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Solvay verdoppelt Peroxidkapazität für Taiwans Chipindustrie bis Ende 2026 mehr als

Solvay will die taiwanische Jahreskapazität für Wasserstoffperoxid in Elektronikqualität über das Gemeinschaftsunternehmen Shinsol Advanced Chemicals bis Ende 2026 mehr als verdoppeln. Damit wächst das lokale Angebot eines wichtigen Reinigungschemikals für Halbleiterwafer.

Solvay verdoppelt Peroxidkapazität für Taiwans Chipindustrie bis Ende 2026 mehr als

Kapazität steigt auf mehr als das Doppelte

Der belgische Chemiekonzern Solvay wird seine jährliche Produktionskapazität für Wasserstoffperoxid in Elektronikqualität in Taiwan bis Ende 2026 mehr als verdoppeln. Das Vorhaben läuft über Shinsol Advanced Chemicals, ein Gemeinschaftsunternehmen von Solvay und dem taiwanischen Polymerhersteller Shinkong Synthetic Fibers Corporation.

Die Erweiterung baut auf dem 2023 von Shinsol in Taiwan eröffneten Werk für hochreines Wasserstoffperoxid auf. Solvay erklärte zur Einweihung, der Standort umfasse 2,4 Hektar und verfüge über eine Jahreskapazität von 35.000 Tonnen. Eine Steigerung auf mehr als das Doppelte würde die Kapazität auf über 70.000 Tonnen pro Jahr erhöhen. Einen genauen Zielwert und die Investitionssumme nannte das Unternehmen in seiner jüngsten Mitteilung nicht.

L’Usine Nouvelle zufolge soll die zusätzliche Produktion das schnelle Wachstum der taiwanischen Halbleiterindustrie unterstützen. Solvay erklärte, die Investition werde die lokale Versorgung der Chiphersteller stärken. Die in Taiwan produzierten hochreinen Qualitäten seien bereits von lokalen Kunden freigegeben worden und entsprächen bei Leistung, Qualitätsstandard und Konsistenz den Produkten aus dem weltweiten Produktionsnetz des Konzerns.

Schlüsselchemikalie für die Waferbearbeitung

Wasserstoffperoxid in Elektronikqualität wird bei der Fertigung integrierter Schaltungen zur Reinigung von Halbleiterwafern eingesetzt. Die Spezifikation unterscheidet sich von gewöhnlichem Industrieperoxid, weil selbst mikroskopische Verunreinigungen die Chipleistung beeinträchtigen oder die Fertigungsausbeute senken können. Mit kleineren und komplexeren Chips steigen die Reinheitsanforderungen, wodurch eine gleichbleibende Chemikalienqualität für moderne Fabriken an Bedeutung gewinnt.

Eine Produktion in der Nähe taiwanischer Halbleiterwerke kann Lieferwege verkürzen und die Abhängigkeit von ausländischen Standorten verringern. Kapazität allein reicht jedoch nicht aus: Prozesschemikalien müssen vor ihrem regulären Einsatz vom Kunden qualifiziert werden. Die bereits erfolgte Freigabe der taiwanischen Produkte bedeutet daher, dass die zusätzliche Menge auf einer etablierten Produktspezifikation aufbauen kann, statt ein vollständig neues Qualifikationsverfahren durchlaufen zu müssen.

Shinsol stützt Solvays lokale Lieferstrategie

Shinsol Advanced Chemicals wurde für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Wasserstoffperoxid in Elektronikqualität in Taiwan gegründet. Das Werk befindet sich in Tainan nahe einem der wichtigsten Halbleitercluster der Insel. Shinkong Synthetic Fibers bringt als Hersteller von PET-Polymermaterialien lokale Industrieerfahrung ein; Solvay steuert seine Peroxidtechnologie und Betriebserfahrung aus Asien, Europa und den USA bei.

Carlos Silveira, Leiter des Peroxidgeschäfts von Solvay, wertete die Investition als Ausdruck des Vertrauens in das langfristige Wachstum des taiwanischen Halbleitermarkts. Shinsol-Vorsitzender Gregory Wu erklärte, die Partner bauten die lokale Produktion unter Beibehaltung ihrer Qualitäts-, Sicherheits- und Betriebsstandards aus.

Mit dem Zieltermin Ende 2026 stellt das Projekt eine vergleichsweise kurzfristige Erweiterung der taiwanischen Versorgung mit Elektronikchemikalien dar und keinen Neubau mit langem Zeithorizont. Solvay arbeitet nach eigenen Angaben zudem mit seinem Partner und Kunden an der Genehmigung einer weiteren Ausbaustufe. Kapazität, Budget und Zeitplan dafür wurden nicht genannt.

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