Sapio nimmt Italiens erste Anlage für erneuerbaren Wasserstoff in Porto Marghera in Betrieb
Sapio hat in Porto Marghera nach eigenen Angaben Italiens erste zertifizierte Anlage für erneuerbaren Wasserstoff mit einer Höchstkapazität von 750 Tonnen pro Jahr eröffnet. Das Projekt erhielt rund 17 Millionen Euro PNRR-Förderung; Verträge über 50 Tonnen bis Ende 2026 sind bereits unterzeichnet, vor allem für den öffentlichen Nahverkehr.
Italiens erste zertifizierte Anlage für erneuerbaren Wasserstoff geht in Betrieb
Der Industriegasekonzern Sapio hat an seinem Standort Porto Marghera bei Venedig die nach eigenen Angaben erste italienische Anlage zur Erzeugung von zertifiziertem erneuerbarem Wasserstoff mit einer Verdichtung auf 500 bar eröffnet. Laut mbnews.it wurde die Anlage ein Jahr nach der Grundsteinlegung in Betrieb genommen und zählt zu den größten ihrer Art im Land. Sie hat die Zertifizierung für erneuerbaren Wasserstoff erhalten und verfügt über eine Höchstkapazität von 750 Tonnen pro Jahr.
Das Unternehmen erklärte, es habe bereits Lieferverträge über 50 Tonnen Wasserstoff bis Ende 2026 unterzeichnet, die vor allem der Dekarbonisierung des Automobilsektors und insbesondere des öffentlichen Nahverkehrs dienen. Das Projekt wurde innerhalb der vom italienischen Wiederaufbauplan PNRR gesetzten Fristen abgeschlossen.
PNRR-Förderung und das Hydrogen-Valley-Programm
Die Anlage entstand im Rahmen der PNRR-Ausschreibung für Wasserstofftäler in stillgelegten Industriegebieten und erhielt eine Gesamtfinanzierung von rund 17 Millionen Euro. Diese Summe deckte Sapios Elektrolyse- und 500-bar-Verdichtungseinheit sowie eine Photovoltaikanlage ab, die von ECO+ECO errichtet wurde, einem Unternehmen der Gruppe Veritas, des venetischen Multiversorgers, der den Standort mit erneuerbarem Strom beliefert.
Alberto Dossi, Präsident der Sapio-Gruppe, bezeichnete die Eröffnung als Beginn einer neuen Phase. In den vergangenen Jahren habe die Priorität auf Investitionen und dem Bau von Anlagen gelegen, während es nun darum gehe, den Markt zu entwickeln und Nachfrage nach erneuerbarem Wasserstoff zu schaffen. Die Frage sei nicht mehr, ob erneuerbarer Wasserstoff im industriellen Maßstab erzeugt werden könne, sondern wie die Voraussetzungen für seine wachsende Verwendung geschaffen würden. Für die Unterstützung der Branche sei Kontinuität in der Industriepolitik entscheidend, fügte Dossi hinzu.
Generaldirektor Mario Paterlini erklärte, Porto Marghera biete die Voraussetzungen, um Venedig zu einem europäischen Bezugspunkt der Energiewende zu machen, und Industrie, Tourismus und Lebensqualität könnten Teil eines einzigen Entwicklungsmodells sein statt konkurrierender Ziele.
Öffentlicher Nahverkehr als Ankernachfrage
Umwelt- und Energiesicherheitsminister Gilberto Pichetto Fratin erklärte in einer Videobotschaft, die Anlage zeige die Fähigkeit und Weitsicht der italienischen Industrie, und Wasserstoff könne in Verbindung mit erneuerbaren Energien entscheidend sein. Venedigs Bürgermeister Simone Venturini sagte, die Stadt habe mit dem Kauf einer Flotte von Dienstwagen und 90 wasserstoffbetriebenen Bussen eine bewusste Entscheidung getroffen und sich an die Spitze der Mobilität gesetzt. Anwesend waren zudem Fabrizio Penna, Leiter der PNRR-Missionseinheit im Umweltministerium (MASE), Roberto Mantovanelli von der Hafenbehörde der nördlichen Adria, Laura Besio von der Region Venetien und Stefania Crotta vom MASE, die die öffentliche Förderung und die Anreize zur Stimulierung der Wasserstoffnachfrage darlegte.
Über Sapio
Das 1922 in Monza gegründete Unternehmen Sapio ist ein italienischer Multinational, der zu 51% von den Familien Dossi und Colombo und zu 49% von Air Products and Chemicals aus den USA kontrolliert wird. Die Gruppe ist in den Bereichen Industrie- und Medizingase sowie häusliche Pflege in Italien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Slowenien, der Türkei, Spanien, Portugal und den USA tätig und beschäftigt mehr als 3.500 Mitarbeiter. Sie ist aktives Mitglied des nationalen Wasserstoffverbands H2IT, von Hydrogen Europe und der Clean Hydrogen Alliance.