Russland verdoppelt im Juni Weizenexporte nach Südkorea
Russland hat seine Weizenexporte nach Südkorea im Juni im Jahresvergleich auf 5,6 Millionen US-Dollar verdoppelt, berichtet RIA Nowosti. Im selben Monat gingen die russischen Maislieferungen in das Land um fast die Hälfte zurück.
Weizenlieferungen verdoppeln sich, Mais bricht ein
Russland hat seine Weizenlieferungen nach Südkorea im Juni deutlich ausgeweitet und im Jahresvergleich auf 5,6 Millionen US-Dollar verdoppelt. Das berichtete RIA Nowosti nach Auswertung der südkoreanischen Handelsstatistik. Im selben Monat entwickelten sich die russischen Maisausfuhren in das Land gegenläufig und gingen um fast die Hälfte zurück.
Die Divergenz deutet auf eine Verschiebung in der Struktur des russischen Getreidehandels mit einem der größeren Agrarimporteure Asiens hin. Weizen legte zu, während Mais — ein konkurrierendes Futter- und Nahrungsgetreide — verlor, sodass die beiden Handelsströme innerhalb eines Monats gegenläufig verliefen.
Was die Zahlen zeigen und was nicht
Die 5,6 Millionen US-Dollar betreffen allein Weizen und geben den Wert wieder, nicht die Menge. Die von RIA Nowosti zusammengefasste Statistik nennt keine Tonnage, sodass sich allein aus dieser Zahl nicht sagen lässt, welcher Teil des Anstiegs auf größere Liefermengen und welcher auf den Preis entfällt. Die Verdopplung bezieht sich auf denselben Monat des Vorjahres, ist also ein Vergleich zum Vorjahr und nicht zum Vormonat.
Der Rückgang bei Mais um fast die Hälfte wird mit denselben Maßstäben und für denselben Zeitraum beschrieben. RIA Nowosti führte beide Befunde auf die Zoll- und Handelsdaten Südkoreas selbst zurück und nicht auf russische Exportunterlagen, sodass die Zahlen widerspiegeln, was koreanische Importeure bei der Einfuhr erfassten.
Warum die Divergenz für Käufer zählt
Südkorea ist ein großer Nettoimporteur von Getreide und bezieht sowohl Weizen als auch Mais aus mehreren Quellen, weshalb monatliche Schwankungen bei einem einzelnen Lieferanten üblich sind. Eine Verdopplung des russischen Weizens bei gleichzeitig starkem Rückgang beim Mais deutet darauf hin, dass sich koreanische Käufer zumindest im Juni beim Mahl- oder Futterweizen stärker auf Russland stützten und beim überwiegend als Tierfutter genutzten Mais weniger.
Für Exporteure konkurrierender Herkünfte — darunter andere Anbieter aus der Schwarzmeerregion sowie Nord- und Südamerika — ist die Verschiebung eine Erinnerung daran, dass russisches Getreide auf den ostasiatischen Märkten ein aktiver Wettbewerber bleibt, selbst wenn sich einzelne Produktlinien unterschiedlich entwickeln. Sie fügt sich zudem in ein größeres Bild ein, in dem Russland als einer der weltgrößten Weizenexporteure seine Käuferbasis in Asien verbreitert. Die Daten eines einzelnen Monats für ein Ziel bestätigen keinen Trend, doch die Juni-Zahlen reihen Südkorea unter die Märkte ein, in denen russischer Weizen eher gewinnt als verliert.
Ohne offengelegte Mengen und Stückpreise legen die Juni-Zahlen eher die Richtung als das Ausmaß fest: Russischer Weizen fließt freier nach Südkorea, während russischer Mais zurückweicht. Ob dieses Muster Bestand hat, hängt von den Daten der Folgemonate ab, über die RIA Nowosti nicht berichtete.