Russlands Kohleexporte nach Osten erreichen Augustrekord von 10,6 Millionen Tonnen
Die russische Eisenbahn beförderte im August 2026 rekordhohe 10,6 Millionen Tonnen Exportkohle in Richtung Osten, 6,1 % mehr als im Vorjahr. Die Nachfrage asiatischer Märkte, vor allem aus China, stärkt die Bedeutung der Baikal-Amur-Magistrale und der Transsibirischen Eisenbahn.
Ausfuhren setzen neuen Augustrekord
Russlands Kohleexporte in Richtung Osten erreichten im August 2026 auf dem Netz der russischen Eisenbahn 10,6 Millionen Tonnen. Das berichtete Realnoe Vremya unter Berufung auf den Pressedienst des Bahnunternehmens. Es war ein absoluter Rekord für einen August und ein Zuwachs von 6,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat.
Getragen wurde das Wachstum von einer stabilen Nachfrage auf asiatischen Märkten, insbesondere in China. Das Ergebnis unterstreicht die Bedeutung der östlichen Bahnkorridore für russische Produzenten mit Kunden in Asien. Für Exporteure zeigt der Monatsrekord zudem, dass die Kapazitäten der Baikal-Amur-Magistrale und der Transsibirischen Eisenbahn entscheidend für weitere Verlagerungen nach Osten bleiben.
Gesamter Kohleverkehr auf Ostkorridoren erreicht 13,3 Millionen Tonnen
Einschließlich der russischen Inlandslieferungen wurden im August insgesamt 13,3 Millionen Tonnen Kohle über die Baikal-Amur-Magistrale und die Transsibirische Eisenbahn nach Osten versandt. Das waren 4,7 % mehr als im August 2025. Die Exporte stellten damit den größten Teil des Kohleverkehrs auf beiden Strecken, der Rest entfiel auf Inlandslieferungen.
Die Zahlen zeigen, dass die Exportnachfrage schneller wuchs als der gesamte ostwärts gerichtete Kohleverkehr. Die Ausfuhren stiegen um 6,1 %, die inländischen und ausländischen Transporte zusammen dagegen um 4,7 %. Für die Verteilung der Bahnkapazitäten ist das relevant: Eine stärkere Auslandsnachfrage verschärft den Wettbewerb um die Oststrecken zwischen Kohleunternehmen, anderen Verladern und inländischen Kunden.
Exportverladung wächst schneller als der Gesamtmarkt
Im gesamten Netz der russischen Eisenbahn nahm die Kohleverladung im August um 5,2 % auf 26,8 Millionen Tonnen zu. Die Exportverladung wuchs mit 7,9 % schneller und erreichte 15,9 Millionen Tonnen. Auf Grundlage der von Realnoe Vremya genannten Zahlen entfielen mit 10,6 Millionen Tonnen rund zwei Drittel der gesamten Exportverladung auf die östliche Richtung.
Die kumulierten Daten zeigen dasselbe exportgetriebene Muster. In den ersten acht Monaten 2026 verlud die russische Eisenbahn 220 Millionen Tonnen Kohle, 2,9 % mehr als im Vorjahr. Davon waren 126,5 Millionen Tonnen für den Export bestimmt, ein Plus von 7,2 %. Der Abstand zwischen Gesamt- und Exportwachstum weist darauf hin, dass die Auslandsnachfrage der stärkere Wachstumstreiber der Kohlelogistik war.
China-Verkehr erhöht den Druck auf die Infrastruktur
Der Kohle-Rekord ist Teil eines breiteren Anstiegs des Güterverkehrs zwischen Russland und China. Nach Angaben von Realnoe Vremya nahm das Seefrachtvolumen zwischen beiden Ländern im ersten Halbjahr 2026 um 19,2 % auf 109,5 Millionen Tonnen zu. Der Straßengüterverkehr stieg in den ersten fünf Monaten um 35 %, der Schienenverkehr von Januar bis Juli um 6 % auf 114 Millionen Tonnen.
Für Kohleproduzenten und Händler hängt weiteres Wachstum nicht nur von der asiatischen Nachfrage ab, sondern auch von verfügbaren Bahn- und Hafenkapazitäten im Osten Russlands. Das Augustergebnis belegt, dass höhere Exportmengen über das Ostnetz möglich sind. Zugleich steigt der wirtschaftliche Wert verlässlicher Trassen, des Terminalzugangs und einer abgestimmten Arbeit von Bergwerken, Bahn und Häfen, während der bilaterale Güterverkehr wächst.