Soufflet-Malt-Werk in Plewen will jährlich bis zu 80.000 Tonnen bulgarische Gerste kaufen
Das neue Soufflet-Malt-Werk in Plewen verfügt über eine Jahreskapazität von rund 60.000 Tonnen Malz und will jährlich 70.000–80.000 Tonnen Gerste von bulgarischen Landwirten beziehen. Bulgarien soll damit zum Produktions- und Versorgungszentrum für Brauereien in Südosteuropa werden.
Neue Basis für die Malzproduktion in Plewen
Soufflet Malt positioniert sein neues Werk in Plewen als regionales Produktions- und Versorgungszentrum für die Brauwirtschaft in Südosteuropa. Nikolay Minkovski, der Bulgarien-Chef des Unternehmens, sagte gegenüber Standart News, die Anlage verfüge über eine Jahreskapazität von rund 60.000 Tonnen und werde zu den modernsten Mälzereien der Region gehören.
Das Werk ist mit Automatisierungssystemen und moderner Mälzereitechnik ausgestattet. Sie sollen die betriebliche Effizienz erhöhen, eine gleichbleibende Qualität sichern und die Umweltbelastung senken. Soufflet Malt erwartet außerdem genügend Flexibilität, um auf veränderte Sortimente und Anforderungen der Brauereien zu reagieren.
Das Projekt ist Teil der Investitionen in bulgarische Malzkapazitäten, die laut Standart News in diesem Jahr 45 Millionen € erreichten. Das ist der höchste Stand seit zwei Jahrzehnten. Soufflet Malt sieht Bulgarien wegen der Bedingungen für den Gerstenanbau, der erfahrenen Landwirte und der Nähe zu den südosteuropäischen Absatzmärkten als langfristigen Produktionsstandort.
Bis zu 80.000 Tonnen Gerste pro Jahr
Soufflet Malt will jährlich zwischen 70.000 und 80.000 Tonnen Gerste von Landwirten in einem relativ engen Umkreis des Werks in Plewen kaufen. Diese Nachfrage schafft einen großen lokalen Absatzkanal für Braugerste und verbindet die Malzkapazität von 60.000 Tonnen unmittelbar mit der bulgarischen Pflanzenproduktion.
Das Unternehmen arbeitet bereits direkt mit Landwirten zusammen, um die Lieferkette zu verkürzen und Qualität, Homogenität sowie Versorgungssicherheit besser zu kontrollieren. Das Modell soll auch die Rückverfolgbarkeit verbessern. Die Erzeuger erhalten agronomische Unterstützung und Zugang zu geschützten, ertragreichen und hochwertigen Gerstensorten, die an die örtlichen Bedingungen angepasst sind.
Besonderes Gewicht legt Soufflet Malt in Bulgarien auf Sommergerstensorten. Die Agronomieteams unterstützen die Betriebe bei Methoden, die Bodengesundheit und Biodiversität fördern und Treibhausgasemissionen senken sollen, ohne Ertrag oder Qualität zu beeinträchtigen. Eine Beschaffung nahe dem Werk kann zudem unnötige Transporte vermeiden.
Brauereien verbreitern ihr Sortiment
Die Investition fällt in eine Phase, in der Brauereien ihr Angebot über traditionelle Bierkategorien hinaus erweitern. Minkovski verwies auf das Wachstum von alkoholarmem und alkoholfreiem Bier sowie auf die steigende Nachfrage nach Premiumprodukten und neuen Geschmacksrichtungen. Als Ursachen nannte er veränderte Lebensstile, die Vorlieben jüngerer Konsumenten und strengere Vorschriften zu Alkohol und Straßenverkehr.
Breitere Getränkesortimente verlangen von Malzproduzenten Rohstoffe mit stabilen technischen Eigenschaften im industriellen Maßstab. Malz beeinflusst Geschmack, Aroma und Farbe des Bieres sowie die Effizienz des Brauprozesses. Deshalb ist eine gleichbleibende Qualität von Charge zu Charge entscheidend. Zuverlässige und pünktliche Lieferungen sind für Brauereikunden ebenfalls zentral.
Anwendungen jenseits von Bier
Soufflet Malt will Malz zudem stärker außerhalb des Biermarktes einsetzen. Als mögliche Wachstumsfelder nennt das Unternehmen Frühstücksgetreide, Heißgetränke und alkoholfreie Getränke, Snacks sowie neue Geschmackslösungen für Spirituosen.
Das Werk in Plewen verbindet damit ein großes Einkaufsprogramm für bulgarische Gerste mit Kapazitäten für mehrere Lebensmittel- und Getränkekategorien. Der wirtschaftliche Erfolg hängt davon ab, ob bulgarische Landwirte kontinuierlich Gerste in Mälzqualität liefern und wie sich die Nachfrage regionaler Brauereien und anderer Verarbeiter entwickelt. Für Landwirte entsteht ein naher industrieller Abnehmer mit einem Bedarf von bis zu 80.000 Tonnen pro Jahr; Brauereien erhalten zusätzliche regionale Malzkapazitäten auf Basis einer besser rückverfolgbaren lokalen Lieferkette.