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Sojaöl steigt in Chicago um mehr als 3,5 % wegen Rohölrally und China-Käufen

Sojaöl-Futures in Chicago legten um mehr als 3,5 % zu, nachdem Rohöl um 6 % gestiegen war und damit den biokraftstoffnahen Pflanzenölmarkt stützte. Das USDA meldete zudem den Verkauf von 136.000 Tonnen Sojabohnen an China für die nächste Vermarktungssaison.

Sojaöl steigt in Chicago um mehr als 3,5 % wegen Rohölrally und China-Käufen

Rohölrally treibt Sojaöl an

Der Sojakomplex in Chicago startete mit breiten Kursgewinnen in die Woche. An der Spitze lag Sojaöl, das bis zum Handelsschluss am Montag um mehr als 3,5 % zulegte. Terre-net zufolge folgten die Pflanzenöle einem Anstieg der Rohölpreise um 6 %, da sie als Rohstoff für die Biokraftstoffindustrie eingesetzt werden. Teureres Erdöl kann die relative Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Kraftstoffe verbessern und dadurch die Preise der dafür benötigten Öle stützen.

Die Energierally fiel mit einer weiteren Verschärfung der geopolitischen Lage im Nahen Osten zusammen. Erneute US-Angriffe im Iran und iranische Reaktionen in der Region führten laut Terre-net wieder zu einer erheblichen Einschränkung des Verkehrs durch die Straße von Hormus. Donald Trump verunsicherte die Märkte zusätzlich mit dem Vorschlag, die Meerenge gegen eine Abgabe von 20 % des Ladungswerts zu sichern. Für die Agrarmärkte ist dies relevant, weil Änderungen der Rohölpreise rasch auf Biokraftstoffmargen, Frachterwartungen und Pflanzenöl-Futures durchschlagen können.

Verkäufe nach China stützen Sojabohnen

Auch die Nachfragedaten gaben dem Sojamarkt Auftrieb. Das US-Landwirtschaftsministerium meldete den Verkauf von 136.000 Tonnen Sojabohnen an China für die nächste Vermarktungssaison. Die wöchentlichen US-Exportinspektionen für Sojabohnen beliefen sich auf 419.000 Tonnen und entsprachen damit den Markterwartungen. Für Exporteure schafft der neue chinesische Kauf mehr Klarheit über die künftige Nachfrage, während Importeure mit einem Markt konfrontiert sind, den sowohl Energiepreise als auch physische Sojaverkäufe stützen.

Die US-Preise für Mais und Sojabohnen blieben zudem nach der Hitzewelle der vergangenen Tage relativ fest. Die wöchentlichen Maisinspektionen erreichten mit 1,54 Millionen Tonnen das obere Ende der Markterwartungen. Die Weizeninspektionen erholten sich auf 374.000 Tonnen. Die Zahlen zeigen, dass weiterhin erhebliche Mengen durch die US-Exportkanäle laufen, auch wenn die Preisreaktion bei den drei wichtigen Feldfrüchten unterschiedlich ausfiel.

Mais gewinnt, Weizen gibt nach

Zum Handelsschluss in Chicago stiegen die Mais-Futures für Dezember 2026 um 2,25 Cent je Bushel auf 4,63 $ je Bushel. Sojabohnen für November 2026 verteuerten sich um 4 Cent je Bushel auf 11,95 $ je Bushel. Gegenüber dem Anstieg bei Sojaöl blieben diese Gewinne gering. Der Impuls aus dem Energiemarkt konzentrierte sich damit auf den Teil des Sojakomplexes, der am unmittelbarsten mit der Biokraftstoffproduktion verbunden ist.

Soft-Red-Winter-Weizen für September 2026 fiel dagegen um 5 Cent je Bushel auf 6,35 $ je Bushel. Der Rückgang erfolgte trotz der von Moskau angeordneten Sperrung des Verkehrs durch die Straße von Kertsch nach ukrainischen Angriffen auf russische Schiffe im Asowschen Meer. Für Getreidehändler lieferte die Sitzung zwei gegensätzliche Signale: Einschränkungen an wichtigen Seerouten erhöhten das Logistikrisiko, während Weizen in Chicago dennoch nachgab. Käufer und Verkäufer von Sojaöl müssen nun die Rohölvolatilität, Chinas Bestellungen und die US-Anbaubedingungen gleichzeitig beobachten.

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