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Russland meldet kaum noch Schmuckfälschungen und strebt EAWU-Rückverfolgbarkeit an

Russlands Finanzministerium zufolge hat das Rückverfolgungssystem für Edelmetalle und Edelsteine Fälschungen fast vollständig aus den Schmuckgeschäften verdrängt. Nun soll die Aufsicht in der EAWU vernetzt werden, nach dem Vorbild des Datenaustauschs mit Belarus.

Russland meldet kaum noch Schmuckfälschungen und strebt EAWU-Rückverfolgbarkeit an

Digitale Erfassung deckt die Schmuckkette ab

Gefälschte Produkte seien aus russischen Schmuckgeschäften nahezu verschwunden, sagte der stellvertretende Finanzminister Alexey Moiseev der Zeitung Iswestija. Er führte dies auf Maßnahmen der vergangenen Jahre zurück, vor allem auf das staatliche Informationssystem zur Überwachung von Edelmetallen und Edelsteinen, GIIS DMDK. Schmuck kann die legale Lieferkette nicht durchlaufen, ohne im System erfasst zu werden.

Verbraucher können den Code eines Artikels per Smartphone scannen oder seine alphanumerische Kennung auf einer Prüfwebsite eingeben. Der Datensatz soll Herkunft von Stein und Gold, den natürlichen oder synthetischen Ursprung des Steins sowie die Übereinstimmung des Metalls mit dem angegebenen Feingehalt ausweisen. Eine nicht registrierte Lieferkette sei in Russland inzwischen praktisch unmöglich, erklärte Moiseev; einheimische Hersteller hielten sich im Allgemeinen an die Vorschriften.

Marktplätze und EAWU-Importe bleiben Schwachstellen

Das System hat nicht jedes Risiko beseitigt. Moiseev bestätigte Medienberichte über Schmuck auf Online-Marktplätzen, dessen Identifikationsnummern sich nicht prüfen ließen. Jeder nach Russland gelangende Artikel mit Edelmetallen oder Edelsteinen muss zertifiziert sein. Zuvor wurden jedoch illegal eingeführte Waren online angeboten, darunter Schmuck, der über andere Staaten der Eurasischen Wirtschaftsunion ins Land kam.

Die Plattformen gingen dagegen vor, weil fragwürdige Produkte ihrem Ruf schaden könnten, sagte Moiseev. Das Ministerium sehe derzeit keinen Bedarf für zusätzliche Schritte. Käufer eines nicht überprüfbaren Artikels sollten sich an die Föderale Punzierungskammer und den Verbraucherschutz wenden. Die Punzierungskammer überwacht auch den Schmuckhandel auf Online-Marktplätzen.

Belarus liefert das Modell für die Integration

Da zwischen den EAWU-Mitgliedern keine Zollkontrollen bestehen, bleiben Einfuhren über Teile des Bündnisses eine Grauzone. Russland will deshalb seine Schmuckaufsicht mit den Systemen der anderen EAWU-Staaten verknüpfen. Mit Belarus besteht bereits eine vollständige Integration. Das Land betreibt ein mit GIIS DMDK vergleichbares System; ein digitales Gateway tauscht Daten aus und ermöglicht Käufern beider Länder, Schmuck aus dem jeweiligen Nachbarstaat zurückzuverfolgen.

Russland will dieses Modell auf die übrigen EAWU-Mitglieder übertragen, einen Zeitplan nannte Iswestija jedoch nicht. Die Kontrolle würde damit stärker von Kompatibilität und Qualität der nationalen Register abhängen als von Prüfungen an den Binnengrenzen. Für Hersteller, Großhändler, Plattformen und Importeure, die in mehreren Märkten des Bündnisses tätig sind, könnten dadurch die Anforderungen an Erfassung und Nachweise steigen.

Synthetische Diamanten werden getrennt behandelt

Russland hat zudem die Kennzeichnung synthetischer Diamanten verschärft. Seit September geltende Regeln verpflichten Verkäufer, natürliche Diamanten und synthetisches Material eindeutig zu unterscheiden. Begriffe, die diese Grenze verwischen könnten, darunter Bezeichnungen wie „Halbdiamant“, sind verboten. Als Diamant darf nur ein geschliffener Stein aus natürlichem Diamant bezeichnet werden.

Moiseev zufolge haben Händler die Produkte bereits in getrennten Vitrinen platziert und klarer gekennzeichnet. Für Hersteller und Verkäufer wird die Offenlegung damit zu einer unmittelbaren Pflicht bei Präsentation und Verkauf. Käufer sollen erkennen können, ob sie synthetisches Material oder einen natürlichen Stein erwerben, ohne dass Herkunft und Produktkategorie durch die gemeinsame Auslage verschleiert werden.

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