Russlands Alkoholproduktion sinkt wegen Rückgängen bei Wein, Wodka und Cognac um 1,8 %
Russland produzierte von Januar bis September 2026 insgesamt 805,9 Millionen Dekaliter Alkoholgetränke, 1,8 % weniger als im Vorjahr. Likörwein verzeichnete den stärksten Rückgang, während Liköre und Apfelwein zulegten.
Gesamte Alkoholproduktion geht zurück
Russland produzierte von Januar bis September 2026 insgesamt 805,9 Millionen Dekaliter alkoholische Erzeugnisse. Das waren 1,8 % weniger als im gleichen Zeitraum 2025, wie Finance Mail.ru unter Berufung auf Daten der Aufsichtsbehörde Rosalkogoltabakkontrol berichtete. Die Gesamtmenge schließt fermentierte Produkte wie Bier, Biermischgetränke, Apfelwein, Birnenwein und Met ein.
Ohne diese fermentierten Kategorien fiel der Rückgang deutlich stärker aus. Russische Betriebe stellten 111,8 Millionen Dekaliter alkoholische Produkte ohne Bier, Biermischgetränke, Apfelwein, Birnenwein und Met her, 7,4 % weniger als im Vorjahr. Die Produktion von Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 9 % sank um 6,1 % auf 73,7 Millionen Dekaliter.
Der vergleichsweise geringe Rückgang der Gesamtproduktion wurde damit durch das wesentlich größere Biersegment gestützt. Die Herstellung fermentierter Getränke sank lediglich um 0,8 % auf 694 Millionen Dekaliter, während die übrigen Alkoholkategorien zusammen um 7,4 % nachgaben.
Wein und Spirituosen verzeichnen breite Rückgänge
Nach Angaben von Finmarket produzierten russische Weingüter in den ersten neun Monaten 24,6 Millionen Dekaliter Traubenwein, 8 % weniger als ein Jahr zuvor. Die Schaumweinproduktion sank um 5,6 % auf 11,5 Millionen Dekaliter. Den stärksten Rückgang unter den ausgewiesenen Weinkategorien verzeichnete Likörwein mit einem Minus von 42,6 % auf 563.700 Dekaliter. Die Produktion von Fruchtwein fiel um 30,8 % auf 804.300 Dekaliter.
Die Wodkaproduktion erreichte 48,9 Millionen Dekaliter und lag damit 6,7 % unter dem Vorjahreswert. Finance Mail.ru wies darauf hin, dass sich der Rückgang gegenüber dem Minus von 12,1 % nach den ersten acht Monaten verlangsamte. Der September verringerte somit den kumulierten Rückstand, die Neunmonatsproduktion blieb jedoch unter dem Niveau von 2025.
Die Cognacproduktion sank um 13,5 % auf 4,9 Millionen Dekaliter. Liköre und andere destillierte Getränke entwickelten sich dagegen positiv: Ihre Produktion stieg um 4,9 % auf 14,1 Millionen Dekaliter. Auch alkoholschwache Getränke verzeichneten einen starken Einbruch. Die Menge sank von 1,1 Millionen auf 510.400 Dekaliter und damit nahezu um die Hälfte.
Biersegment bleibt vergleichsweise stabil
Die Bierproduktion ging um 0,6 % auf 593,1 Millionen Dekaliter zurück, die Herstellung von Biermischgetränken um 3,3 % auf 88,4 Millionen Dekaliter. Wegen der Größe dieser Kategorien prägten ihre relativ begrenzten Rückgänge das Gesamtergebnis der Branche. Bier stellte den Großteil der insgesamt 694 Millionen Dekaliter fermentierter Getränke.
Apfelwein, Birnenwein und Met bildeten den wichtigsten Wachstumsbereich. Ihre gemeinsame Produktion stieg um 7,5 % auf 12,5 Millionen Dekaliter. Apfelwein legte um 7,6 % auf 9,1 Millionen Dekaliter zu, Met um 8,6 % auf 3,3 Millionen Dekaliter. Birnenwein bildete mit einem Rückgang um 13,7 % auf 150.200 Dekaliter die Ausnahme. Für Hersteller, Verarbeiter und Händler zeigen die Neunmonatszahlen einen geteilten Markt: Die Biermengen blieben weitgehend stabil und Apfelwein sowie Met wuchsen, während Wein, Wodka, Cognac und alkoholschwache Getränke unter Druck standen.