Russlands Produktion nativer Stärke steigt im ersten Halbjahr 2026 um 0,9 %
Russland produzierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 213.980 Tonnen native Stärke, 0,9 % mehr als im Vorjahr. Zuwächse bei Kartoffelstärke und Exporten glichen Rückgänge bei Weizenstärke, modifizierten Stärken und Sirupen aus.
Produktion nativer Stärke erreicht 213.980 Tonnen
Russland produzierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 213.980 Tonnen native Mais-, Weizen- und Kartoffelstärke. Das geht aus Angaben des Verbandes der Unternehmen für Getreidetiefenverarbeitung Soyuzkrakhmal hervor, über die Zol.ru berichtete. Gegenüber 212.000 Tonnen im gleichen Zeitraum 2025 stieg die Produktion um 0,9 %. Dies deutet auf eine weitgehend stabile Nachfrage, aber nur eine geringe Ausweitung hin.
Maisstärke blieb mit Abstand das größte Segment. Die Produktion nahm um 0,7 % von 180.540 auf 181.770 Tonnen zu. Das stärkste Wachstum verzeichnete Kartoffelstärke mit einem Plus von 16,9 % auf 14.750 Tonnen nach 12.620 Tonnen. Die Herstellung von Weizenstärke sank dagegen um 7,4 % von 18.870 auf 17.470 Tonnen. Soyuzkrakhmal führte den Rückgang auf höhere Produktionskosten und die geringere Zahl von Anbietern in diesem Markt zurück.
Exporte werden zum wichtigsten Wachstumskanal
Soyuzkrakhmal verwies auf die niedrige Wachstumsrate der heimischen Produktion. Eine weitere Steigerung werde vor allem von den Exportmöglichkeiten abhängen. Die Nachfrage sei stabil, während die Hersteller ihre Lieferungen ausbauten und neue Märkte erschlössen.
Agroexport hatte zuvor gemeldet, dass die russischen Maisstärkeexporte im ersten Halbjahr 2026 auf das 1,7-Fache beziehungsweise 27.000 Tonnen gestiegen seien. Gemessen an den veröffentlichten Produktions- und Exportzahlen entsprach dies fast 15 % der heimischen Maisstärkeproduktion im Berichtszeitraum. Auslandsmärkte sind damit bereits ein wichtiger Absatzkanal für das größte Segment der russischen Stärkeindustrie.
Andere Produkte der Getreidetiefenverarbeitung entwickelten sich uneinheitlich. Die Produktion von Weizengluten stieg um 2,3 % auf 40.200 Tonnen, die von Maisgluten um 2,4 % auf 27.880 Tonnen. Insgesamt wurden 68.080 Tonnen Gluten hergestellt, nach 66.540 Tonnen im ersten Halbjahr 2025. Die Maisölproduktion wuchs um 11,1 % auf 15.360 Tonnen und erreichte damit bereits rund 58 % der gesamten Jahresproduktion 2025 von 26.540 Tonnen. Soyuzkrakhmal wertete dies als Folge der Auslastung der Maisverarbeitungskapazitäten und der zunehmenden Bedeutung einer vollständigen Verwertung sämtlicher Kornfraktionen.
Industrienachfrage und Regulierung belasten Folgeprodukte
Die Produktion modifizierter Stärken sank um 6,1 % von 55.790 auf 52.370 Tonnen. Der Verband begründete dies mit einer geringeren Herstellung von Produkten, die in der Öl- und Gasindustrie zur Filtrationskontrolle in Bohrspülungen sowie zur Stabilisierung von Prozessflüssigkeiten beim Bau und bei der Generalüberholung von Bohrlöchern eingesetzt werden. Noch stärker fiel die Dextrinproduktion: Wegen schwächerer Nachfrage der Zellstoff- und Papierindustrie ging sie von 1.519 auf 182 Tonnen zurück.
Die Herstellung von Stärkesirup einschließlich Glukosesirupen sank um 2,4 % von 317.760 auf 310.000 Tonnen. Soyuzkrakhmal verwies auf saisonale Effekte, da die höchsten Produktionsmengen gegen Ende des dritten und im vierten Quartal erreicht werden. Die Produktion von Glukose-Fruktose-Sirup fiel um 14,8 % von 139.270 auf 118.620 Tonnen. Nach Einschätzung des Verbandes beeinflusst die Verbrauchsteuer auf zuckerhaltige Getränke weiterhin die Nachfrage der Getränkehersteller. Auch die Maltodextrinproduktion ging um 6,2 % auf 28.060 Tonnen zurück.
Den größten gemeldeten Rückgang unter den wichtigen Produkten verzeichnete Lysinsulfat. Die Produktion sank um 28,2 % von 76.030 auf 54.600 Tonnen. Soyuzkrakhmal nannte einen Energiemangel in der Region Belgorod als Ursache, der den stabilen Betrieb der Produktionslinien eingeschränkt habe. Die Halbjahreszahlen zeigen somit ein moderates Wachstum bei nativer Stärke, höhere Exportaktivität und eine stärkere Nutzung von Nebenprodukten der Maisverarbeitung, zugleich aber deutliche Schwächen bei mehreren stärker verarbeiteten und von der Industrienachfrage abhängigen Erzeugnissen.