Sapporo verlagert Bierproduktion nach 50-Prozent-Zoll von Kanada in die USA
Sapporo will die Produktion von alkoholfreiem Bier für US-Kunden bis zum ersten Halbjahr 2027 von Kanada in die USA verlagern. Nach einem Zoll von 50 % prüft der Brauer den Kauf oder Bau einer Brauerei an der US-Westküste sowie eine Auftragsproduktion.
Zoll führt zu lokaler Produktion
Sapporo Breweries verlagert einen Teil seiner Produktion von Kanada in die USA, nachdem ein Zoll von 50 % auf in Kanada gebrautes und für den US-Markt bestimmtes Bier erhoben wurde. Betroffen ist alkoholfreies Bier, das derzeit in Kanada für amerikanische Verbraucher hergestellt wird.
Der japanische Brauer will diese Produktion bis zum ersten Halbjahr 2027 in die USA transferieren, berichtete The News unter Berufung auf Bloomberg. Strategiechefin Rieko Shofu erklärte, Zölle lägen außerhalb der Kontrolle des Unternehmens, weshalb Sapporo die lokale Produktion vorantreiben werde.
Damit ersetzt der Konzern eine grenzüberschreitende Lieferroute durch Fertigung im Absatzmarkt. Sapporo kann so die Zollbelastung für das betroffene Bier beseitigen und das Risiko verringern, dass künftige Handelsmaßnahmen die Belieferung amerikanischer Händler und Einzelhändler aus Kanada stören.
Kapazitäten an der Westküste werden geprüft
Sapporo erwägt mehrere Wege, um die erforderlichen Kapazitäten in den USA aufzubauen. Der Konzern könnte eine bestehende Brauerei kaufen, ein Werk an der Westküste errichten oder einen Lohnbrauer beauftragen. Eine bevorzugte Variante, ein Standort, ein Produktionsvolumen oder ein Transaktionswert wurden noch nicht genannt.
Die Optionen unterscheiden sich bei Geschwindigkeit, Kapitalbedarf und betrieblicher Kontrolle. Eine Auftragsproduktion könnte die Verlagerung ohne Wartezeit auf einen Neubau ermöglichen. Eine Übernahme oder eine eigene neue Brauerei würde Sapporo hingegen mehr Kontrolle über die Kapazitäten geben. Ein Standort an der Westküste könnte zudem den Vertrieb in einer Region stützen, in der Sapporo weitere Produktionsinvestitionen prüft.
Die Verlagerung betrifft einen Teil der Produktion und nicht das gesamte nordamerikanische Brauereinetz von Sapporo. Offen ist, welche Folgen der Transfer der alkoholfreien Linie für die kanadischen Aktivitäten hat und ob weitere in Kanada für die USA hergestellte Produkte folgen könnten.
Expansion bleibt das übergeordnete Ziel
Sapporo bezeichnet seine Marke als das absatzstärkste asiatische Bier in den USA und sieht erhebliches Potenzial für zusätzliche Marktanteile. Shofu sprach von einem großen Markt, in dem das Unternehmen derzeit viel Schwung habe. Die lokale Produktion ist damit sowohl eine Reaktion auf die Zölle als auch eine mögliche Basis für weiteres Wachstum.
Der Brauer plant bis 2030 Investitionen von 300 Milliarden ¥ bis 400 Milliarden ¥, einschließlich Übernahmen. Rund 30 % davon sollen das Auslandsgeschäft fördern. Zugleich strebt der Konzern bis 2030 einen Betriebsgewinn von 40 Milliarden ¥ an. Auf die gesamte Investitionsspanne angewandt, entspräche der genannte Auslandsanteil etwa 90 Milliarden ¥ bis 120 Milliarden ¥.
Für Zulieferer, Lohnbrauer und Brauereieigentümer im Westen der USA eröffnet die Prüfung mögliche Aufträge oder Investitionen. Kanada verliert dagegen mindestens einen Teil seines für die USA bestimmten Produktionsvolumens. Die endgültigen Folgen hängen davon ab, welche Kapazitätslösung Sapporo wählt und ob der Transfer 2027 zum Muster für eine breitere Lokalisierung der nordamerikanischen Lieferkette wird.