Spanien beschlagnahmt 2025 95 % mehr Schmuggelzigaretten
Spanische Behörden beschlagnahmten 2025 11,55 Millionen Packungen Schmuggelzigaretten, 95 % mehr als im Vorjahr. Auch die Mengen an Rauchtabak und Produktionsmaterial stiegen, während der legale Absatz mengenmäßig sank, wertmäßig aber zulegte.
Beschlagnahmen nähern sich dem Niveau von 2022
Spanische Behörden beschlagnahmten 2025 insgesamt 11,55 Millionen Packungen Schmuggelzigaretten. Das waren 95 % mehr als die 5,92 Millionen Packungen von 2024, berichteten EFE und EFEAgro unter Berufung auf den Beauftragten für den Tabakmarkt, der dem Finanzministerium untersteht. Die Menge lag nahe bei den 12,90 Millionen Packungen von 2022 und übertraf die 9,46 Millionen von 2023.
Die Zahlen erfassen von den Behörden abgefangene Waren, nicht den gesamten illegalen Tabakmarkt Spaniens. Der starke Jahresanstieg bedeutet dennoch, dass deutlich mehr Zigaretten in die behördliche Verwahrung gelangten und anschließend gelagert, bearbeitet und schließlich vernichtet werden müssen.
Mehr Rauchtabak und Produktionsmaterial beschlagnahmt
Die beschlagnahmte Menge an geschmuggeltem Rauchtabak stieg um 31,12 % von 160.036 Kilogramm im Jahr 2024 auf 209.850 Kilogramm im Jahr 2025. Bei Zigarren verlief die Entwicklung entgegengesetzt: Die Behörden stellten 56.890 Stück sicher, 51,86 % weniger als die 118.183 Stück des Vorjahres.
Die Ermittler beschlagnahmten außerdem 311 Maschinen im Zusammenhang mit illegaler Tabakproduktion, nach 295 im Jahr 2024. Noch deutlicher stieg das sichergestellte Hilfsmaterial: von 101.105 auf 1,36 Millionen Einheiten. Maschinen, Vorprodukte und fertige Tabakwaren zeigen gemeinsam, dass die Maßnahmen nicht nur verkaufsfertige Zigaretten, sondern auch Ausrüstung und Material für die nicht lizenzierte Herstellung erfassten.
Vernichtete Mengen sinken, Bestände bleiben verwahrt
Trotz der höheren Zigarettenbeschlagnahmen ging die vernichtete Menge 2025 zurück. Die Behörden zerstörten 7,61 Millionen Zigarettenpackungen, verglichen mit 14,68 Millionen im Jahr 2024. Beim Rauchtabak sank die Menge von 243.861 auf 122.304 Kilogramm, bei Zigarren von 41.479 auf 9.414 Stück.
Nach Angaben des Marktbeauftragten zeigt der Vergleich eine Abnahme der vernichteten Zigaretten und Rauchtabakmengen, während weiterhin ein materiell bedeutendes Volumen verwahrt wird. Bei Maschinen entwickelte sich die Kennzahl anders: Die gemeldete Zahl vernichteter Einheiten stieg von 26.957 auf 95.842. Da Beschlagnahme und Vernichtung zeitlich auseinanderfallen können, bilden die beiden Jahreswerte nicht unmittelbar denselben Warenstrom ab.
Legaler Absatz sinkt, der Verkaufswert steigt
Die Schmuggeldaten treffen auf einen Rückgang des erfassten Konsums von Zigaretten, Zigarren, Drehtabak und Pfeifentabak in den ersten fünf Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Von EFE zitierte Daten des Finanzministeriums weisen bis Mai einen Absatz von 784,52 Millionen Packungen mit jeweils 20 Zigaretten aus, gegenüber 806,57 Millionen im Vergleichszeitraum. Der Absatz von Drehtabak sank von 2,54 Millionen auf 2,46 Millionen Kilogramm, der von Pfeifentabak von 717.191 auf 700.969 Kilogramm.
Der Umsatz des legalen Marktes nahm dennoch zu. Die wichtigsten Tabakkategorien erreichten von Januar bis Mai 2026 einen Verkaufswert von 5,334 Milliarden Euro, nach 5,300 Milliarden Euro in den ersten fünf Monaten 2025. Im Gesamtjahr 2025 belief sich der Einzelhandelsabsatz auf 2.049,74 homogenisierte Tonnen, 2,34 % weniger als 2024; sein Wert stieg dagegen um 4,42 % auf 13,71186 Milliarden Euro. Marlboro führte bis Mai mit 123,76 Millionen Packungen, gefolgt von Camel mit 91,16 Millionen und Winston mit 84,53 Millionen. Hersteller, Händler und Steuerbehörden sehen damit drei parallele Entwicklungen: sinkende legale Mengen, steigende Verkaufswerte und einen deutlich größeren Strom illegaler Zigaretten in amtlicher Verwahrung.
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