Sieben türkische Unternehmen planen 150 Millionen $ Investitionen in Ägypten
Sieben türkische Unternehmen bereiten Fabrikinvestitionen von zusammen 150 Millionen $ in der Suezkanal-Wirtschaftszone vor. Geplant sind Produktionen für Garn, Webwaren, Bekleidung und Kfz-Ersatzteile; türkische Investitionen in Ägypten übersteigen bereits 3 Milliarden $.
Sieben Fabriken für die Suezkanal-Wirtschaftszone geplant
Sieben türkische Unternehmen bereiten Produktionsprojekte in Ägypten mit einem Gesamtvolumen von 150 Millionen $ vor, berichtet das türkische Wirtschaftsmagazin Patronlar Dünyası. Die geplanten Fabriken sollen in der Suezkanal-Wirtschaftszone entstehen und sich vor allem auf Garn, Webwaren, Bekleidung und Kfz-Ersatzteile konzentrieren.
Die Unternehmen haben Gespräche aufgenommen, ihre Namen werden wegen des laufenden Verfahrens jedoch noch nicht veröffentlicht. Hamada Al-Ajwani, Vizepräsident und Ehrenpräsident des Türkisch-Ägyptischen Unternehmerverbands, erklärte, die Investoren bereiteten Anträge auf Industriegrundstücke bei den zuständigen Behörden und die erforderlichen Gründungsverfahren vor. Innerhalb von zwei bis drei Monaten wollen sie mit der Antragstellung bei der ägyptischen Regierung beginnen.
Grundstücke und Projektdaten stehen noch nicht fest
Größe und Ausgestaltung der einzelnen Fabriken wurden nicht genannt. Die endgültigen Projektdaten sowie die zugeteilten Grundstücke sollen nach Abschluss der offiziellen Verfahren feststehen. Das 150-Millionen-$-Programm befindet sich damit noch in der Planungs- und Antragsphase; die Werke sind noch nicht im Bau.
Al-Ajwani zufolge konzentrieren sich die Vorhaben auf Branchen, in denen Ägypten Wettbewerbsvorteile und Wachstumschancen bietet. Besonders Garn und Weberei, Bekleidungsproduktion und Kfz-Ersatzteile hätten Potenzial für eine Expansion im Binnenmarkt und steigende Exporte. Mit dem Standort in der Suezkanal-Wirtschaftszone würde die Produktion zudem in einem der wichtigsten Industrie- und Logistikzentren Ägyptens angesiedelt.
Türkische Investitionen übersteigen 3 Milliarden $
Die sieben Projekte würden auf einer bereits bedeutenden Präsenz türkischer Unternehmen in Ägypten aufbauen. Laut Patronlar Dünyası haben sie dort mehr als 3 Milliarden $ investiert, vor allem in Textilien, aber auch in Branchen von Haushaltsgeräten bis Tourismus. Dadurch entstanden 200.000 Arbeitsplätze. Die Krise in der Straße von Hormus habe die Verlagerung türkischer Investitionen nach Ägypten zwar gebremst, aber nicht gestoppt.
Al-Ajwani führte den erwarteten Investitionsanstieg auf die verbesserten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Kairo und Ankara sowie zusätzliche Kooperationen zwischen Industrieunternehmen zurück. Nach den jüngsten offiziellen Angaben, die Patronlar Dünyası zitiert, wollen beide Länder ihren bilateralen Handel bis 2028 von rund 9 Milliarden $ auf 15 Milliarden $ erhöhen. Bei jüngsten Gesprächen vereinbarten sie außerdem eine engere Zusammenarbeit in Energie, Bergbau, Verkehr und Automobilwirtschaft; auch die Rüstungsindustrie wurde thematisiert.
Ägypten als Produktionsplattform
Die Fabrikpläne zeigen, dass türkische Hersteller Ägypten sowohl als Absatzmarkt als auch als Standort für exportorientierte Produktion prüfen. Textilunternehmen stellen einen großen Teil der bestehenden Investitionsbeziehungen, und die neuen Vorhaben würden dieses Cluster durch zusätzliche Garn-, Web- und Bekleidungskapazitäten erweitern. Die Herstellung von Kfz-Ersatzteilen würde den Branchenmix verbreitern und die industrielle Zusammenarbeit beider Länder ergänzen.
Als Nächstes stehen die Anträge der Unternehmen, die Zuteilung der Grundstücke und der Abschluss der behördlichen Verfahren an. Bis dahin bleiben die genauen Kapazitäten, Bauzeitpläne und die erwartete Beschäftigung der sieben Fabriken offen. Für Hersteller, Zulieferer und Händler werden diese Angaben zeigen, wie viel zusätzliche Produktion das Programm über 150 Millionen $ schafft und welche Binnen- oder Exportmärkte damit bedient werden sollen.