Russlands Saflorsaat-Exporte sinken wegen EU-Zöllen und größerer Ernte in Kasachstan
Russland exportierte 2025 trotz höherer Weltmarktpreise 25,2 % weniger Saflorsaat, wie Sfera.fm unter Berufung auf das AB-Centre berichtete. EU-Zölle ließen die Lieferungen nach Europa einbrechen, während Kasachstans größere Ernte einen weiteren Absatzmarkt verkleinerte.
Höhere Preise stoppen den Rückgang russischer Lieferungen nicht
Russlands Exporte von Saflorsaat gingen 2025 um 25,2 % zurück. Höhere Weltmarktpreise begrenzten zwar den Rückgang der Exporterlöse, verhinderten aber keinen deutlichen Verlust an physischem Absatz. Nach einer von Sfera.fm zitierten Untersuchung des Analysezentrums AB-Centre setzte sich die negative Entwicklung in den ersten Monaten 2026 fort.
Für den Rückgang sind Handelsbarrieren, ein verändertes regionales Angebot und der Wechselkurs verantwortlich. Höhere Stückpreise federten die finanziellen Folgen für Exporteure teilweise ab, konnten den Verlust an Verkaufsvolumen jedoch nicht ausgleichen. Importeure in Europa, Kasachstan und der Türkei kauften aus unterschiedlichen Gründen weniger russische Saflorsaat.
EU-Zölle verschließen einen zuvor wichtigen Markt
AB-Centre nennt den Verlust des europäischen Marktes als einen wesentlichen Faktor. Die EU-Staaten erhöhten ab Juli 2024 ihre Einfuhrzölle auf russische Produkte. Russlands Saflorlieferungen in die wichtigsten EU-Länder fielen daraufhin von geschätzten 14.300 Tonnen im Jahr 2024 auf 2.310 Tonnen 2025 und damit um mehr als das Sechsfache.
Betroffen waren Belgien, Deutschland, die Niederlande, Polen, Tschechien, Griechenland, Bulgarien, Italien und Frankreich. Das Ausmaß wird im Vergleich mit 2021 deutlich, als die russischen Lieferungen in die EU mehr als 24.000 Tonnen erreichten. Die Zölle verringerten die wirtschaftliche Attraktivität russischer Ware für europäische Importeure. Russische Anbieter konnten diese etablierten Abnehmer bislang nicht ersetzen.
China bietet Potenzial, doch Kasachstan dominiert
Andere Märkte haben die verlorenen EU-Mengen noch nicht ausgeglichen. AB-Centre sieht China, den weltweit größten Saflorimporteur, als aussichtsreichstes Ziel. China kaufte 2025 insgesamt 56.200 Tonnen, doch russische Anbieter waren an diesem Warenstrom nicht beteiligt. Kasachstan bleibt Chinas wichtigster Lieferant.
Kasachstan entwickelt sich zugleich zu einem stärkeren Wettbewerber in der Region. Nach Angaben der kasachischen Statistikbehörde stieg die dortige Saflorernte 2025 um 17,3 % auf 268.200 Tonnen. Mit dem größeren inländischen Angebot sanken Kasachstans Einfuhren aus Russland von 4.960 Tonnen 2024 auf 1.070 Tonnen 2025. Von Januar bis April 2026 beliefen sie sich nur noch auf 160 Tonnen.
Kasachstan kauft damit nicht nur weniger russische Ware, sondern stärkt zugleich seine Position als Lieferant Chinas. Genau diesen Markt müsste Russland erschließen, um Absatzverluste in anderen Regionen auszugleichen.
Türkei senkt Käufe bei steigenden russischen Preisen
Auch in der Türkei entwickelten sich Preise und Mengen gegenläufig. Die Importe russischer Saflorsaat gingen 2025 um 14,2 % zurück. Von Januar bis Mai 2026 lagen sie weitere 53,3 % unter dem Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg der Preis russischer Lieferungen in die Türkei 2025 um 28,8 % und in den ersten fünf Monaten 2026 nochmals um 26,1 %.
Laut Sfera.fm wurde der Rückgang der türkischen Käufe weder durch eine höhere heimische Produktion noch durch zusätzliche Importe aus anderen Ländern ausgeglichen. Offen bleibt daher, ob Abnehmer ihren Verbrauch oder ihre Lagerbestände anpassen. AB-Centre nennt außerdem den stärkeren Rubel als Belastung für die russische Wettbewerbsfähigkeit. EU-Zölle, Kasachstans wachsende Ernte, höhere Preise und die Währung begrenzen gemeinsam Russlands Exportmöglichkeiten.