Senegals Sedima plant Geflügelkomplex im Kongo für 20,47 Milliarden CFA-Franc
Der senegalesische Geflügelkonzern Sedima plant nahe Brazzaville einen integrierten Komplex für 20,47 Milliarden CFA-Franc. Das Vorhaben verbindet Mais- und Sojaanbau mit Futterproduktion, Brüterei, Mast, Schlachtung und Verpackung.
Integrierter Betrieb nahe Brazzaville
Der senegalesische Geflügelkonzern Sedima bereitet im Kongo eine Investition von 20,47 Milliarden CFA-Franc in einen integrierten Geflügelkomplex vor. Die Wertschöpfungskette soll vom Anbau der Futterpflanzen bis zur Schlachtung und Verpackung von Hähnchen reichen. Nach Angaben von EcoMatin soll das von Sedima Congo SA geleitete Projekt in Nkouo im Département Pool entstehen, rund 80 Kilometer von Brazzaville entfernt.
Die von Babacar Ngom gegründete und von EcoMatin als senegalesischer Branchenführer bezeichnete Gruppe will ihr im Heimatmarkt entwickeltes Modell der vertikalen Integration übertragen. Sedima Sénégal, die ursprüngliche Tochtergesellschaft der Sedima Holding, hält die Mehrheit an der kongolesischen Gesellschaft. Damit würde Sedima den größten Teil der Produktionskette kontrollieren, statt sich auf Geflügelhaltung oder Kükenvertrieb zu beschränken.
Banken finanzieren rund drei Viertel
Mehrere zentralafrikanische Finanzinstitute beteiligen sich an der Finanzierung. Die Entwicklungsbank der Zentralafrikanischen Staaten, BDEAC, hat 5 Milliarden CFA-Franc zugesagt. Das entspricht 24,4 % der angekündigten Projektkosten. Von der BSCA Bank kommen 5,04 Milliarden CFA-Franc, von BGFIBank 4 Milliarden und von LCB Bank 1 Milliarde. Sedima Congo soll 5,245 Milliarden CFA-Franc aus Eigenmitteln beisteuern.
Die gesamte Bankenfinanzierung beläuft sich damit auf 15,04 Milliarden CFA-Franc, während der Projektentwickler den verbleibenden erheblichen Anteil trägt. Die Beteiligung von vier Kreditgebern verteilt das finanzielle Engagement auf mehrere Institute und verbindet die Expansion des senegalesischen Investors mit der Finanzierungskraft des regionalen Bankensektors.
Futterpflanzen, Brüterei und Fleischproduktion
Am Anfang der Kette sind landwirtschaftliche Flächen für Mais und Sojabohnen vorgesehen, die als Rohstoffe für Tierfutter dienen. Ein eigenes Werk soll daraus Geflügelfutter herstellen. Hinzu kommen Elterntierbetriebe, eine Brüterei für Eintagsküken, Hähnchenmastanlagen, ein Betrieb für legereife Junghennen sowie Schlacht- und Verpackungsanlagen.
Die von EcoMatin genannten Produktions- und Betriebsziele umfassen 10.800 Tonnen Mais und 6.600 Tonnen Sojabohnen. Daraus soll eine Kapazität von 25.382 Tonnen Geflügelfutter gespeist werden. Zudem sind 5,25 Millionen Bruteier, fast 3,29 Millionen Eintagsküken und 80.000 legereife Junghennen vorgesehen. Am Ende der Kette strebt Sedima 2.200 Tonnen Masthähnchen an, die als ganze Tiere oder Teilstücke verkauft werden sollen.
Seit mehr als zehn Jahren vorbereitet
Das Projekt in Nkouo folgt auf mehr als ein Jahrzehnt an Bemühungen Sedimas, im Kongo Fuß zu fassen. Unternehmensvertreter trafen sich im Februar 2015 in Pointe-Noire mit Geflügelhaltern, um ein Vorhaben zu besprechen, das unter anderem die Produktion und Vermarktung von Küken umfasste. Ein Jahr später stellte Ngom den kongolesischen Behörden die Investitionspläne vor und erklärte, Sedima habe lokale Partner für gemeinsame Investitionen gefunden.
Bei einer Umsetzung im angekündigten Umfang würde das Projekt lokalen Pflanzenbau, Futterverarbeitung, Elterntiere, Küken und verarbeitetes Hähnchenfleisch in einem unternehmenskontrollierten System zusammenführen. Die Wirkung auf das kongolesische Geflügelangebot hängt von der Projektausführung, den Produktionskosten und dem Vertrieb der geplanten Mengen ab. Im Umfang der eigenen Produktion könnte das Modell die Abhängigkeit von extern bezogenem Futter, Küken oder Fertigware senken und zugleich einen neuen inländischen Abnehmer für Mais und Sojabohnen schaffen.