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Schwache Bauxitpreise und höhere Frachtkosten verzögern Minim Martap in Kamerun

Canyon Resources nennt keinen festen Termin mehr für den Abbaubeginn in Minim Martap, hält die erste Verschiffung aber weiter für planmäßig. Niedrigere Qualitätsprämien, höhere Frachtkosten und wachsende Exporte aus Guinea belasten die Wirtschaftlichkeit.

Schwache Bauxitpreise und höhere Frachtkosten verzögern Minim Martap in Kamerun

Canyon streicht festen Termin für den Abbaubeginn

Kameruns Ziel, 2026 zum Bauxitexporteur zu werden, ist erneut unsicher. Canyon Resources nennt keinen festen Termin mehr für den Beginn des Abbaus in Minim Martap. In einer Mitteilung vom 31. Juli erklärte das Unternehmen lediglich, die erste Verschiffung liege weiterhin im Zeitplan, berichtet La Tribune.

Der Abbaubeginn war ursprünglich für Februar 2026 vorgesehen und wurde zunächst ins zweite, dann ins dritte Quartal verschoben. Die erste Lieferung sollte zunächst bis Ende des ersten Halbjahres erfolgen, wurde später aber ins vierte Quartal verlegt. Canyon räumt ein, nach Finanzierung zu suchen, um die erste Entwicklungsphase abzuschließen und den Export aufzunehmen.

Annahmen des Projekts unter Prüfung

A2MP, Mehrheitsaktionär von Canyon, stellt Annahmen der Machbarkeitsstudie infrage. Diese setzte für die Qualität des Bauxits aus Minim Martap eine durchschnittliche Prämie von 11 $, rund 9,59 €, je Tonne und Frachtkosten von 17 $, rund 14,82 €, an. A2MP hält unter den aktuellen Marktbedingungen eine Prämie von 5 $, rund 4,36 €, sowie Transportkosten von 32 bis 36 $, entsprechend 27,89 bis 31,37 €, für realistischer.

Diese Werte würden den nach Fracht verbleibenden Erlös deutlich reduzieren und das Projekt empfindlicher gegenüber weiteren Preisrückgängen machen. A2MP verlangt Angaben zum verbleibenden Finanzierungsbedarf, zu den Infrastrukturkosten und zu aktualisierten Wirtschaftlichkeitsannahmen. Canyon hat die Analyse nicht kommentiert.

A2MP gehört dem Singapurer Family Office Eagle Eye Asset Holdings. Die Einschätzung ist mit Vorsicht zu bewerten, weil sie ein in derselben Woche vorgelegtes Übernahmeangebot zu einem Preis unterhalb des jüngsten Börsenwerts von Canyon stützt. Der Verwaltungsrat von Canyon muss das Angebot noch prüfen und den Aktionären eine Empfehlung geben.

Angebot aus Guinea belastet die Preise

Zusätzlicher Druck entsteht durch Guinea, den weltweit größten Bauxitexporteur. Das Land verschiffte im ersten Halbjahr 2026 laut La Tribune 114,8 Millionen Tonnen, 15 % mehr als ein Jahr zuvor. Guineischer Bauxit kostete auf FOB-Basis etwa 38 bis 39 $ je Trockentonne, nachdem der Preis im Frühjahr auf den niedrigsten Stand seit März 2022 gefallen war.

Conakry erwägt Exportbeschränkungen, um die Preise zu stützen. Eine solche Maßnahme könnte die Wirtschaftlichkeit konkurrierender Projekte in West- und Zentralafrika beeinflussen; die Wirkung hinge jedoch von Umfang und Zeitpunkt ab. Bei Minim Martap treffen schwache Preise auf operative Verzögerungen und deutlich höhere Kosten für den Transport zu den Abnehmern.

Kameruns Bergbaustrategie steht auf dem Spiel

Die Folgen reichen über Canyon hinaus. Der Bergbau trägt trotz der nachgewiesenen Rohstoffvorkommen nur 0,2 % zum kamerunischen Bruttoinlandsprodukt und weniger als 0,1 % zu den Staatseinnahmen bei, so die Weltbank.

Mitte Juli nahm Bergbauminister Fuh Calistus Gentry Minim Martap in eine Gruppe von fünf Projekten auf, die eine neue industrielle Phase einleiten sollen. Zusammen mit der Neuordnung des Goldsektors könnten sie nach Angaben des Ministers kurzfristig jährlich mehr als 1.000 Milliarden CFA-Franc, etwa 1,525 Milliarden €, einbringen und damit mehr als die derzeitigen Öleinnahmen. Weitere Verzögerungen würden daher ein Kernelement von Yaoundés Plan schwächen, den wirtschaftlichen Beitrag des Bergbaus zu erhöhen.

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