenetz beteiligen.
Der zusammen mit dem Getränk gezahlte Betrag ist kein dauerhafter Aufschlag. Verbraucher erhalten ihn zurück, wenn sie den leeren Behälter in einem teilnehmenden Geschäft oder an einer zugelassenen Sammelstelle abgeben. Heraldo zufolge wird das Pfand im Allgemeinen rund 0,10 € betragen; das neue Modell sieht für jede erfasste Verpackung mindestens 0,10 € vor.
Kunststoffflaschen, Dosen und Getränkekartons sind erfasst
Das System gilt für Kunststoffflaschen, Dosen und Getränkekartons mit einem Volumen von bis zu 3 Litern. Dazu zählen Wasser, Erfrischungsgetränke, Saft und Bier. Glasbehälter werden ebenfalls als Teil der umfassenderen organisierten Kette für Sammlung, Verwaltung und Recycling von Verpackungen genannt.
Teilnehmende Bars, Restaurants, Supermärkte und Geschäfte müssen geeignete Behälter auch dann zurücknehmen, wenn sie in einem anderen Betrieb gekauft wurden. An ausgewählten Standorten werden zudem Rücknahmeautomaten installiert. Sie scannen den Strichcode des Behälters, bevor das Pfand erstattet wird.
Die Verpflichtung der Unternehmen geht damit über das Erheben und Erstatten des Pfands hinaus. Sie benötigen Flächen und Abläufe für Annahme, Lagerung und Weitergabe der zurückgegebenen Verpackungen. Große Supermärkte können automatisierte Technik einsetzen, doch auch kleine Geschäfte und Gastronomiebetriebe müssen sich in die Sammelkette eingliedern. Der betriebliche Aufwand hängt von den Rückgabemengen und den bis zum Start festgelegten Verfahren ab.
Sammelquote blieb unter der EU-Schwelle
Die Maßnahme folgt auf Spaniens Verfehlung der in den europäischen Vorschriften verlangten Sammelquote. Laut Heraldo lag die europäische Vorgabe für die betreffenden Abfälle bei mindestens 70 %, während Spanien 2023 nur 41,3 % der Einwegkunststoffflaschen sammelte. Die Regierung bewertete das bestehende System gelber Container als unzureichend und entschied sich für das Pfandmodell, um Rücknahme und Recycling zu steigern.
Spanien folgt damit Pfandsystemen, die bereits in europäischen Ländern wie Portugal, Deutschland und Dänemark eingesetzt werden. Die Regierung will außerdem das Risiko von Sanktionen aus Brüssel wegen fortgesetzter Verstöße gegen europäische Umweltvorgaben verringern. Hersteller und Händler haben mehr Vorbereitungszeit verlangt. Heraldo berichtet jedoch, dass das Ministerium für den ökologischen Wandel derzeit keine Verschiebung plant. Bis November 2026 müssen nun Rücknahmetechnik installiert und die Voraussetzungen für die Einhaltung durch kleinere Betriebe geschaffen werden.