Spanien: Olivenölpreise am Ursprung geben nach, Handelsvolumen bricht laut POOLred um 35,94 Prozent ein
Vorläufige POOLred-Daten weisen für den Zeitraum vom 26. Juni bis 26. August 2026 einen Durchschnittspreis von 3.317,09 Euro je Tonne am Ursprung aus, 5,55 Prozent weniger als im Vorjahr. Natives Olivenöl extra trug mit minus 6,67 Prozent den größten Teil der Korrektur. Das gehandelte Volumen sank um 35,94 Prozent.
Die Olivenölpreise am Ursprung in Spanien sind im Sommer gegenüber dem Vorjahr gefallen, während das tatsächlich gehandelte Volumen um mehr als ein Drittel zurückging. Das zeigen vorläufige Daten des von der Fundación del Olivar betriebenen Systems POOLred. Der Durchschnittspreis über alle gehandelten Kategorien lag zwischen dem 26. Juni und dem 26. August 2026 bei 3.317,09 Euro je Tonne gegenüber 3.512,08 Euro je Tonne im gleichen Zeitraum 2025 – ein Rückgang um 5,55 Prozent, wie ideal.es berichtet.
Natives Olivenöl extra trägt die größte Korrektur
Die Anpassung fiel zwischen den Güteklassen sehr ungleich aus. Natives Olivenöl extra, die hochwertigste Kategorie und Referenz für Abfüll- und Exportverträge, trug nahezu den gesamten Rückgang, während sich die für Verschnitt und Raffination bestimmten niedrigeren Klassen nur geringfügig bewegten.
- Natives Olivenöl extra: 3.534,70 Euro je Tonne, minus 6,67 Prozent im Jahresvergleich
- Natives Olivenöl: 3.214,70 Euro je Tonne, minus 1,72 Prozent
- Lampantöl, Base 1º: 3.016,69 Euro je Tonne, minus 1,05 Prozent
ideal.es bezeichnet die Schwankungen in den Kategorien nativ und lampante als moderat und hebt hervor, dass die Entwicklung bei nativem Olivenöl extra eine deutlich stärkere Anpassung der Notierungen gegenüber dem Vorjahr widerspiegelt. Praktische Folge ist eine gestauchte Qualitätsprämie. Der Abstand zwischen nativem Olivenöl extra und Lampantöl beträgt derzeit 518,01 Euro je Tonne gegenüber rund 738 Euro je Tonne, die sich aus den von POOLred selbst genannten Vorjahresprozenten für 2025 ergeben. Die Spanne zwischen nativem Olivenöl extra und nativem Olivenöl liegt bei 320,00 Euro je Tonne. Der Durchschnitt über alle Kategorien von 3.317,09 Euro je Tonne liegt zwischen beiden Notierungen, was darauf hindeutet, dass höhere Güteklassen weiterhin einen erheblichen Anteil am tatsächlich verkauften Öl ausmachen.
Handelsvolumen sinkt um 35,94 Prozent
Die stärkste Veränderung betraf nicht den Preis, sondern die Handelsaktivität. Die vorläufigen POOLred-Zahlen weisen das gehandelte Volumen im Berichtszeitraum 35,94 Prozent unter dem Niveau der gleichen Tage des Jahres 2025 aus, was der Bericht als Beleg für eine geringere Intensität der Geschäfte am Ursprung wertet.
Die Asymmetrie beider Bewegungen prägt den Zeitraum: Ein Preisrückgang von 5,55 Prozent bei einem Volumenschwund von fast 36 Prozent beschreibt einen Markt, in dem deutlich weniger Partien verhandelt werden – und nicht einen Markt, der große Mengen zu niedrigeren Preisen abgibt. Da POOLred abgeschlossene Kauf- und Verkaufsgeschäfte erfasst und keine Angebote oder Indikationen, stehen bei dünnem Handel weniger Transaktionen hinter jedem veröffentlichten Durchschnitt. Die Reihe reagiert dann empfindlicher auf die Zusammensetzung nach Güteklassen und Partien. Wer sich an den Notierungen orientiert, sollte kurzfristige Bewegungen der Durchschnitte in Phasen geringer Aktivität entsprechend vorsichtiger lesen.
Wie die POOLred-Reihe entsteht
Das von der Fundación del Olivar verwaltete System POOLred verfolgt fortlaufend reale Kauf- und Verkaufsgeschäfte für Olivenöl am Ursprung. Erklärtes Ziel ist es, objektive und aktuelle Informationen bereitzustellen, die zur Transparenz und zum Verständnis der Marktentwicklung im Olivenölsektor beitragen. Die Zahlen für den Zeitraum vom 26. Juni bis 26. August 2026 sind vorläufig und können revidiert werden.
Für Ölmühlen, Abfüller und Händler fließen Ursprungsnotierungen auf diesem Niveau unmittelbar in Tankwarenkontrakte und mit zeitlicher Verzögerung in die Preise abgepackter Ware weiter unten in der Kette. Entscheidend ist die Spreizung zwischen den Güteklassen. Erzeuger von Spitzenqualität sehen ihre Qualitätsprämie schrumpfen, da natives Olivenöl extra 6,67 Prozent verlor, Lampantöl aber nur 1,05 Prozent. Raffinerien, die Lampantöl einkaufen, zahlen für ihren Rohstoff fast so viel wie vor einem Jahr, doch dessen absoluter Preisvorteil gegenüber nativem Olivenöl extra ist geschrumpft. Abfüller und Importeure, die natives Olivenöl extra spanischen Ursprungs beziehen, bekommen es in Euro 6,67 Prozent günstiger als vor einem Jahr – in einem Markt allerdings, in dem die Zahl abgeschlossener Geschäfte um mehr als ein Drittel gesunken ist.