Spaniens Olivenölproduktion könnte auf 1,7 Milliarden kg steigen und Preise 2027 entlasten
Spaniens Olivenölproduktion könnte in der kommenden Ernte von knapp 1,3 Milliarden kg auf 1,5 bis 1,7 Milliarden kg steigen. Von OKDIARIO befragte Produzenten erwarten 2027 niedrigere Verbraucherpreise und eine stärkere Stellung Spaniens am Weltmarkt.
Spanische Produktion soll sich erholen
Spaniens Olivenölwirtschaft rechnet in der kommenden Kampagne mit einer deutlichen Erholung der Produktion, die 2027 niedrigere Verbraucherpreise ermöglichen könnte. Von OKDIARIO befragte Erzeuger erwarten 1,5 bis 1,7 Milliarden kg nach knapp 1,3 Milliarden kg in der laufenden Ernte. Am oberen Ende der Prognose entspräche dies einem Zuwachs von rund 400 Millionen kg.
Die optimistischsten Schätzungen gehen laut der Publikation von einer Ernte von bis zu 1,7 Milliarden kg aus. Nach einem vergleichsweise kleinen Aufkommen erwarten Branchenquellen eine Verbesserung um 200 bis 400 Millionen kg. Die Produzenten rechnen dadurch mit einer gewissen Entlastung der Preise in spanischen Supermärkten. Eine konkrete Preisprognose enthält das Ausgangsmaterial jedoch nicht.
Die Erholung beruht nach Angaben der Produzenten auf dem zyklischen Charakter der Olivenproduktion. Starke spanische Kampagnen können mit schwächeren Ernten anderer Mittelmeerlieferanten zusammenfallen. Dieses Muster könnte Spaniens Stellung als weltweit führender Produzent festigen, während mehrere Wettbewerber weniger Öl an den internationalen Markt liefern.
Andere Mittelmeerproduzenten erwarten kleinere Ernten
OKDIARIO zufolge könnte Marokkos Produktion im kommenden Jahr auf 100 Millionen kg fallen, 80 Millionen kg weniger als in der laufenden Saison. Für Tunesien wird ein Rückgang von 512 Millionen kg auf etwa 250 bis 300 Millionen kg erwartet. Die Türkei, die in der aktuellen Ernte mehr als 400 Millionen kg produzierte, soll unter 300 Millionen kg bleiben.
Diese Rückgänge würden einen Teil der spanischen Erholung in der Versorgungsbilanz des Mittelmeerraums ausgleichen. Spanien könnte am oberen Ende der Prognose 400 Millionen kg hinzugewinnen, während allein Tunesien 212 bis 262 Millionen kg verlieren könnte. Auch Marokko und die Türkei würden weniger beitragen. Die Zahlen deuten daher eher auf eine Verlagerung der regionalen Produktion nach Spanien als auf einen ähnlich starken Zuwachs des Gesamtangebots dieser vier Länder hin.
Italien befindet sich in einer besonderen Lage. Von OKDIARIO zitierte Quellen erklärten, eine Epidemie habe einen Teil der Olivenbestände im Südosten des Landes zerstört, darunter jahrhundertealte Haine. Die italienische Produktion liegt derzeit bei rund 280 Millionen kg und damit unter dem aktuellen tunesischen Aufkommen sowie der gemeldeten türkischen Ernte. Der Rückgang ermöglichte nordafrikanischen Produzenten einen Aufstieg in der weltweiten Rangliste.
Importbedarf könnte sinken und Exportspielraum wachsen
Eine heimische Ernte von knapp 1,3 Milliarden kg verhinderte nicht, dass Spanien in der laufenden Saison zusätzliche Importe benötigte. Laut OKDIARIO erhöhte das Land seine Käufe von marokkanischem Olivenöl auf das Neunzigfache. Eine Produktion von 1,5 bis 1,7 Milliarden kg könnte den Bedarf an solchen außergewöhnlichen Beschaffungen verringern und spanischen Verarbeitern und Exporteuren mehr Ware für Auslandskunden bereitstellen.
Die wirtschaftliche Wirkung hängt davon ab, welcher Teil der optimistischen Prognose tatsächlich die Mühlen erreicht und wie stark die Produktion in anderen Ländern fällt. Mehr spanisches Öl dürfte die Verfügbarkeit verbessern und die Inlandspreise unter Druck setzen. Kleinere Ernten in Marokko, Tunesien und der Türkei könnten den Rückgang der internationalen Preise jedoch begrenzen. Für Exporteure stärken die größere spanische Ernte und das geringere Angebot der Wettbewerber die Fähigkeit, 2027 Märkte mit knapperer Mittelmeerversorgung zu bedienen.