Sojapreise in Brasilien und Chicago sinken mit fortschreitender Ernte
Nach deutlichen Zuwächsen im September sind die Sojapreise in Brasilien und Chicago wegen der fortschreitenden Ernte auf der Nordhalbkugel gefallen. Brasilianische Exportprämien begrenzten den Rückgang im Inland, während Sojaöl, Canola und weitere Ölsaatenmärkte uneinheitlich tendierten.
Erntedruck beendet die September-Rally
Die brasilianischen und internationalen Preise des Sojakomplexes sind nach deutlichen Zuwächsen im September zurückgegangen. Das brasilianische Forschungszentrum Cepea führte den Druck am Weltmarkt auf die fortschreitende Ernte 2026/27 auf der Nordhalbkugel zurück. Der November-Kontrakt 2026 für Sojabohnen an der CBOT verlor zwischen dem 1. und 2. Oktober 5,75 Cent und schloss bei 12,7825 $ je Bushel. Damit belief sich das Wochenminus auf 40,75 Cent. Der Januar-Kontrakt sank laut Réussir um 6,25 Cent auf 12,9450 $ je Bushel.
Die US-Ernte blieb der wichtigste saisonale Belastungsfaktor. Prognosen für trockeneres Wetter in großen Anbaugebieten begünstigten einen schnelleren Fortgang der Feldarbeiten. Zusätzlich drückten technische Verkäufe auf die Kurse. Nach CFTC-Daten reduzierten Fonds ihre Netto-Long-Position in der Woche bis zum 29. September um 23.877 auf 241.164 Kontrakte, vor allem durch die Auflösung von Long-Positionen.
Exportprämien stützen Brasiliens Binnenmarkt
Cepea meldete nach dem starken Rückgang der Auslandskurse eine geringere Liquidität am brasilianischen Spotmarkt. Sojazölle blieben bei den Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und China außen vor, was zum internationalen Preisrückgang beitrug. Dieser stärkte jedoch die brasilianischen Exportprämien und begrenzte die Übertragung schwächerer Weltmarktpreise auf den Binnenmarkt.
In Südamerika richtet sich der Blick nun auf die Aussaat in Brasilien. StoneX schätzt die brasilianische Sojaernte 2026/27 auf 183,36 Millionen Tonnen. Das liegt nahezu auf dem Niveau der bisherigen Prognose von 183,5 Millionen Tonnen und 0,4 % über der Vorsaison. In den meisten Anbaugebieten verläuft die Aussaat normal, doch unregelmäßige Niederschläge in Mato Grosso halten das Wetterrisiko hoch.
Sojaöl und Canola lösen sich von der Bohne
US-Verarbeiter verarbeiteten im August 209,6 Millionen Bushel Sojabohnen, wie Réussir unter Berufung auf USDA-Daten berichtete. Das waren 5,5 % weniger als im Juli, aber 5,9 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Sojaölbestände sanken binnen eines Monats um 13,6 % auf 1,696 Milliarden Pfund. Dadurch stieg der Dezember-Kontrakt für Sojaöl um 1,24 Cent je Pfund auf 68,62 Cent. Dezember-Sojaschrot fiel dagegen um 5,80 $ auf 347,50 $ je Short Ton.
Canola erholte sich in Winnipeg ebenfalls, gestützt durch das festere Sojaöl. Der November-Kontrakt gewann 3,80 CAD je Tonne auf 815,50 CAD, wobei die Ernte und die Aussicht auf warmes, trockenes Wetter in den Prärien den Anstieg begrenzten. Kanadische Erzeuger lieferten in der Woche bis zum 27. September 707.500 Tonnen Canola in den Handel, 33 % mehr als in der Vorwoche. Die wöchentlichen Exporte erreichten 130.700 Tonnen und damit etwa das Dreifache der Vorwoche. Seit Saisonbeginn wurden 921.700 Tonnen ausgeführt, nach 715.600 Tonnen im Vorjahreszeitraum.
Uneinheitliche Signale aus Europa und Asien
Raps an der Euronext entwickelte sich ohne klare Richtung: Der November-Kontrakt sank um 1,50 € je Tonne auf 536,75 €, während Februar um 3,50 € auf 555,25 € zulegte. Das ukrainische Landwirtschaftsministerium erwartet einen Rückgang der Winterrapsfläche um rund 7 %. Wegen erheblicher logistischer Störungen sollen die täglichen Agrarlieferungen auf etwa 48.000 Tonnen gefallen sein, verglichen mit rund 144.000 Tonnen in der ersten Hälfte des Vormonats.
In Malaysia verlor Dezember-Palmöl 21 Ringgit auf 4.535 MYR je Tonne und erreichte den niedrigsten Schlussstand seit zwölf Wochen. Schwache Exporte, eine höhere Produktion und die Erwartung von Lagerbeständen über 3 Millionen Tonnen belasteten den Markt. Im Wochenvergleich sank der Kontrakt um 2,98 %. Da die Börse in Dalian wegen des chinesischen Nationalfeiertags geschlossen war, fehlte ein Preissignal aus China. Der Anstieg des US-Sojaöls reichte nicht aus, um den malaysischen Abwärtstrend zu drehen.