Spanien erwartet 5,74 Millionen Tonnen Zitrusfrüchte für 2026/27 – plus 1,1 Prozent
Der spanische Zitrus-Branchentisch schätzt die Ernte 2026/27 zunächst auf 5.744.841 Tonnen, 1,1 % mehr als in der Vorsaison, aber 4,2 % unter dem Fünfjahresmittel. Orangen fallen um 4,6 % auf 2,8 Millionen Tonnen, Zitronen erholen sich um 21 % auf 991.800 Tonnen, und Grapefruit erreicht mit mehr als 110.000 Tonnen den dritten Rekord in Folge.
Spanien rechnet in der Kampagne 2026/27, die am 1. September begonnen hat, mit einer Zitrusernte von 5.744.841 Tonnen. Die erste Schätzung basiert auf Daten der wichtigsten Erzeugerregionen und wurde beim Branchentisch für Zitrusfrüchte vorgelegt, wie Fruit Today berichtet. Der Wert liegt 1,1 % über der Saison 2025/26, die als schwächste Ernte des vergangenen Jahrzehnts endete, bleibt aber 4,2 % unter dem Durchschnitt der fünf vorangegangenen Kampagnen.
Orangen bleiben der größte Block, verlieren aber Menge
Die Orangenproduktion wird auf 2,8 Millionen Tonnen geschätzt, 4,6 % weniger als in der Vorsaison. Orangen stellen mit 49 % der Gesamtmenge weiterhin den größten Anteil der spanischen Zitrusernte, 72 % davon entfallen auf Sorten der Navel-Gruppe. Für Exporteure bedeutet diese Konzentration, dass der Vermarktungskalender der ersten Saisonhälfte weiter von einer Kategorie abhängt, die schrumpft statt wächst.
Kleinzitrus wird auf 1,8 Millionen Tonnen prognostiziert, 0,8 % über der Vorsaison und 4,5 % unter dem Fünfjahresmittel; das entspricht 32 % der nationalen Menge. Innerhalb der Gruppe kommen Clementinen auf 47,3 % und Satsumas auf 5,6 %, wobei letztere von einer außergewöhnlich niedrigen Basis in 2025/26 zulegen. Die übrigen Mandarinen und Hybriden machen 47,1 % aus, mit einem Zuwachs von 19 % gegenüber 2025/26 – das deutlichste Zeichen dieser Schätzung für die Verschiebung des Sortenspiegels zu späten, kernlosen Hybriden.
Zitronen und Grapefruit tragen den gesamten Zuwachs
Die Zitronenernte erholt sich auf 991.800 Tonnen, 21 % oder 172.900 Tonnen mehr als in der Vorsaison und 3 % oder 29.000 Tonnen über dem Fünfjahresmittel, liegt laut Fruit Today aber weiter unter dem Potenzial des Sektors. Auf Fino entfallen 76 % der erwarteten Menge, auf Verna 23 %. Grapefruit erreicht mit mehr als 110.000 Tonnen zum dritten Mal in Folge einen Rekord, 4,7 % über 2025/26. Diese beiden Kategorien tragen den gesamten Zuwachs und gleichen den Rückgang bei Orangen aus.
- Zitrusfrüchte insgesamt: 5.744.841 Tonnen, plus 1,1 %
- Orangen: 2,8 Millionen Tonnen, minus 4,6 %, 49 % der Menge
- Kleinzitrus: 1,8 Millionen Tonnen, plus 0,8 %, 32 % der Menge
- Zitronen: 991.800 Tonnen, plus 21 % (+172.900 Tonnen)
- Grapefruit: mehr als 110.000 Tonnen, plus 4,7 %
Wasserverfügbarkeit half, Sommerhitze drückte die Erwartungen
Nach Angaben des spanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung (MAPA) profitierte die Kampagne von einer guten Wasserverfügbarkeit nach den Regenfällen im Winter und Frühjahr. Die hohen Sommertemperaturen führten jedoch zu Fruchtfall und senkten die ursprünglichen Ernteerwartungen, wobei vor allem Orangen und Clementinen betroffen waren – genau jene Kategorien mit der schwächsten Entwicklung im Jahresvergleich.
Beim Branchentisch wurden außerdem die Marktaussichten, die Entwicklung des Außenhandels, Absatzförderprogramme und die Pflanzengesundheit erörtert, mit besonderem Augenmerk auf das Citrus Vein Chlorosis Virus. Da es sich um eine erste Schätzung zu Kampagnenbeginn handelt, ist der Wert von 5,7 Millionen Tonnen eine Arbeitsgrundlage und kein Endergebnis. Über Verfügbarkeit, Preisfenster und Exportplanung bis zum Saisonende entscheidet die Kombination aus rückläufiger Orangenernte, nahezu unveränderter Kleinzitrus-Menge und deutlich größerem Zitronenangebot.