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Spanien erwartet 19 Prozent mehr Zitronen und eine Ernte von 1,21 Millionen Tonnen

Spaniens Zitronenernte dürfte 2026/27 auf 1.214.600 Tonnen steigen, 19 Prozent mehr als in der Vorsaison. Trotz leicht rückläufiger Anbaufläche soll damit mehr Ware für den Frischmarkt und die Verarbeitung verfügbar sein.

Spanien erwartet 19 Prozent mehr Zitronen und eine Ernte von 1,21 Millionen Tonnen

Ernteprognose steigt auf 1,21 Millionen Tonnen

Spanien dürfte in der Saison 2026/27 insgesamt 1.214.600 Tonnen Zitronen erzeugen. Das wären 19 Prozent mehr als die 1.021.000 Tonnen der vorangegangenen Kampagne, berichtete Valencia Fruits. Bestätigt wurde die Prognose vom Vorstand des spanischen Branchenverbandes für Zitronen und Grapefruits, Ailimpo. In dem Gremium sind Asaja, COAG, UPA, landwirtschaftliche Genossenschaften, Exporteure und Verarbeitungsunternehmen vertreten.

Die erwartete Erholung erfolgt trotz einer leicht gesunkenen Zitronenanbaufläche von derzeit 49.572 Hektar. Die höhere Produktion soll somit aus einer besseren Flächenleistung infolge günstiger Bestandsentwicklung stammen und nicht aus zusätzlichen Pflanzungen. Die Prognose umfasst die beiden wichtigsten Handelssorten Spaniens: Bei Fino wird ein Zuwachs von 17 Prozent erwartet, bei der späteren Sorte Verna von 24 Prozent.

Wetter und Wasserversorgung stützen die Entwicklung

Nach Angaben von Ailimpo ermöglichten die Witterungsbedingungen im Frühjahr eine angemessene Blüte und einen guten Fruchtansatz. Trotz hoher Temperaturen im Juni, Juli und August verfügten die Erzeuger über genügend Wasser, um den Bedarf der Bäume zu decken. Diese Bedingungen stützen die höhere Prognose, obwohl die Anbaufläche etwas zurückgegangen ist.

Auch das Pflanzengesundheitsmanagement beeinflusst die Aussichten. Ailimpo zufolge ermöglichten die Arbeit der Erzeuger und die Überwachung durch das Projekt AGEFIS eine angemessene Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten. Finanziert wird das Projekt über den branchenweiten Umlagemechanismus des Verbandes. Ailimpo erwartet dadurch eine bessere Fruchtqualität und einen höheren Anteil der Ernte, der sich für den Frischmarkt eignet.

Mehr Ware für Frischmarkt und Verarbeitung

Ein landesweiter Produktionsanstieg um 19 Prozent würde Packbetrieben, Einzelhändlern und Gastronomiekunden größere Mengen zur Verfügung stellen. Auch die Verfügbarkeit spanischer Zitronen auf europäischen Märkten könnte zunehmen. Dort gehören die Nähe zu den Abnehmern und kurze Lieferzeiten zu den zentralen Verkaufsargumenten der Branche. Das zusätzliche Angebot kann den Wettbewerb zwischen Erzeugern und Exporteuren verstärken, vor allem in Wochen mit hohen Erntemengen. Die Preiswirkung hängt von Kaliber, Qualität, Vermarktungszeitpunkt und Nachfrageentwicklung ab.

Auch die Verarbeitungsindustrie dürfte mehr Rohware erhalten. Ailimpo rechnet damit, dass die für die Industrie bestimmten Mengen wieder ein normales Niveau erreichen und die Engpässe nach der kleineren Vorsaison nachlassen. Das ist für Hersteller von Saft, ätherischem Öl und weiteren Zutaten relevant und schafft zugleich einen Absatzkanal für Früchte, die nicht den Anforderungen des Frischmarktes entsprechen. Ailimpo will die Position spanischer Zitronen mit ihrer europäischen Herkunft und Frische festigen und zugleich die Rentabilität entlang der Lieferkette sichern. Dafür müssen 1.214.600 Tonnen vermarktet werden, ohne dass die zusätzliche Verfügbarkeit die Erlöse der Erzeuger untergräbt.

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