Russland will mehr Mineralölprodukte und Dünger nach Myanmar liefern
Russland plant höhere Lieferungen von Mineralölprodukten, Mineraldünger, Agrarwaren und Maschinen nach Myanmar. Myanmar könnte im Gegenzug mehr Bekleidung, Textilien, Kaffee und Obst liefern; zudem werden Investitionen in Landwirtschaft und Energie erörtert.
Russland und Myanmar wollen ihren Handel verbreitern
Russland ist bereit, mehr Mineralölprodukte und Mineraldünger nach Myanmar zu liefern, um den bilateralen Handel breiter aufzustellen. Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow erläuterte die Pläne nach russisch-myanmarischen Gesprächen am 18. August in Moskau, wie Interfax berichtete.
Nach Angaben Reschetnikows hat Russland in diesem Jahr begonnen, größere Mengen Mineraldünger nach Myanmar zu liefern. Zuvor waren bereits Mineralölprodukte geliefert worden. Aktuelle Handelsmengen, mögliche künftige Liefervolumina, Preise und Zahlungsmodalitäten nannte der Minister nicht. Der wirtschaftliche Umfang und der Zeitplan der geplanten Ausweitung bleiben damit offen.
Die Initiative geht über Kraftstoffe und Dünger hinaus. Russland ist auch bereit, mehr Maschinen und Agrarerzeugnisse nach Myanmar zu liefern. Die Staatsführungen beider Länder hätten das Ziel vorgegeben, den Warenverkehr zu diversifizieren und dadurch widerstandsfähiger und dynamischer zu machen, sagte Reschetnikow.
Myanmar bietet Textilien, Kaffee und Obst an
Myanmar will seinerseits die Ausfuhren von Leichtindustrie- und Agrarprodukten nach Russland steigern. Reschetnikow nannte Bekleidung und Textilien als wichtigste industrielle Warengruppen sowie Kaffee, Obst und weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Damit könnten in beiden Richtungen zusätzliche Warenströme entstehen. Bei den Gesprächen wurden jedoch weder Kaufverträge noch Lieferpläne oder produktspezifische Ziele bekannt gegeben. Bislang handelt es sich somit um ein Angebot verfügbarer Lieferkapazitäten und eine politische Absicht, nicht um ein mengenmäßig festgelegtes Abkommen.
Zusätzliche russische Mineralölprodukte könnten Myanmar einen breiteren Zugang zur Energieversorgung eröffnen, während Mineraldünger die landwirtschaftliche Produktivität unterstützen kann. Russische Anbieter erhielten einen weiteren Absatzmarkt für Raffinerieprodukte, Pflanzennährstoffe, Maschinen und Lebensmittel. Hersteller von Bekleidung und Agrarexporteure aus Myanmar würden zugleich einen besseren Zugang zum russischen Markt anstreben.
Die Zusammenarbeit geht in eine Investitionsphase über
Parallel zum Handel werden Investitionen erörtert. Reschetnikow erinnerte daran, dass Russland und Myanmar vor einem Jahr ein Abkommen zum Schutz und zur Förderung von Investitionen unterzeichnet hatten. Die bilaterale Zusammenarbeit gehe nun schrittweise in eine Investitionsphase über.
Russische Investoren beteiligen sich laut dem Minister bereits an Projekten zur Herstellung von organischem Dünger und zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität in Myanmar. Die dortige Produktion könnte künftig Russland und weitere Auslandsmärkte beliefern. Investitionssummen, Unternehmensnamen, Kapazitäten oder Termine für die Inbetriebnahme wurden nicht genannt.
Energieinfrastruktur bleibt Gegenstand der Gespräche
Auch der Energiesektor steht auf der Agenda. Myanmar benötige Energieressourcen und zusätzliche Stromerzeugung, sagte Reschetnikow. Beide Seiten sprechen über alternative Energien einschließlich Solarenergie sowie über konventionelle Energie und mögliche Gaslieferungen.
Der Minister verwies außerdem auf mehrere Vorhaben zum Aufbau umfangreicher Infrastruktur in Myanmar, ohne Standorte, Eigentumsverhältnisse oder technische Details zu nennen. Moskau und Naypyidaw wollen den Warenhandel offenbar mit langfristigen Investitionen in Produktion und Energie verknüpfen. Auswirkungen auf die regionale Versorgung werden jedoch erst absehbar, wenn daraus finanzierte Projekte und verbindliche Verträge entstehen.