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Sojamarkt bewertet El-Niño-Risiko und möglichen Chicago-Anstieg über 14 $

Wetterprognosen für Brasilien gewinnen für die Sojapreisbildung an Bedeutung, während sich der Fokus von der US-Ernte nach Südamerika verlagert. Laut Safras-&-Mercado-Analyst Rafael Silveira könnte ein schwerer Ernteausfall in Brasilien Nachfrage in die USA umlenken und Chicago 2027 über 14 $ je Bushel treiben.

Sojamarkt bewertet El-Niño-Risiko und möglichen Chicago-Anstieg über 14 $

Der Marktfokus verlagert sich nach Brasilien

Der globale Sojamarkt beginnt, die möglichen Folgen eines starken El Niño für die südamerikanische Produktion zu bewerten. Das Risiko eines erheblichen Ernteausfalls in Brasilien ist jedoch noch nicht vollständig in den Preisen enthalten. Canal Rural berichtet, dass Wetterprognosen für Investoren wichtiger werden, während die US-Ernte voranschreitet und sich der Markt auf die südamerikanische Saison 2026/27 ausrichtet.

Nach Angaben von Rafael Silveira, Analyst bei Safras & Mercado, dürfte das Ausmaß der US-Ernte mit dem Fortgang der Arbeiten klarer werden. Danach wird Brasilien stärker in den Mittelpunkt rücken. Dort entscheidet die Niederschlagsverteilung während der Aussaat und Pflanzenentwicklung darüber, ob Wetterbedenken zu niedrigeren Produktionsprognosen und einer höheren Risikoprämie bei Sojafutures in Chicago führen.

Regional fallen die Risiken unterschiedlich aus

Silveira zufolge bringt El Niño in den Süden Brasiliens gewöhnlich große Niederschlagsmengen. Für Paraná werden in den kommenden Tagen erhebliche Regenmengen erwartet. Die Wetterkarten für Oktober zeigen unterdessen noch relativ günstige Bedingungen in wichtigen Gebieten des Zentralwestens, darunter Mato Grosso, Goiás und Mato Grosso do Sul.

Weniger günstig ist der Ausblick für Matopiba, die Agrarregion, die Teile von Maranhão, Tocantins, Piauí und Bahia umfasst. Silveira verwies auf unregelmäßige Niederschläge und die Gefahr intensiver Hitzewellen; ab November könnte sich die Lage verschärfen. Ob übermäßige Feuchtigkeit im Süden und unzuverlässiger Regen in nördlichen Anbaugebieten zu einem landesweiten Produktionsproblem werden, hängt von Zeitpunkt, räumlicher Ausdehnung und Stärke der Wetterereignisse ab.

November und Dezember dürften deshalb für die Preisbildung zunehmend wichtig werden. Der Dezember ist in mehreren brasilianischen Regionen entscheidend für das Ertragspotenzial der Sojabohnen. Änderungen der Regenprognosen könnten laut Silveira Kursrallys auslösen, wenn Händler bewerten, ob die benötigten Niederschläge die Bestände in den entscheidenden Entwicklungsphasen erreichen.

Brasilianische Verluste könnten Nachfrage in die USA lenken

Sollte ungünstiges Wetter die brasilianische Sojaernte 2027 deutlich reduzieren, wären die Preisfolgen international spürbar. Laut Silveira könnten Käufer verstärkt auf US-Ware ausweichen. China bliebe der zentrale Abnehmer, doch auch andere Importländer könnten ihre Käufe in den USA erhöhen. Diese zusätzliche Exportnachfrage könnte die US-Bestände erheblich verringern und den Preisausblick an der Chicago Board of Trade verändern.

In einem ungünstigeren Szenario für die südamerikanische Produktion könnten die Chicagoer Sojapreise nach Silveiras Einschätzung 2027 über 14 $ je Bushel steigen. Dabei handelt es sich um eine bedingte Prognose, nicht um eine bereits eingetretene Marktentwicklung. Canal Rural zufolge ist ein durch einen starken El Niño verursachter brasilianischer Ernteausfall noch nicht eingepreist. Brasilianische Erzeuger müssen in den kommenden Monaten zugleich Chicago-Futures, Wechselkurse und Wettermodelle beobachten. Für Importeure und Verarbeiter würde eine bestätigte brasilianische Minderernte die Verfügbarkeit von US-Soja und das Risiko einer engeren Weltmarktbilanz in den Vordergrund rücken.

Vollständige Marktanalyse

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