Russland wird nach 43 Prozent Lieferplus Chinas zweitgrößter LNG-Lieferant
Russland lieferte im Juli 2026 insgesamt 951.000 Tonnen LNG nach China, 43 % mehr als im Vorjahr und so viel wie seit September 2024 nicht mehr. Damit zog Russland an Malaysia vorbei und belegte hinter Australien Rang zwei, obwohl Chinas gesamte LNG-Einfuhren um 19 % sanken.
Russische Lieferungen erreichen fast Zweijahreshoch
Russland lieferte im Juli 2026 insgesamt 951.000 Tonnen Flüssigerdgas nach China. Das waren 43 % mehr als die 664.000 Tonnen im Vorjahresmonat, berichtete Interfax unter Berufung auf die chinesische Zollverwaltung. Das Monatsvolumen war das höchste seit September 2024.
Russland wurde damit zum zweitgrößten LNG-Lieferanten Chinas, vor Malaysia und hinter Australien. Russland und Malaysia wechselten sich 2026 mehrfach auf den Plätzen zwei und drei ab, während katarische Lieferungen auf dem chinesischen Markt fehlten. Die Juli-Rangfolge spiegelt somit sowohl höhere russische Mengen als auch eine durch das Ausbleiben katarischer Ladungen veränderte Lieferantenstruktur wider.
China importiert insgesamt weniger LNG
China nahm im Juli 5,16 Millionen Tonnen LNG ab, 19 % weniger als ein Jahr zuvor. Der Anstieg der russischen Verkäufe stand im Gegensatz zum schrumpfenden Gesamtmarkt und erhöhte Russlands Gewicht im monatlichen chinesischen Lieferportfolio. Russische Ladungen gewannen damit in einem Markt an Boden, in dem Verkäufer um einen kleineren Importbedarf konkurrierten.
China verringerte auch seine LNG-Reexporte. Im Juli entsprachen sie 3,7 % der Einfuhren, nach 5,3 % im Juni; zwei große Ladungen gingen nach Singapur. Durch den Rückgang blieb ein größerer Anteil des importierten LNG für den Inlandsverbrauch verfügbar, obwohl die gesamten Anlandungen deutlich unter dem Vorjahresniveau lagen.
LNG ergänzt Russlands starke Pipelineposition
Nach Angaben von Rosstat produzierte Russland im Juli 2,34 Millionen Tonnen LNG. Insgesamt 1,36 Millionen Tonnen gingen an die vier im Bericht erfassten großen asiatischen Abnehmer China, Japan, Südkorea und Taiwan. Chinas Käufe entsprachen damit einem erheblichen Anteil sowohl der russischen Monatsproduktion als auch der Lieferungen an diese wichtigen asiatischen Märkte.
Zu Russlands großen LNG-Produktionsanlagen zählen Sakhalin Energy mit den Miteigentümern Gazprom, Mitsui und Mitsubishi; Yamal LNG unter Beteiligung von NOVATEK, TotalEnergies, CNPC und dem Silk Road Fund; Arctic LNG 2; Gazprom LNG Portovaya sowie Cryogas-Vysotsk. Diese Anlagen tragen neben den Pipelineexporten zu Russlands seeseitigem Gasabsatz bei.
China importierte im Juli Pipelinegas aus Russland, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan und Myanmar. Die gesamten Pipelinezuflüsse sanken um 6 % auf 6,723 Milliarden Kubikmeter. Die russischen Mengen blieben während der sommerlichen Nachfragespitze mit rund 112 Millionen Kubikmetern pro Tag erhöht, während Turkmenistan und Kasachstan ihre Lieferungen um 8 % und Usbekistan um 60 % reduzierten. Interfax führte die Rückgänge aus Zentralasien auf Temperaturen über dem klimatischen Normalwert und einen höheren heimischen Brennstoffbedarf in den Exportländern zurück.
Unter Einbeziehung von See- und Pipelinelieferungen ist Russland seit mehreren Jahren Chinas größte ausländische Gasquelle. Im Juni entfielen 35 % der gesamten chinesischen Gasimporte beziehungsweise 4,71 Milliarden Kubikmeter auf Russland. Das LNG-Plus im Juli stärkt diese Position und erhöht zugleich den Wettbewerbsdruck auf andere Anbieter in einem schrumpfenden chinesischen LNG-Markt.