Saudi-Arabien führt Preisindikatoren für Eisen- und Stahlschrott ein
Fastmarkets hat gemeinsam mit dem National Industrial Development Center und Marktteilnehmern Referenzpreise für Eisen- und Stahlschrott eingeführt. Der landesweite Indikator lag am 8. September 2026 bei 1.826 Saudi-Riyal je Tonne ohne Mehrwertsteuer.
Nationale und regionale Schrottindikatoren
Fastmarkets hat Richtpreise für Eisen- und Stahlschrott in Saudi-Arabien eingeführt. Damit erhält der auf rund 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzte Inlandsmarkt neue Referenzwerte. Nach Angaben von Mubasher entstanden die Indikatoren auf Basis lokaler Marktdaten in Abstimmung mit dem National Industrial Development Center und mehreren Branchenvertretern.
Das System umfasst einen allgemeinen Indikator für das gesamte Königreich sowie eigene Werte für die Ostregion, Riad und die Westregion. Die regionale Aufteilung soll Unterschiede zwischen den lokalen Märkten sichtbar machen und einen umfassenderen Überblick über Preisbewegungen und regionale Spannen liefern.
Der landesweite Indikator bezifferte den Preis für Eisen- und Stahlschrott am Dienstag, dem 8. September 2026, auf 1.826 Saudi-Riyal je Tonne. Die Mehrwertsteuer ist darin nicht enthalten. Regionale Einzelwerte oder historische Vergleichsdaten wurden im Ausgangsmaterial nicht genannt.
Unabhängige und unverbindliche Referenzwerte
Das National Industrial Development Center betonte, dass Fastmarkets die Indikatoren als unabhängige Orientierungshilfen nach eigener Methodik erstellt hat. Sie sind weder amtlich noch verbindlich und stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Die Zusammenarbeit bedeutet auch keine exklusive Anerkennung oder Bevorzugung gegenüber anderen Preisinformationsdiensten.
Die tatsächlichen Transaktionspreise hängen weiterhin von Angebot, Nachfrage, Materialspezifikationen und den Verhandlungen zwischen Käufer und Verkäufer ab. Nach Aussage des Zentrums können weitere Dienstleister, Preisagenturen und Fachunternehmen im Rahmen der geltenden Anforderungen vergleichbare Produkte entwickeln. Dadurch könnte sich das Informationsangebot für Sammler, Verarbeiter, Händler und Stahlproduzenten verbreitern.
Wachsende Stahlkapazität erhöht den Informationsbedarf
Die neuen Referenzen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Saudi-Arabiens Produktionskapazität für Eisen und Stahl laut den von Mubasher genannten Zahlen rund 16 Millionen Tonnen pro Jahr erreicht. Das geschätzte Schrottmarktvolumen von 3,5 Millionen Tonnen entspricht knapp 22 % dieser Kapazität. Da beide Angaben jedoch unterschiedliche Bereiche der Industrie messen, ist dieser Anteil nicht als direkte Verbrauchsquote zu verstehen.
Regelmäßige Preisinformationen können Marktteilnehmern helfen, Angebote zu vergleichen, Lieferverträge zu strukturieren und Investitionen in die Schrottaufbereitung zu bewerten. Regionale Indikatoren sind besonders relevant, wenn Transportkosten, das örtliche Schrottaufkommen und die Entfernung zu Aufbereitungsanlagen oder Stahlwerken Preisunterschiede innerhalb des Landes verursachen.
Das National Industrial Development Center ordnete die Initiative in seine Arbeit zur Verbesserung industrieller Rahmenbedingungen, der Markttransparenz und der Effizienz inländischer Lieferketten ein. Dies soll das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit prioritärer Industrien fördern und den Zielen der Saudi Vision 2030 entsprechen. Stahlhersteller erhalten eine klarere Orientierung für den Rohstoffeinkauf, während Verarbeiter und Lieferanten einen gemeinsamen Ausgangspunkt für Verhandlungen bekommen, ohne dass dieser die individuellen Vertragsbedingungen ersetzt.