Sivas weitet Sonnenblumenfläche 2026 fast auf das Doppelte aus
Die Sonnenblumenfläche in der türkischen Provinz Sivas stieg von 98.000 Dekar im Jahr 2025 auf 190.000 Dekar im Jahr 2026. Die Öl- und Knabbersaatenernte könnte zusammen 35.000 Tonnen erreichen, wobei die Prognosen für Knabbersaaten voneinander abweichen.
Anbaufläche wächst um rund 94%
Die Landwirte in der türkischen Provinz Sivas haben die Sonnenblumenfläche nahezu verdoppelt: von 98.000 Dekar im Jahr 2025 auf 190.000 Dekar im Jahr 2026. Dünya beziffert den jährlichen Zuwachs auf rund 94%. Für eine traditionell vom Getreideanbau geprägte Provinz, in der Sonnenblumen bislang nicht in größerem kommerziellem Maßstab angebaut wurden, ist dies eine deutliche Verschiebung.
Die Expansion folgte auf starke Preissteigerungen bei Sonnenblumenöl während der Pandemie sowie auf Aufrufe von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und dem Landwirtschaftsministerium, die Produktion zu erhöhen. Hacı Çetindağ, Vorsitzender der Landwirtschaftskammer von Sivas, erklärte, die Betriebe hätten Sonnenblumen als alternative Kultur eingeführt, um zur Volkswirtschaft beizutragen und die Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen zu verringern.
Knabbersaaten liefern den größten Flächenzuwachs
Am stärksten nahm der Anbau von Sonnenblumen für Knabbersaaten zu. Die Fläche stieg von 23.000 Dekar im Jahr 2025 auf 90.000 Dekar im Jahr 2026 und vervierfachte sich damit innerhalb einer Saison nahezu. Ölsaaten-Sonnenblumen legten moderater von 75.000 auf 100.000 Dekar zu. Von den insgesamt 92.000 zusätzlichen Dekar entfielen somit 67.000 auf Knabbersorten.
Nach Angaben von Dünya könnten bei günstigen Bedingungen 16.000 Tonnen Ölsaaten und 19.000 Tonnen Knabbersaaten geerntet werden. Die Gesamternte würde damit 35.000 Tonnen erreichen. Der Ölsaatenprognose stehen rund 11.900 Tonnen gegenüber, die 2025 auf 75.000 Dekar erzeugt wurden. Die damalige Produktion von Knabbersaaten wurde mit 4.800 Tonnen angegeben.
Bei der Prognose für Knabbersaaten besteht jedoch eine Abweichung. Die Hauptberichte nennen eine erwartete Ernte von 19.000 Tonnen, während Haberler.com und TimeTürk Çetindağ mit einer aktuellen Schätzung von rund 16.000 Tonnen zitieren. Beide Werte wären ein deutlicher Anstieg gegenüber 2025; die endgültige Gesamtproduktion hängt jedoch von der tatsächlichen Ernte und einer Klärung der Prognose ab.
Wetter und Saatgutförderung bestimmen den Ausblick
Starke Niederschläge erschwerten laut Çetindağ die Aussaat und verhinderten eine noch größere Flächenausweitung. Bei einem normalen Saisonverlauf hätten Knabbersaaten 150.000 Dekar und Ölsaaten-Sonnenblumen rund 200.000 Dekar erreichen können. Einzelne Passagen der Quellen nennen bei diesen potenziellen Anbauwerten Tonnen; aus dem Zusammenhang ergibt sich jedoch, dass Flächen und keine Produktionsmengen gemeint sind.
Auch die öffentliche Saatgutförderung trug zum Wachstum bei. Die Provinzdirektion für Land- und Forstwirtschaft verteilte im Vorjahr rund 3.900 Kilogramm Saatgut für Ölsaaten-Sonnenblumen. Çetindağ bezeichnete den Nutzen des Programms als erheblich und erwartet bei einer Fortsetzung im kommenden Jahr eine weitere Steigerung der Ernte.
Für die türkische Speiseölkette ist vor allem die Ausweitung der Ölsaatenfläche von 75.000 auf 100.000 Dekar und der erwartete Produktionsanstieg auf 16.000 Tonnen relevant. Sivas allein kann den nationalen Versorgungsdruck bei Sonnenblumenöl nicht beseitigen; nationale Produktions- oder Importzahlen nennen die Quellen nicht. Die Provinz zeigt jedoch, wie Saatguthilfen und eine breitere Fruchtwahl zusätzliche heimische Ölsaatenkapazität schaffen können. Das schnellere Wachstum der Knabbersorten belegt zugleich, dass die Betriebe auch Chancen außerhalb des Verarbeitungsmarktes nutzen.
Vollständige Marktanalyse