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Spaniens CNMC plant 400.000-Euro-System gegen Missbrauch an Energiemärkten

Spaniens Wettbewerbsbehörde schreibt ein Überwachungssystem für 400.000 Euro aus, das die Großhandelsmärkte für Strom, Gas und Wasserstoff kontrollieren soll. Die Plattform wird europäische und nationale Daten zusammenführen und Hinweise auf Marktmachtmissbrauch oder anderes missbräuchliches Verhalten erzeugen.

Spaniens CNMC plant 400.000-Euro-System gegen Missbrauch an Energiemärkten

Behörde verstärkt Aufsicht vor dem Winter

Spaniens Nationale Kommission für Märkte und Wettbewerb, die CNMC, hat ein System im Wert von 400.000 Euro ausgeschrieben, um die Überwachung des Großhandels mit Strom, Gas und Wasserstoff zu stärken. Das Instrument soll der Behörde helfen, eine mögliche Ausübung von Marktmacht und anderes missbräuchliches Verhalten frühzeitig zu erkennen.

Wie The Objective berichtet, kommt der Auftrag vor einem Winter, den Branchenkreise wegen möglicher Energiepreissteigerungen als schwierig einschätzen. Das Projekt stammt noch aus der Amtszeit der früheren CNMC-Präsidentin Cani Fernández und wurde erstmals von ihrem Nachfolger Juan José Ganuza unterzeichnet. Angebote können bis zum 19. Oktober eingereicht werden; EU-Mittel werden nicht eingesetzt.

Gas- und Strompreise erhöhen den Druck

Die Ausschreibung fällt in eine Phase neuer Versorgungs- und Preisrisiken für Europas Energiemärkte. Reuters zufolge sind die europäischen Großhandelspreise für Erdgas gegenüber dem Vorjahr um mehr als 140 % gestiegen, nachdem der Krieg im Iran das weltweite Angebot verringert hatte. Niedrige europäische Speicherstände erhöhen das Risiko weiterer Preissteigerungen.

Eine Studie der Zentralbanken des Währungsraums ergab, dass sich Veränderungen der Großhandelspreise für Gas in mehr als der Hälfte der Euro-Länder innerhalb von ein bis drei Monaten auf die Gaspreisinflation der Verbraucher übertragen. Die Entwicklung betrifft damit nicht nur Energieunternehmen und Händler, sondern auch politische Entscheidungsträger, die Inflation und Industriekosten beobachten.

Auch spanische Strom-Futures deuten darauf hin, dass der Großhandelsmarkt bis zum Jahresende angespannt bleibt. Nach den von The Objective zitierten Prognosen soll der Preis im vierten Quartal um 16,4 % auf 127,25 Euro je Megawattstunde steigen. Gründe sind der Aufwärtsdruck durch Gas sowie die Unsicherheit über den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus.

Plattform verbindet europäische und spanische Daten

Der Auftrag umfasst technische Unterstützung bei der Integration von Informationen der EU-Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden, ACER, mit national erhobenen Daten. Außerdem soll ein Instrument zur Beaufsichtigung der Energiegroßhandelsmärkte entwickelt werden. Die CNMC will Strom-, Gas- und Wasserstoffmärkte damit schneller und effizienter überwachen.

Laut Auftragsbegründung soll der Dienstleister die von ACER übermittelten Daten identifizieren und ihre Qualität prüfen. Anschließend werden sie mit den Großhandelsinformationen harmonisiert, welche die CNMC auf Grundlage des spanischen Energierechts erhebt. Die einheitliche technische und funktionale Datenarchitektur soll konfigurierbare Warnmeldungen zu möglichem Marktmacht- oder Marktmissbrauch ermöglichen.

Das System muss große Informationsmengen aus unterschiedlichen Quellen verarbeiten. Dazu zählen Gebote und Transaktionen an Spot- und Terminmärkten für Strom, Gas und Wasserstoff sowie Fundamentaldaten, dringende Marktmitteilungen und Insiderinformationen. Für Produzenten, Versorger und Händler kann die integrierte Aufsicht bedeuten, dass ungewöhnliche Gebots- oder Handelsmuster früher geprüft werden. Die CNMC muss aus komplexen Datensätzen Warnmeldungen gewinnen, die möglichen Missbrauch von legitimen Reaktionen auf volatile Liefer-, Speicher- und Schifffahrtsbedingungen unterscheiden.

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