Russland kehrt im Juli in Südkoreas Top Ten der Eisenmetall-Lieferanten zurück
Russland belegte im Juli Platz zehn unter den ausländischen Lieferanten von Eisen- und Stahlerzeugnissen nach Südkorea – erstmals seit Dezember 2025. China führte die Rangliste mit 387,8 Millionen US-Dollar an, während die russischen Lieferungen von Januar bis Juli 2026 nur 61,4 Millionen US-Dollar erreichten.
Russland ist im Juli wieder in die Liste der zehn größten ausländischen Lieferanten von Eisen- und Stahlerzeugnissen nach Südkorea zurückgekehrt und belegte dort Platz zehn. Das berichtet pronedra.ru unter Berufung auf südkoreanische amtliche Statistiken, die von ria.ru wiedergegeben wurden. Zuletzt hatte Russland im Dezember 2025 zu den Top Ten gehört, damals auf Rang sieben.
Von einer vollständigen Rückkehr auf frühere Positionen könne keine Rede sein, heißt es in dem Bericht: Selbst nach dem deutlichen Rückgang des bilateralen Handels fragen koreanische Unternehmen einzelne Produktkategorien aus Russland weiterhin nach. Ein Platz in der Monatsrangliste belegt für sich genommen noch keine Erholung der Mengen.
China dominiert die Lieferantenliste
Bei den koreanischen Einfuhren von Eisenmetallen lag China im Juli mit 387,8 Millionen US-Dollar an der Spitze. Gemessen daran bleiben die russischen Mengen gering: Der Marktführer liefert in einem einzigen Monat rund das Achtzehnfache dessen, was Russland in seinem stärksten Monat seit Dezember 2025 absetzte.
Südkorea ist einer der größten Stahlstandorte der Welt und zugleich ein bedeutender Exporteur von Fertigerzeugnissen. Koreanische Unternehmen müssten deshalb zwischen dem Bedarf an wettbewerbsfähigem Vormaterial und dem wachsenden Druck billiger Importe abwägen, schreibt pronedra.ru.
Was koreanische Werke aus Russland beziehen
Im Juni importierte Südkorea Eisenmetalle im Wert von 21,1 Millionen US-Dollar aus Russland – der höchste Monatswert seit Dezember 2025. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Lieferungen auf das 2,3-Fache, im Jahresvergleich sank der Importwert dagegen um 29%.
Die Struktur der Käufe sah wie folgt aus:
- Halbzeug aus Eisen und unlegiertem Stahl – 11,9 Millionen US-Dollar;
- Abfälle und Schrott aus Eisenmetallen – 4,5 Millionen US-Dollar;
- Ferrolegierungen – 2,7 Millionen US-Dollar;
- Roheisen – 1,9 Millionen US-Dollar.
Diese vier Positionen machen praktisch die gesamte Summe aus. Die Struktur zeigt, dass es vor allem um Rohstoffe und Vorprodukte geht, die die koreanische Metallurgie in weiteren Produktionsstufen einsetzt, und nicht um Fertigerzeugnisse, die mit der heimischen Produktion konkurrieren.
Sieben-Monats-Bilanz zeigt das Ausmaß des Rückgangs
Von Januar bis Juli 2026 kaufte Südkorea russisches Eisen und Stahl im Wert von 61,4 Millionen US-Dollar. Das ist etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. Im gesamten Jahr 2025 hatten sich die koreanischen Einfuhren russischen Eisens und Stahls auf 187,2 Millionen US-Dollar belaufen, wobei fast die Hälfte davon auf Halbzeug entfiel.
Damit entspricht das Sieben-Monats-Ergebnis rund einem Drittel des Vorjahreswerts, und der Warenkorb bleibt auf Halbzeug, Schrott und anderes unfertiges Material ausgerichtet. Allein Halbzeug stellte mehr als die Hälfte der Junisumme und damit einen ähnlichen Anteil wie 2025.
Ein regionaler Markt unter Druck
Der Rückgang der russischen Präsenz fällt mit einem tiefgreifenden Umbau des asiatischen Stahlmarktes zusammen, schreibt pronedra.ru. Südkorea ist zugleich großer Produzent und großer Exporteur von Stahlprodukten; seine Werke stehen daher an zwei Fronten unter Druck: Sie brauchen Vormaterial zu international wettbewerbsfähigen Preisen und treffen auf ihren Absatzmärkten auf wachsende Mengen günstigen Importstahls.
Für russische Lieferanten bedeutet das, dass das koreanische Geschäft am Preis hängt und nicht an gewachsenen Handelsbeziehungen. Halbzeug, Roheisen, Ferrolegierungen und Schrott sind Commodity-Positionen mit transparenten internationalen Referenzpreisen; Käufer wechseln die Herkunft schnell, sobald sich die Rechnung ändert. Die Juli-Platzierung bestätigt, dass russisches Material in Korea bei ausreichendem Abschlag weiterhin Abnehmer findet – die 61,4 Millionen US-Dollar der ersten sieben Monate zeigen aber, wie weit die Basis gegenüber den 187,2 Millionen US-Dollar des Jahres 2025 gesunken ist.