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Russland steigert Düngemittellieferungen nach Indien im ersten Halbjahr 2026 um 20%

Russlands Düngemittellieferungen nach Indien stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 20% gegenüber dem Vorjahr, erklärte Vizepremier Denis Manturow. Nach indischen Angaben importierte das Land 2025 insgesamt 6,5 Millionen Tonnen aus Russland, das damit zum größten Lieferanten wurde.

Russland steigert Düngemittellieferungen nach Indien im ersten Halbjahr 2026 um 20%

Wachstum der vergangenen fünf Jahre setzt sich fort

Russland hat seine Düngemittellieferungen nach Indien im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20% erhöht. Das sagte der Erste Stellvertretende Ministerpräsident Denis Manturow Interfax im Vorfeld der Messe Innoprom.India. Russische Hersteller seien trotz der Schwierigkeiten im Handel bereit, den indischen Markt weiterhin mit den benötigten Mineraldüngersorten zu versorgen.

Laut Manturow lieferten russische Produzenten 2025 rund 6 Millionen Tonnen Mineraldünger an indische Partner. Innerhalb von fünf Jahren habe sich die Menge versechsfacht. Zuwächse gab es bei Phosphat-, Stickstoff- und NPK-Mehrnährstoffdüngern, sodass die Expansion nicht auf eine einzelne Nährstoffgruppe beschränkt war.

Die russische Angabe weicht von den Daten des indischen Ministeriums für Handel und Industrie ab. Demnach importierte Indien 2025 insgesamt 6,5 Millionen Tonnen russischer Düngemittel, 41% mehr als im Vorjahr. Die Differenz könnte auf unterschiedliche Erhebungsmethoden oder Abweichungen zwischen Versand- und Zolldaten zurückgehen; eine genaue Überleitung veröffentlichten die Quellen nicht.

Russland wird Indiens größter Lieferant

Indiens gesamte Düngemittelimporte nahmen 2025 nach Angaben des Ministeriums um 45% zu und überstiegen 27,4 Millionen Tonnen. Russland belegte unter den Lieferländern den ersten Platz, gefolgt von China, Saudi-Arabien, Marokko und Oman. Gemessen an den indischen Zahlen entfiel damit fast ein Viertel des Importvolumens auf russische Ware.

Die höheren Liefermengen verschaffen indischen Käufern einen größeren Zugang zu Stickstoff-, Phosphat- und Mehrnährstoffdüngern für die Landwirtschaft. Zugleich gewinnt Indien für russische Hersteller als Absatzmarkt an Bedeutung, der jährlich mehrere Millionen Tonnen aufnehmen kann.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt ebenfalls angekündigt, die Versorgung der indischen Landwirtschaft weiter auszubauen. Bei einem Treffen mit dem indischen Außenminister Subrahmanyam Jaishankar im August in Moskau sagte Putin, Russland arbeite daran, den Bedarf indischer Landwirte zu decken, und sei zu weiteren Liefersteigerungen bereit.

Gemeinsame Produktion rückt auf die Agenda

Manturow zufolge könnten russische Unternehmen Indiens Bedarf nicht nur durch Exporte, sondern auch durch gemeinsame Produktionsstätten bedienen. Eines der erörterten Vorhaben soll in Russland angesiedelt werden und russische Rohstoffe sowie Produktionskapazitäten mit der Beteiligung indischer Düngemittelunternehmen verbinden.

Ende 2025 unterzeichneten der russische Konzern Uralchem und die indischen Unternehmen Rashtriya Chemicals and Fertilizers Limited, National Fertilizers Limited und Indian Potash Limited eine Absichtserklärung zum Bau einer Harnstoffanlage in Russland. Als Ausgangsstoff soll Material von Togliattiazot dienen, das zur Uralchem-Gruppe gehört. Interfax nannte weder die geplante Kapazität noch die Investitionssumme oder einen Zeitplan.

Das Wachstum im ersten Halbjahr zeigt, dass der bilaterale Düngemittelhandel weiter expandiert, nachdem Russland zum wichtigsten Lieferanten Indiens aufgestiegen ist. Die weitere Entwicklung hängt von verlässlichen Lieferungen, dem Bedarf der indischen Landwirtschaft und der Frage ab, ob aus der Absichtserklärung tatsächlich eine produzierende Anlage entsteht.

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