Russlands Pflanzenölproduktion steigt dank Rapsöl um 6,1 %
Russland steigerte die Produktion der wichtigsten Pflanzenöle in der Agrarsaison 2025/2026 um 6,1 %. Rapsöl führte das Wachstum mit einem Plus von 26,9 % an, während Sonnenblumenöl bei 7,3 Millionen Tonnen stagnierte.
Rapsöl trägt den größten Teil des Wachstums
Russlands Produktion der wichtigsten Pflanzenöle ist in der Agrarsaison 2025/2026 um 6,1 % gestiegen, berichtete Kommersant. Den größten Beitrag leistete Rapsöl mit einem Produktionszuwachs von 26,9 %. Das Wachstum konzentrierte sich damit auf Segmente außerhalb des Sonnenblumenöls, das traditionell den größten Bereich der russischen Pflanzenölindustrie bildet.
Die Zunahme erhöht den Bedarf an Ölsaatenverarbeitung und verschafft den Verarbeitern zusätzliche Mengen für den Inlands- und Auslandsmarkt. Eine absolute Produktionsmenge für Rapsöl nannte die Quelle nicht. Die ausgewiesene Wachstumsrate lag jedoch deutlich über derjenigen der anderen wichtigen Öle. Rapsöl war damit die wichtigste Quelle des zusätzlichen Angebots, dessen Vermarktung zunehmend von leistungsfähigen Transportwegen abhängt.
Sonnenblumenöl bleibt bei 7,3 Millionen Tonnen
Die Produktion von Sonnenblumenöl blieb laut den von Kommersant zitierten Daten von OleoScope gegenüber der Vorsaison unverändert bei 7,3 Millionen Tonnen. Der gesamte Branchenzuwachs von 6,1 % ging somit nicht auf das wichtigste Produkt zurück. Für die Sonnenblumensaatverarbeiter bedeutet die stagnierende Produktion zugleich, dass andere Ölsaaten die Ausweitung der gesamten Verarbeitung getragen haben.
Die Sojaölproduktion stieg um 7,5 % auf 1,1 Millionen Tonnen. Das prozentuale Wachstum fiel moderater aus als bei Rapsöl, doch die ausgewiesene Menge lag erheblich über der Produktion von Leinöl. Gemeinsam verbreiterten Soja- und Rapsöl das Wachstum über den dominierenden Sonnenblumenölmarkt hinaus.
Leinöl wächst von niedriger Basis
Unter den Ölen mit veröffentlichten absoluten Mengen verzeichnete Leinöl den stärksten relativen Anstieg. OleoScope schätzte, dass die Produktion in der Saison 2025/2026 von 16.000 auf 72.000 Tonnen zunahm. Trotz dieser Vervielfachung bezeichnete Kommersant das Volumen im Vergleich zu den wichtigsten Pflanzenölen als unbedeutend. Sein Beitrag zum gesamten Branchenwachstum blieb daher gegenüber den größeren Kategorien begrenzt.
Der Export ist für die Wirtschaftlichkeit der russischen Pflanzenölverarbeitung entscheidend. Je nach Produkt werden laut Kommersant 56,2 % bis 88,9 % der Mengen ins Ausland geliefert. Zusätzliche Produktion setzt deshalb ausreichende Exportwege und ausländische Abnehmer voraus. Bestehende logistische Beschränkungen könnten die Ölsaatenverarbeitung in der neuen Saison verringern, berichtete die Zeitung. Die Landwirte dürften sich dadurch jedoch kaum zu einer Reduzierung der Anbauflächen bewegen lassen. Bleibt die Aussaat stabil, während die Verarbeitung sinkt, müssen Verarbeiter und Händler Rohstoffeinkauf, Lagerung und Exportlieferungen genauer abstimmen. Der Produktionsanstieg erweitert somit das potenziell exportierbare Angebot. Seine wirtschaftliche Wirkung hängt aber davon ab, ob die Logistik die zusätzlichen Mengen aufnehmen kann, ohne die Auslastung der Ölmühlen zu begrenzen.