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Russland steigert Kokskohleexporte nach China, verliert aber Gesamtmarktanteile

Russlands Kokskohlelieferungen nach China stiegen in den ersten sechs Monaten um 16 % auf 17,3 Millionen Tonnen. Die gesamten russischen Kohleexporte sanken jedoch wegen schwächerer Kraftwerkskohlelieferungen und wachsender Konkurrenz aus der Mongolei um 20 % auf 34,9 Millionen Tonnen.

Russland steigert Kokskohleexporte nach China, verliert aber Gesamtmarktanteile

Kokskohlelieferungen steigen um 16 %

Russlands Kokskohleexporte nach China erreichten in den ersten sechs Monaten 17,3 Millionen Tonnen und lagen damit 16 % über dem Vorjahreswert, berichtete Wedomosti. Chinesische Industriekunden erhöhten ihre Käufe, weil russisches Material preislich attraktiver wurde und die inländische Kohleförderung Chinas zurückging.

Im März erreichten die Lieferungen mit 3,38 Millionen Tonnen ihren Jahreshöchststand. Das waren 19 % mehr als im März des Vorjahres. Auch im Juni blieb die Dynamik stark: Nach Angaben des chinesischen Zolls stiegen die Einfuhren russischer Kokskohle gegenüber dem Vorjahr um 36 % auf 3,17 Millionen Tonnen.

Im ersten Quartal nahmen die Lieferungen um 9 % beziehungsweise 0,73 Millionen Tonnen auf 8,88 Millionen Tonnen zu. Der Exportwert erhöhte sich um 5,6 % auf 1 Milliarde $, obwohl der Durchschnittspreis russischer Hüttenkohle für asiatische Käufer um 3 % auf 112,8 $ je Tonne sank.

Kraftwerkskohle belastet den Gesamtexport

Das Wachstum bei Kokskohle stand einem deutlichen Rückgang des gesamten russischen Kohlegeschäfts mit China gegenüber. Die Lieferungen aller russischen Kohlesorten fielen im ersten Halbjahr um 8,7 Millionen Tonnen beziehungsweise 20 % auf 34,9 Millionen Tonnen. Die stärkere Nachfrage der Stahlindustrie konnte die schwächeren Lieferungen von Kohle zur Stromerzeugung nicht ausgleichen.

Der Abschwung zeigte sich bereits in den ersten zwei Monaten, als die Gesamtexporte um 15 % auf 10,8 Millionen Tonnen sanken. Im Januar gingen die Lieferungen um 3 % auf 6,1 Millionen Tonnen und im Februar um 26 % auf 4,7 Millionen Tonnen zurück. Kraftwerkskohle verzeichnete mit einem Minus von 30 % auf 3,3 Millionen Tonnen den stärksten Einbruch. Die Anthrazitlieferungen sanken um 4 % auf 1,8 Millionen Tonnen.

Für russische Produzenten gewinnt damit der Produktmix an Bedeutung. Kokskohle profitiert von der Nachfrage der chinesischen Stahlindustrie und einem niedrigeren Durchschnittspreis. Anbieter mit einem hohen Anteil an Kraftwerkskohle müssen dagegen geringere Mengen in ihren wichtigsten asiatischen Absatzkanälen verkraften.

Die Mongolei gewinnt in China an Boden

China importierte in den ersten sechs Monaten 225,4 Millionen Tonnen Steinkohle aus allen Lieferländern, 1,6 % mehr als im Vorjahr. Russland blieb Chinas zweitgrößter Kokskohlelieferant. Sein Anteil an den gesamten chinesischen Kohleimporten sank im ersten Quartal jedoch von 29,6 % auf 26,4 %.

Der wichtigste Wettbewerbsdruck kam aus der Mongolei. Deren Hüttenkohleexporte nach China verdoppelten sich nahezu auf 18,71 Millionen Tonnen und lagen damit über Russlands Kokskohlevolumen im ersten Halbjahr. Wachsende mongolische Lieferungen und rückläufige russische Kraftwerkskohleexporte verändern die chinesische Versorgungsstruktur, obwohl die gesamten Steinkohleimporte weiter zunehmen.

Für russische Exporteure bleibt die preisliche Wettbewerbsfähigkeit entscheidend. Der um 3 % gesunkene Durchschnittspreis für Hüttenkohle unterstützte den Absatz. Der gleichzeitige Verlust von Gesamtmarktanteilen zeigt jedoch, dass Erfolge in einem Segment nicht automatisch auf den gesamten Kohlemarkt übergehen. Produzenten, Händler und Logistiker müssen stärkere Kokskohlenachfrage, geringere Kraftwerkskohlemengen und wachsende Konkurrenz aus der Mongolei gegeneinander abwägen.

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