Russlands Sonnenblumenölproduktion steigt um 5,9 % auf 4,4 Millionen Tonnen
Russland erzeugte von Januar bis Juli 2026 insgesamt 4,4 Millionen Tonnen unraffiniertes Sonnenblumenöl, 5,9 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Juli sank die Produktion jedoch sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber Juni.
Siebenmonatsproduktion erreicht 4,4 Millionen Tonnen
Russlands Öl- und Fettindustrie hat von Januar bis Juli 2026 insgesamt 4,4 Millionen Tonnen unraffiniertes Sonnenblumenöl hergestellt. Das waren 5,9 % mehr als im entsprechenden Zeitraum 2025, wie aus von ZOL.ru veröffentlichten Daten des russischen Statistikamtes Rosstat hervorgeht. Das Ergebnis deutet auf eine Erholung der kumulierten Verarbeitung hin, nachdem die Jahresproduktion 2025 zurückgegangen war.
Im Gesamtjahr 2025 produzierte Russland 7,2 Millionen Tonnen Sonnenblumenöl, 12,4 % weniger als 2024. Die Menge der ersten sieben Monate 2026 entspricht damit bereits mehr als drei Fünfteln des Vorjahresvolumens. Wegen der unterschiedlichen Berichtszeiträume ist ein direkter Vergleich nur eingeschränkt möglich. Der Zuwachs gegenüber Januar bis Juli 2025 zeigt jedoch, dass die Verarbeiter 2026 bislang höhere Mengen erzeugten.
Die zusätzliche Produktion vergrößert das Angebot für die russische Lebensmittelindustrie und potenziell auch für den Export. Die Statistik enthält allerdings keine Angaben zu Inlandsverbrauch, Lagerbeständen, Ausfuhren, Kapazitätsauslastung oder Verfügbarkeit von Sonnenblumenkernen. Deshalb bleibt offen, wohin die Mehrmenge geflossen ist. Entscheidend für die Marktteilnehmer wird sein, ob sich der Produktionsvorsprung im weiteren Saisonverlauf halten lässt.
Produktion verliert im Juli an Schwung
Dem kumulierten Wachstum steht ein deutlicher Rückgang im Juli gegenüber. In diesem Monat stellten russische Unternehmen 0,5 Millionen Tonnen unraffiniertes Sonnenblumenöl her. Das waren 12,1 % weniger als im Juli 2025 und 21,6 % weniger als im Juni 2026, teilte Rosstat mit.
Die Julizahlen zeigen, dass der Zuwachs der ersten sieben Monate durch eine stärkere Produktion zu Beginn des Zeitraums und nicht durch eine Beschleunigung an dessen Ende entstand. Der gleichzeitige Rückgang im Jahres- und Monatsvergleich schafft Unsicherheit über die kurzfristige Angebotsentwicklung. Ein einzelner Monat begründet noch keinen dauerhaften Trend, zumal in der Agrarverarbeitung Rohstoffanlieferungen und Betriebspläne der Werke die Produktion beeinflussen können. Dennoch ist die Entwicklung für Ölmühlen, Händler und industrielle Abnehmer relevant.
Bleibt die monatliche Produktion unter dem Vorjahresniveau, könnte der kumulierte Vorsprung von 5,9 % schrumpfen. Erweist sich der Juli dagegen als vorübergehende Schwäche, bleibt Spielraum, den Produktionsrückgang von 12,4 % aus dem Jahr 2025 teilweise aufzuholen. Rosstat nannte keine Ursachen für den Einbruch. Aus den Daten lassen sich daher keine Aussagen über Saatpreise, Verarbeitungsmargen oder die Auslastung der Anlagen ableiten.
Margarine entwickelt sich anders
Bei Margarine, einem weiteren Produkt der Öl- und Fettindustrie, verliefen die kumulierte und die monatliche Entwicklung entgegengesetzt. Von Januar bis Juli sank die Produktion im Jahresvergleich um 1,8 % auf 260.000 Tonnen. Allein im Juli wurden jedoch 34.800 Tonnen hergestellt, 11 % mehr als im Juli 2025 und 4,1 % mehr als im Juni 2026.
Im Gesamtjahr 2025 hatte Russland die Margarineproduktion um 2,4 % auf 467.000 Tonnen erhöht. Die aktuellen Daten zeigen somit, dass Margarine beim kumulierten Ergebnis nicht mit dem Wachstum des unraffinierten Sonnenblumenöls Schritt hielt, im Juli aber stärker abschnitt. Diese Abweichung ist für Verarbeiter bedeutsam, die sowohl den Markt für pflanzliche Öle als auch nachgelagerte Lebensmittelhersteller beliefern.
Für Produzenten und Händler von Sonnenblumenöl bleibt die Kombination aus höherer Produktion seit Jahresbeginn und einem schwachen Juli das wichtigste Signal. Die 4,4 Millionen Tonnen schaffen eine größere Angebotsbasis als vor einem Jahr. Die Julizahlen sprechen jedoch dagegen, den bisherigen Zuwachs ohne Weiteres auf das gesamte Jahr 2026 fortzuschreiben.
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