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Russland erhöht Exportzoll auf Sonnenblumenöl im August um mehr als das Doppelte

Russland hebt den Exportzoll auf Sonnenblumenöl im August von 3.294 auf 7.748 Rubel je Tonne an. Hohe Weltmarktpreise und Einschränkungen am Asow-Don-Kanal erschweren zugleich die Ausfuhren.

Russland erhöht Exportzoll auf Sonnenblumenöl im August um mehr als das Doppelte

Augustzoll steigt auf 7.748 Rubel je Tonne

Russland wird seinen Exportzoll auf Sonnenblumenöl im August mehr als verdoppeln. Die Abgabe steigt laut Zol.ru von 3.294 Rubel je Tonne im Juli auf 7.748 Rubel. Berechnet wurde der Augustsatz anhand eines Richtpreises von 1.298 $ je Tonne, nach 1.297 $ im Juli.

Nach einem starken Rückgang zu Jahresbeginn steigt der Zoll damit den zweiten Monat in Folge. Das Analysezentrum Ruseed nennt 4.650 Rubel je Tonne für Mai, 1.338 Rubel für Juni, 3.294 Rubel für Juli und 7.748 Rubel für August. Der neue Satz liegt dennoch deutlich unter dem Aprilhoch von 16.200 Rubel je Tonne.

Russland führt zudem wieder einen Exportzoll auf Sonnenblumenschrot ein. Im August beträgt er 312,4 Rubel je Tonne bei einem Richtpreis von 228,4 $ je Tonne, verglichen mit zuvor 215 $. Von Mai bis Juli lag der Schrotzoll nach Angaben auf der Website des Landwirtschaftsministeriums bei null.

Hohe Preise treffen auf engere Schwarzmeerlogistik

Die weltweiten Preise für Sonnenblumenöl bleiben hoch. Laut OleoScope-Analystin Lilia Varygina stieg der FOB-Preis am Schwarzen Meer bis zum 27. Juli um 1,9% beziehungsweise 25 $ auf 1.345 $ je Tonne. Preisnachlässe für argentinisches Sonnenblumenöl begrenzen jedoch den weiteren Anstieg. Ruseed zufolge liegen die internationalen Preise dank stabiler Nachfrage seit mehreren Monaten bei rund 1.300 $ je Tonne.

Gleichzeitig ist die Exportlogistik schwieriger geworden. Agroinvestor berichtete, dass die Schifffahrt im Asow-Don-Kanal wegen Drohnenangriffen seit dem 10. Juli eingeschränkt ist. ProZerno-Geschäftsführer Vladimir Petrichenko erklärte, Sonnenblumenöl könne deshalb nur noch über Tiefwasserhäfen ausgeführt werden. Das verringere die Verladekapazität für verarbeitete Ölsaatenprodukte.

Der höhere Zoll belastet Exporteure zusätzlich zu teuren Sonnenblumenkernen, einem starken Rubel und saisonalen Wartungsarbeiten in Ölmühlen. Da der Richtpreis nahezu unverändert blieb, zeigt der starke Zollanstieg, dass nicht allein die internationale Preisreferenz ausschlaggebend ist. Ruseed sieht nun die neue russische Sonnenblumenernte als zentralen Faktor.

Indien und die Türkei bleiben die größten Käufer

Russlands Pflanzenölexporte stiegen laut OleoScope von Januar bis Juni im Jahresvergleich um 5% auf 3,73 Millionen Tonnen. Sonnenblumenöl stellte davon 2,55 Millionen Tonnen, 6% mehr als im Vorjahr. Indien bezog 753.000 Tonnen und die Türkei 563.000 Tonnen. Beide Märkte werden über Schwarzmeerhäfen beliefert und sind damit den aktuellen Logistikproblemen ausgesetzt.

Varygina erwartet wegen saisonaler und logistischer Faktoren keinen weiteren Anstieg der Ausfuhrmengen. Ihre Prognose für 2025/26 bleibt bei 4,5-4,8 Millionen Tonnen. Der russische Verband der Öl- und Fettwirtschaft hält separat an 4,7 Millionen Tonnen fest, nachdem die Lieferungen im Mai infolge einer früheren Zollsenkung um 35% gegenüber April gestiegen waren.

Das stärkste Wachstum zeigt der chinesische Markt. Varygina zufolge stiegen Russlands Öllieferungen nach China um 27% auf mehr als 1 Milliarde $, während die Schrotausfuhren um 91% auf 225 Millionen $ zunahmen. China bietet den Verarbeitern damit einen zusätzlichen Absatzkanal, auch wenn Indien und die Türkei mengenmäßig deutlich größere Abnehmer bleiben.

Neue Ernte bestimmt die nächsten Zollschritte

Die russische Sonnenblumenfläche überstieg 2026 erstmals 13 Millionen Hektar und stützt damit die Erwartung einer hohen Ernte. Laut Ruseed werden das Tempo der Erntearbeiten und die Schätzungen der Gesamtproduktion den Markt in den kommenden Monaten am stärksten beeinflussen.

Eine größere Ernte könnte die Rohstoffversorgung der Ölmühlen verbessern, garantiert aber keine niedrigeren Exportpreise oder Zölle. Ruseed verweist darauf, dass die Notierungen im August und September 2025 trotz der neuen Ernte weiter stiegen. Bleibt die weltweite Nachfrage stark, gibt es bislang wenig Spielraum für eine deutliche Zollsenkung zu Herbstbeginn.

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