Russlands Produktion roher Pflanzenöle steigt im ersten Halbjahr um 11,87 %
Russland erzeugte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 5,43 Millionen Tonnen der vier wichtigsten rohen Pflanzenöle, 11,87 % mehr als im Vorjahr. Das zeigen revidierte Rosstat-Daten, über die Oleoscope berichtete. Raps- und Sojaöl wuchsen schneller als Sonnenblumenöl, während Leinöl von einer kleinen Basis aus den höchsten prozentualen Zuwachs verzeichnete.
Vier zentrale Ölsorten erreichen 5,43 Millionen Tonnen
Die russische Produktion der vier wichtigsten rohen Pflanzenöle stieg im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um 11,87 % auf 5.433.230,75 Tonnen. Die Summe umfasst Sonnenblumen-, Soja-, Raps- und Leinöl. Grundlage sind revidierte Rosstat-Daten vom 2. September 2026, über die Oleoscope berichtete.
Die Zahlen sprechen für ein breites Wachstum der russischen Ölsaatenverarbeitung und nicht nur für eine Expansion des dominierenden Produkts. Alle vier Ölkategorien übertrafen ihr Produktionsniveau aus dem ersten Halbjahr 2025, allerdings mit deutlich unterschiedlichen Wachstumsraten. Das zusätzliche Angebot verbessert die Verfügbarkeit für heimische Verarbeiter und könnte die für Auslandsmärkte verfügbaren Mengen erhöhen, abhängig von der Inlandsnachfrage und den wirtschaftlichen Bedingungen.
Sonnenblumenöl bleibt führend
Rohes Sonnenblumenöl blieb das mit Abstand größte Segment. Die Produktion nahm im ersten Halbjahr 2026 um 8,59 % auf 3,92 Millionen Tonnen zu. Dies war das geringste Wachstum unter den vier Ölsorten, dennoch stellte Sonnenblumenöl weiterhin den klar überwiegenden Teil der Gesamtmenge.
Die Sojaölproduktion stieg um 13,53 % auf 595.700 Tonnen. Rapsöl legte um fast 23 % auf 874.200 Tonnen zu. Damit expandierte die Verarbeitung von Sojabohnen und Rapssaat im Berichtszeitraum schneller als die Sonnenblumenölproduktion.
Die veränderte Zusammensetzung ist für Ölmühlen, Raffinerien und Händler relevant. Sonnenblumenöl liefert weiterhin das größte Marktvolumen, während das stärkere Wachstum von Raps- und Sojaöl das Angebot für Käufer mit unterschiedlichen technischen und kommerziellen Anforderungen erweitert. Eine breitere Produktionsbasis kann Exporteuren außerdem mehr Flexibilität auf verschiedenen Absatzmärkten geben. Die Quelle nannte jedoch weder Ausfuhrmengen noch Zielländer.
Leinöl wächst stark von niedriger Basis
Leinöl wies den höchsten prozentualen Zuwachs auf. Die Produktion sprang um 471,88 % auf 39.500 Tonnen, blieb damit trotz der außergewöhnlichen Dynamik aber die kleinste der vier Kategorien. Oleoscope führte den Anstieg auf Fortschritte bei der Kaltpresstechnik, eine stabilere Rohstoffqualität, wachsende Exportmengen und neue staatliche Fördermaßnahmen für die tiefere Verarbeitung von Ölsaaten zurück.
Der Größenunterschied bleibt erheblich: Die Leinölproduktion entsprach nur einem Bruchteil der Mengen von Sonnenblumen-, Raps- oder Sojaöl. Der Anstieg deutet dennoch darauf hin, dass sich das Produkt über seine traditionelle Positionierung in Apotheken und im Reformkosthandel hinaus zu einem größeren Industrie- und Exportmarkt entwickelt.
Die Produktionsausweitung fällt in ein festeres internationales Preisumfeld. Oleoscope hatte zuvor berichtet, dass die Pflanzenölpreise am Weltmarkt gegenüber der Vorsaison um 11,6 % gestiegen seien. Höhere Preise können die Erlöse von Verarbeitern und Exporteuren stützen. Die Margen hängen jedoch ebenso von den Kosten für Ölsaaten und Verarbeitung sowie von den erzielbaren Preisen in den einzelnen Märkten ab.
Für die russische Industrie bedeuten die Halbjahreszahlen mehr Rohöl für Raffination, Lebensmittelherstellung und Auslandsverkäufe. Sonnenblumenöl wird die Gesamtgröße des Sektors weiterhin bestimmen, während Raps-, Soja- und Leinöl einen wachsenden Teil der zusätzlichen Produktion liefern. Die revidierten Rosstat-Daten zeigen nicht, wie sich die Mehrmenge auf Inlandsverbrauch, Lagerbestände und Exporte verteilt. Handelsdaten und die Produktion im zweiten Halbjahr werden daher zeigen müssen, ob daraus dauerhaft mehr Exportkapazität entsteht.