Russlands Kohleexporte steigen dank höherer Nachfrage aus Indien und Vietnam um 7 %
Russland exportierte von Januar bis Juli 2026 insgesamt 125,7 Millionen Tonnen Kohle, 7 % mehr als im Vorjahr. Höhere Käufe Indiens und Vietnams stützten die Juli-Lieferungen, während China, die Türkei und mehrere nordostasiatische Märkte weniger abnahmen.
Ausfuhren erreichen in sieben Monaten 125,7 Millionen Tonnen
Russland exportierte in den ersten sieben Monaten 2026 insgesamt 125,7 Millionen Tonnen Kohle. Das geht aus Daten des Zentrums für Preisindizes hervor, die von Vedomosti zitiert wurden. Das Volumen lag 7 % über dem Vergleichswert von 2025, obwohl sich das Kaufverhalten der wichtigsten Auslandskunden deutlich verschob.
Im Juli überstiegen die Exporte 19,7 Millionen Tonnen und lagen damit 8 % über dem Vorjahreswert. Eine stärkere Nachfrage aus Indien und Vietnam trug zum Monatszuwachs bei und glich geringere Käufe Chinas, der Türkei und mehrerer nordostasiatischer Märkte teilweise aus.
Der Exportanstieg fiel mit einer sinkenden russischen Kohleförderung zusammen. Von Januar bis Juni 2026 wurden 212 Millionen Tonnen produziert, 2 % weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Auslandslieferungen nahmen somit zu, obwohl im ersten Halbjahr weniger Kohle gefördert wurde.
Indien und Vietnam liefern das Juli-Wachstum
Indien importierte im Juli 3,3 Millionen Tonnen russische Kohle, 44 % mehr als ein Jahr zuvor. Vietnam kaufte 1,7 Millionen Tonnen und damit das 3,3-Fache der Vorjahresmenge. Zusammen nahmen beide Märkte im Monatsverlauf 5 Millionen Tonnen ab und stellten in den veröffentlichten Daten die klarste Quelle zusätzlicher Nachfrage dar.
Die Zuwächse unterstreichen die wachsende Bedeutung von Käufern außerhalb des größten etablierten Absatzmarktes Russlands. Für russische Produzenten und Händler können höhere Lieferungen nach Indien und Vietnam die Exportauslastung stützen, wenn die chinesische Nachfrage sinkt. Die Daten enthalten jedoch keine Aufschlüsselung nach Kohlesorte, Preis, Hafen, Bahnroute oder Vertragsbedingungen. Die Folgen für die Margen der Lieferanten und die genaue Verteilung der Ladungen lassen sich daher nicht bestimmen.
Indiens Juli-Volumen blieb unter dem chinesischen, doch der Anstieg um 44 % war angesichts der Rückgänge in anderen Regionalmärkten beachtlich. Vietnams Zuwachs auf das 3,3-Fache fiel prozentual noch stärker aus, basierte aber auf einem niedrigeren Ausgangsniveau. Eine anhaltende Nachfrage beider Länder würde den Exporteuren zusätzliche Absatzmöglichkeiten eröffnen. Die verfügbaren Zahlen bilden allerdings nur einen Monat ihres jüngsten Kaufverhaltens ab.
China bleibt trotz deutlichen Rückgangs größter Käufer
China kaufte im Juli 6,8 Millionen Tonnen russische Kohle, 13 % weniger als im Vorjahr. Von Januar bis Juli beliefen sich die Käufe auf 43,7 Millionen Tonnen und lagen 21 % unter den ersten sieben Monaten 2025. Dennoch blieb China der größte Abnehmer und stand für mehr als ein Drittel der gemeldeten russischen Kohleexporte.
Auch andere Ziele reduzierten ihre Juli-Käufe. Die Lieferungen in die Türkei sanken um 7 % auf 1,5 Millionen Tonnen. Südkorea, Japan und Taiwan importierten zusammen 3,1 Millionen Tonnen, 20 % weniger als im Vorjahr.
Die Zahlen zeigen eine Verlagerung der Nachfrage, keinen Gesamtrückgang der russischen Ausfuhren. Das Wachstum in Indien und Vietnam reichte aus, um die Juli-Exporte trotz geringerer Mengen in mehreren etablierten Märkten um 8 % zu erhöhen. Für Produzenten, Logistikunternehmen und Rohstoffhändler gewinnt damit eine breitere Käuferbasis an Bedeutung. China bestimmt weiterhin einen großen Teil des Handelsvolumens, doch der Rückgang über sieben Monate macht das Exportwachstum zunehmend von anderen Märkten abhängig.