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Spaniens Agrarnutzung von aufbereitetem Wasser scheitert oft an der Infrastruktur

Spanien hat 343 Kubikhektometer behandeltes und aufbereitetes Wasser wiederverwendet, doch die Mengen konzentrieren sich auf wenige Regionen. Ob das Wasser mediterrane Agrarbetriebe erreicht, hängt von Leitungen, Speichern, Qualitätsvorgaben und der Anbindung der Bewässerungsverbände ab.

Spaniens Agrarnutzung von aufbereitetem Wasser scheitert oft an der Infrastruktur

Die Nutzung ist regional stark unterschiedlich

Spanien verfügt über erhebliche Kapazitäten zur Abwasserbehandlung, doch die Umwandlung gereinigter Abwässer in eine verlässliche Ressource für die Landwirtschaft verläuft regional ungleich. Das Land betreibt mehr als 2.000 Kläranlagen. Laut iAgua wurden unter Verweis auf die nationale Wasser- und Abwasserstudie 2022 von AEAS-AGA insgesamt 343 Kubikhektometer behandeltes und aufbereitetes Wasser wiederverwendet.

Murcia, die Valencianische Gemeinschaft und Andalusien liegen vorn, gefolgt von den Balearen, Katalonien, Madrid und den Kanarischen Inseln. Diese Verteilung spiegelt sowohl die Wasserknappheit als auch die vorhandenen Behandlungs- und Verteilanlagen wider, die kommunale Abwässer mit Feldern, Parks und anderen Nutzern verbinden. Landwirtschaftliche Bewässerung und Landschaftsbewässerung nehmen die größten Mengen auf.

Das Segura-Becken zeigt das Potenzial eines integrierten Systems. Rafael Mujeriego, Präsident der spanischen Vereinigung für nachhaltige Wasserwiederverwendung, erklärte gegenüber iAgua, dass dort jährlich rund 110 Kubikhektometer aufbereitetes Wasser erzeugt und zu 95 % wiederverwendet werden. Darin sind geplante und indirekte Nutzungen enthalten. In anderen Regionen sind die Bedingungen trotz verfügbarer Behandlungskapazität ungünstiger.

Entfernung und Saison bestimmen die Bewässerung

Die Aufbereitung in einer Kläranlage schafft noch keine praktisch nutzbare Versorgung für Betriebe. Das Wasser muss die Qualitätsanforderungen erfüllen, über eigene Leitungen zu den Bewässerungsverbänden gelangen und häufig bis zur Vegetationsperiode gespeichert werden. Kommunales Abwasser fällt ganzjährig an, während der Bewässerungsbedarf saisonal schwankt. Ohne Speicher, Pumpwerke und Verteilnetze können gereinigte Mengen weiterhin abgeleitet werden, wenn Landwirte sie nicht benötigen.

Der geplante Umbau der Kläranlage Torrent in Valencia zeigt die Bedeutung des Standorts. Die amtliche Umweltprüfung entschied sich für eine Variante, bei der das Abwasser nahe am Entstehungsort behandelt und anschließend zur Bewässerung genutzt oder in die Schlucht Barranco del Poyo eingeleitet wird. Die Anlage ist für 18.000 Kubikmeter täglich und 105.000 Einwohnerwerte ausgelegt.

Laut Prüfung wird im Umfeld der Anlage Quart-Benàger bereits fast das gesamte behandelte Wasser über nahe Bewässerungsverbände aufbereitet. Rund um Torrent könnten weitere Verbände das Wasser nutzen. Das Gebiet wird vom Júcar-Turia-Kanal versorgt, der auch Trinkwasserwerke für mehr als 2 Millionen Menschen speist. Der Einsatz von aufbereitetem Wasser zur Bewässerung könnte deshalb mehr Kanalwasser für die Bevölkerung verfügbar halten.

Qualitätsregeln und lokale Netze prägen den Ausbau

Auch die Behandlungstechnik ist entscheidend. Das Projekt Torrent umfasst Ultrafiltration und UV-Desinfektion. Das anaerobe Membranverfahren kann laut Umweltprüfung Mikroorganismen zurückhalten und zugleich 80 % bis 90 % der im Zulauf enthaltenen Nährstoffe im Permeat bewahren. Bei der Bewässerung könnten diese Nährstoffe den zusätzlichen Düngemittelbedarf senken.

Auch die Regulierung verändert sich. Nach Angaben von iAgua hat Spanien eine Verordnung zur Wasserwiederverwendung beschlossen, um die nationalen Regeln an europäische Vorgaben anzupassen. Sie sieht Förderpläne für städtische Anwendungen sowie Zuschüsse oder Befreiungen von Wasserentgelten vor, wenn aufbereitetes Wasser natürliche Ressourcen ersetzt. Erklärtes Ziel ist eine Verdoppelung der Nutzung in den kommenden Jahren.

Für die mediterrane Landwirtschaft ist daher nicht allein die Behandlungsmenge ausschlaggebend. Kläranlage, Wasserqualität, saisonale Speicherung, Energiekosten und Bewässerungsnetz müssen zusammenpassen. Murcia und das Segura-Becken zeigen, dass hohe Nutzungsquoten möglich sind, wenn diese Elemente ineinandergreifen. Eine Ausweitung erfordert Investitionen, die das Angebot nahe am Entstehungsort mit der tatsächlichen Nachfrage der Betriebe verbinden.

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