Zwei Wasserstoffprojekte mit mehr als 760 MW in Soria gehen in die Umweltprüfung
Kastilien und León hat die öffentliche Beteiligung zu den Umweltgenehmigungen für zwei erneuerbare Wasserstoffprojekte in Soria eröffnet. Die Vorhaben von Alkeymia Energy und DH2 Energy umfassen zusammen mehr als 760 MW Elektrolyseleistung und auch die Produktion von erneuerbarem Methanol.
Umweltprüfung für zwei Vorhaben beginnt
Zwei große Projekte für erneuerbaren Wasserstoff in der spanischen Provinz Soria sind im Genehmigungsverfahren vorangekommen. Die Regionalregierung von Kastilien und León hat die öffentliche Beteiligung zu den Umweltgenehmigungen und Umweltverträglichkeitsstudien eröffnet. Laut pv magazine España wurde die Bekanntmachung am 31. Juli im Amtsblatt von Kastilien und León veröffentlicht.
Die Projekte in Almazán und Los Rábanos kommen zusammen auf mehr als 760 MW Elektrolyseleistung. Behörden, betroffene Parteien und weitere Interessengruppen können nun die Umweltunterlagen prüfen. Eine endgültige Baugenehmigung ist damit jedoch noch nicht verbunden.
Zusammen könnten die Anlagen die Wasserstoffproduktion in Kastilien und León deutlich ausbauen und eine neue Quelle für erneuerbares Methanol schaffen. Zielmärkte sind Industrie- und Verkehrsbereiche, die sich nur schwer direkt elektrifizieren lassen. Bei Stromversorgung, Prozesswärme und Kohlenstoffquelle verfolgen die Entwickler unterschiedliche Konzepte.
Alkeymia plant integrierte Wasserstoff- und Methanolanlage
Das Projekt von Alkeymia Energy in Almazán umfasst eine Anlage mit 300 MW zur Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff und grünem Methanol. Die Elektrolyseure sollen überwiegend über einen Anschluss an ein erneuerbares Stromnetz versorgt werden, das die vorgesehene Leistung bereitstellen kann.
Zum Komplex gehört zudem eine Biomasseanlage, die erneuerbare Wärme für thermische Prozesse liefert. Das bei der Verbrennung abgeschiedene biogene Kohlendioxid soll mit Wasserstoff zu Methanol umgesetzt werden. Die Wasserstoffproduktion wird damit an eine nicht fossile Kohlenstoffquelle gekoppelt.
Geplant ist eine Jahresproduktion von 37.500 Tonnen Wasserstoff und 139.000 Tonnen Methanol. Für die Lagerung sind 45 Wasserstofftanks mit einem Betriebsdruck von 85 bar sowie zwei Methanoltanks mit jeweils 8.000 Kubikmetern Volumen vorgesehen. Dank der modularen Auslegung lassen sich einzelne Prozessbereiche isolieren, sodass der Betrieb bei ungeplanten Unterbrechungen teilweise fortgesetzt werden kann.
DH2 Energy kombiniert Elektrolyse mit 628 MWp Photovoltaik
Das Vorhaben von DH2 Energy in Los Rábanos sieht einen Elektrolyseur mit 460 MW und eine direkt benachbarte Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch mit 628 MWp vor. Überschüssiger Strom soll nicht ins Netz eingespeist werden. Das Budget liegt bei mehr als 417 Millionen Euro. Der gesamte Wasserstoff soll die Anlage über eine Pipeline verlassen, während der bei der Elektrolyse entstehende Sauerstoff in die Atmosphäre abgegeben wird.
Die technischen Unterlagen nennen eine maximale Wasserstoffproduktion von 9.288 Kilogramm pro Stunde zu Beginn der Lebensdauer und 8.269 Kilogramm pro Stunde an deren Ende. Die erwartete Jahresproduktion liegt zwischen 21.425 und 24.066 Tonnen. Auch dieses Projekt umfasst die Herstellung von erneuerbarem Methanol. Laut pv magazine España ist dieses vor allem für schwer elektrifizierbare Verkehrsbereiche wie Luftfahrt, Schifffahrt und Eisenbahn vorgesehen, in denen E-Fuels fossile Kraftstoffe ohne wesentliche Änderungen an der bestehenden Infrastruktur ersetzen können.