La Robla Green plant 140.000 Tonnen erneuerbares E-Methanol pro Jahr
Reolum treibt in León einen integrierten E-Methanol-Komplex mit Investitionen von knapp 900 Millionen Euro voran. Biomasse, biogenes CO2 und ein 200-MW-Elektrolyseur sollen ab 2028-2029 jährlich rund 140.000 Tonnen liefern.
Integrierter Komplex für erneuerbare Kraftstoffe in León
Reolum entwickelt La Robla Green als integrierten Komplex für erneuerbares E-Methanol im Industriegebiet El Crispín in La Robla, Provinz León. Laut Interempresas wird das Projekt rund 40 Hektar in einer Region belegen, die historisch vom Kohlebergbau und von konventionellen Wärmekraftwerken geprägt ist. Der Standort liegt in einem Gebiet des gerechten Übergangs, das fossile Aktivitäten durch neue Produktionskapazitäten, technische Arbeitsplätze und industrielle Lieferketten ersetzen soll.
Das Investitionsvolumen liegt bei knapp 900 Millionen Euro. Interempresas zufolge sind das Front-End Engineering Design und die wichtigsten Genehmigungen abgeschlossen. Die Finanzierungsstruktur ist weit fortgeschritten und sieht eine Beteiligung der Europäischen Investitionsbank vor. La Robla Green erhielt zudem 90 Millionen Euro öffentliche Förderung aus dem spanischen Wasserstofftäler-Programm. Die Inbetriebnahme ist für 2028-2029 vorgesehen.
Biomasse, abgeschiedenes CO2 und erneuerbarer Wasserstoff
Der Komplex umfasst vier Haupteinheiten: Kraft-Wärme-Kopplung mit landwirtschaftlicher Restbiomasse, Abscheidung und Reinigung von biogenem CO2, Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff durch Elektrolyse und E-Methanol-Synthese. Das Biomasseheizkraftwerk soll etwa 50 MW leisten und jährlich ungefähr 400 GWh erzeugen.
La Robla Green wird pro Jahr zwischen 290.000 und 315.000 Tonnen Restbiomasse einsetzen, vor allem krautige Agrarrückstände wie Mais-, Roggen- und Rapsstroh. Die Biomasse liefert steuerbare erneuerbare Energie und zugleich Rauchgas mit biogenem CO2. Die Abscheidungsanlage ist auf bis zu 400.000 Tonnen CO2 pro Jahr ausgelegt, etwa doppelt so viel wie die Methanolanlage in La Robla selbst benötigt.
Jahresproduktion von 140.000 Tonnen
Ein 200-MW-PEM-Elektrolyseur soll jährlich rund 28.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren. Der Wasserstoff ist nicht für den Verkauf als Endprodukt vorgesehen, sondern reagiert mit dem abgeschiedenen biogenen CO2 zu erneuerbarem E-Methanol der Kategorie RFNBO. Die geplante Kapazität beträgt 140.000 Tonnen pro Jahr.
Die interne Erzeugung von Wasserstoff und biogenem CO2 verringert die Abhängigkeit von Drittanbietern bei kritischen Einsatzstoffen. Reolum erhält dadurch mehr Kontrolle über Verfügbarkeit, Rückverfolgbarkeit, Zertifizierung und Umsetzungsrisiken. Das E-Methanol ist für Branchen bestimmt, die weiterhin kohlenstoffhaltige Moleküle benötigen, darunter Schifffahrt, Flugkraftstoffproduktion, Raffinerien, Chemie und Biodiesel.
Regulierung stützt die industrielle Nachfrage
Interempresas bezeichnet die überarbeitete EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie RED III als zentralen Rahmen, der für RFNBO eine regulierte Nachfrage schafft. Spanien verabschiedete im Juli ein Königliches Dekret zur Umsetzung der Verkehrsvorgaben und schuf damit einen Rahmen bis 2040. Für 2030 gilt ein gemeinsames Ziel von 8 % für fortschrittliche Biokraftstoffe, fortschrittliches Biogas und RFNBO, darunter ein eigenes Teilziel von 2,5 % für RFNBO.
Reedereien, Fluggesellschaften, Raffinerien, Straßentransportunternehmen und Teile der Chemieindustrie prüfen erneuerbare Kraftstoffe für Prozesse, die sich nicht vollständig elektrifizieren lassen. E-Methanol kann zur Einhaltung von FuelEU Maritime beitragen und unter ReFuelEU Aviation als Einsatzstoff für synthetische Flugkraftstoffe dienen. Dieser Rahmen erhöht deren Quote von 1,2 % im Jahr 2030 auf 35 % im Jahr 2050.
Lokale Lieferkette und zweiter Produktionsknoten
Reolum will die Agrarbiomasse in einem Radius von etwa 200 Kilometern beschaffen und Vereinbarungen mit mehr als 3.000 Landwirten schließen. Der geschätzte wirtschaftliche Beitrag für Landwirte und lokale Lieferanten liegt bei rund 16 Millionen Euro jährlich. Im Betrieb sollen etwa 200 dauerhafte direkte Arbeitsplätze entstehen. Während des Baus werden monatlich durchschnittlich mehr als 450 Personen beschäftigt, in Spitzenzeiten bis zu 1.000.
La Robla Green ist als erster Knoten einer mit Villadangos Green verbundenen Plattform konzipiert, einem weiteren Projekt in der Provinz León. Beide Vorhaben sind technisch und administrativ unabhängig, sollen aber erneuerbares E-Methanol aus erneuerbarem Wasserstoff und biogenem CO2 produzieren. Rund die Hälfte des in La Robla abgeschiedenen CO2 soll vor Ort verbraucht werden; der Rest wird über eine etwa 37 Kilometer lange Leitung nach Villadangos transportiert. Zwischen den Standorten ist auch eine Wasserstoffleitung geplant.