Russlands Gasförderung steigt um 3 Prozent bei höheren Pipeline- und LNG-Exporten
Russland förderte von Januar bis Juli 2026 insgesamt 397 Milliarden Kubikmeter Gas, 3 Prozent mehr als im Vorjahr, wie von Wedomosti zitierte Rosstat-Daten zeigen. Erdgas- und LNG-Produktion stiegen, während die Förderung von Erdölbegleitgas zurückging.
Förderung erreicht in sieben Monaten 397 Milliarden Kubikmeter
Russlands Gasförderung stieg in den ersten sieben Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 397 Milliarden Kubikmeter. Das berichtete Lenta.ru unter Berufung auf Rosstat-Daten, die von Wedomosti veröffentlicht wurden. Höhere Erdgasvolumen trieben den Gesamtanstieg, während sich die Förderung von Erdölbegleitgas in die entgegengesetzte Richtung entwickelte.
Von Januar bis Juli nahm die Erdgasförderung um 4 Prozent auf 338 Milliarden Kubikmeter zu. Die Produktion von Erdölbegleitgas sank um 1 Prozent auf 59 Milliarden Kubikmeter. Erdgas lieferte damit den größten Beitrag zum Zuwachs und stand für rund 85 Prozent des gemeldeten Gesamtvolumens.
Bis einschließlich Juni lag die Förderung über dem Niveau von 2025, im Juli verlangsamte sich das Wachstum jedoch. Die Erdgasproduktion übertraf den Vorjahreswert im Monatsvergleich nur um 0,4 Prozent, während die Förderung von Erdölbegleitgas um 2 Prozent zurückging. Die Juli-Daten deuten darauf hin, dass der starke Vergleich seit Jahresbeginn teilweise auf der schwächeren Produktion Anfang 2025 beruht.
LNG-Produktion wächst zweistellig
Russland steigerte auch die Produktion von Flüssigerdgas. Im Juli erhöhte sich die LNG-Erzeugung gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf 2,3 Millionen Tonnen. Von Januar bis Juli wurden 20,6 Millionen Tonnen produziert, 12 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum 2025.
Der Anstieg wurde mit den Wetterbedingungen und höheren Exporten erklärt. Sergei Kaufman, Analyst bei Finam, sagte, die Förderung sei im ersten Quartal 2025 wegen einer warmen Heizperiode niedriger gewesen. Das Wetter unterstützte 2026 eine höhere Nachfrage. Zugleich wuchsen die Exporte durch Pipeline-Lieferungen über TurkStream in europäische Länder und durch zusätzliche LNG-Verschiffungen. Auch Lieferungen in zentralasiatische Länder wurden in dem Bericht genannt.
Die russische Gasförderung war 2025 nach dem Ende des Transits durch die Ukraine und einem Rückgang der heimischen LNG-Produktion gesunken. Die neuen Zahlen zeigen, dass eine höhere LNG-Erzeugung und alternative Exportrouten den schwächeren Vergleich teilweise ausgeglichen haben. Die Verlangsamung im Juli bedeutet jedoch, dass die Wachstumsrate der ersten sieben Monate nicht automatisch für das Gesamtjahr angesetzt werden kann.
Ausblick für die weltweite Nachfrage bleibt schwach
Der Produktionsanstieg fällt in eine Phase, in der die International Gas Union für 2026 einen Rückgang der globalen Gasnachfrage um 7 Milliarden Kubikmeter gegenüber 2025 erwartet. Den stärksten Rückgang prognostiziert sie für den Nahen Osten: Dort könnte der Verbrauch um 2,7 Prozent oder 17 Milliarden Kubikmeter sinken. Für Europa wird ein Minus von 4 Milliarden Kubikmetern beziehungsweise 0,8 Prozent erwartet, für Asien ein Rückgang um 2 Milliarden Kubikmeter beziehungsweise 0,2 Prozent.
Für russische Produzenten und Exporteure erweitert die höhere Förderung das potenzielle Angebot für den Binnenmarkt, Pipeline-Kunden und LNG-Abnehmer. Die tatsächlich für den Export verfügbare Menge hängt weiterhin von der saisonalen Inlandsnachfrage, dem Betrieb der LNG-Anlagen und dem Zugang zu Transportwegen ab. Bei sinkender Nachfrage in mehreren großen Regionen dürfte zusätzliches Angebot zudem auf einen intensiveren Wettbewerb um Käufer treffen.