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Sibur sucht russische Nachfrage bei nur zur Hälfte ausgelasteten Kautschukwerken

Sibur will den Ersatz von Naturkautschuk durch synthetischen Kautschuk fördern, während russische Anlagen nur etwa zur Hälfte ausgelastet sind. Rund 600.000 Tonnen Rohstoff werden laut Business Gazeta vor allem nach China exportiert.

Sibur sucht russische Nachfrage bei nur zur Hälfte ausgelasteten Kautschukwerken

Russische Werke verfügen über erhebliche freie Kapazitäten

Sibur sucht zusätzliche Inlandsnachfrage nach synthetischem Kautschuk, da die russischen Produktionsanlagen nur etwa zur Hälfte ausgelastet sind. Der Petrochemiekonzern sieht den Ersatz von Naturkautschuk durch synthetisches Material als einen Weg zu einer höheren Auslastung, berichtet Business Gazeta.

Für die russische Petrochemie ist dies relevant, weil die ungenutzten Kapazitäten bereits vorhanden sind. Eine höhere Produktion hängt daher vor allem von Käufern für zusätzliche Mengen und nicht von neuen Werksprojekten ab. Reifenhersteller sind die naheliegendsten Abnehmer, weil ihre Mischungen Natur- und Synthesekautschuk enthalten können. Jede Umstellung muss jedoch ihre technischen und wirtschaftlichen Anforderungen erfüllen.

Nach Angaben von Business Gazeta werden derzeit rund 600.000 Tonnen Rohstoff exportiert, hauptsächlich nach China. Diese Lieferungen schaffen einen Absatzkanal für russische Produzenten. Zugleich zeigen sie, dass große Mengen den Binnenmarkt verlassen, während die Werke nicht ausgelastet sind. Sibur will einen größeren Teil des vorhandenen Produktionspotenzials in russischen Verbrauch überführen.

Reifenhersteller entscheiden über die Substitution

Der Vorschlag bedeutet nicht, dass Reifenunternehmen Naturkautschuk automatisch ersetzen werden. Sie wählen Rohstoffe nach Leistung, Produktspezifikationen, Fertigungsverfahren und Kosten aus. Synthetischer Kautschuk muss deshalb als industrieller Einsatzstoff wettbewerbsfähig sein und kann sich nicht allein auf die verfügbaren russischen Kapazitäten stützen.

Die von Business Gazeta zitierte Einschätzung, dass die Initiative für Sibur wichtiger sei als für die Reifenhersteller, beschreibt den zentralen Interessenkonflikt. Sibur profitiert unmittelbar, wenn inländische Käufer mehr Material abnehmen und damit die Werksauslastung erhöhen. Reifenproduzenten benötigen dagegen einen klaren technischen oder wirtschaftlichen Grund, um etablierte Mischungen zu verändern.

Für Verarbeiter könnten die freien Kapazitäten eine breitere Versorgung aus Russland ermöglichen. Für Sibur würde eine stärkere Inlandsnachfrage die Abhängigkeit von Exportmärkten für die genannten 600.000 Tonnen Rohstoff verringern. Für Händler könnte eine Verlagerung zum russischen Markt das für China verfügbare Volumen reduzieren.

China bleibt der wichtigste Auslandsmarkt

Chinas Rolle verleiht der Initiative eine außenwirtschaftliche Dimension, obwohl sie sich unmittelbar auf die russische Industrienachfrage richtet. Verwenden russische Reifenhersteller mehr synthetisches Material, kann Sibur einen größeren Produktionsanteil im Land verkaufen. Bleibt die Substitution begrenzt, werden Exporte für die Auslastung der nur etwa zur Hälfte betriebenen Werke entscheidend bleiben.

Die verfügbaren Angaben enthalten weder einen Zeitplan noch ein Investitionsprogramm oder ein Ziel für die höhere Auslastung. Auch das mögliche Volumen der Substitution von Naturkautschuk ist nicht beziffert. Das Ergebnis hängt damit von den Verhandlungen mit den Verarbeitern und von der Eignung einzelner Synthesekautschuksorten für konkrete Reifenprodukte ab.

Marktteilnehmer sollten die Werksauslastung, die in Russland verbleibenden Mengen und die Lieferungen nach China beobachten. Diese Kennzahlen werden zeigen, ob Siburs Vorstoß zusätzliche Inlandsnachfrage erzeugt oder der Export der wichtigste Absatzkanal für freie Kapazitäten bleibt.

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