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Russland erwägt Speicherpflicht bei künftigen Erneuerbaren-Auktionen

Russlands Energieministerium will Speicher in künftige Ausschreibungen für erneuerbare Stromerzeugung einbeziehen. Der Vorschlag folgt auf die Inbetriebnahme von 350 MW Speicherkapazität im südlichen Stromsystem, während landesweit 6,2 GW erneuerbare Leistung geplant sind.

Russland erwägt Speicherpflicht bei künftigen Erneuerbaren-Auktionen

Speicher für künftige Erneuerbaren-Ausschreibungen

Russlands Energieministerium schlägt vor, Stromspeicher in künftige wettbewerbliche Auswahlverfahren für erneuerbare Erzeugungsanlagen einzubeziehen, berichtet ITEK. Energieminister Sergej Ziwiljow stellte den Vorschlag nach einer Fachsitzung unter Leitung von Präsident Wladimir Putin vor. Neue Erneuerbaren-Kapazitäten würden damit enger an Technologien gekoppelt, die Stromangebot und -nachfrage ausgleichen können.

Ziwiljow zufolge ermöglichen Speicher eine effizientere Nutzung bestehender Erzeugungsanlagen, erhöhen die Flexibilität des Stromsystems und verringern den Bedarf an neuen Kraftwerken. Diese Funktionen gewinnen mit dem Netzanschluss schwankender Solar- und Windleistung an Bedeutung. Russland plant insgesamt 6,2 GW erneuerbare Erzeugung. Anlagen, die Strom aus Überschusszeiten in Knappheitsperioden verlagern, könnten deshalb eine größere Rolle übernehmen.

Das südliche Stromsystem liefert Praxiserfahrungen

Dem Vorschlag ging die Inbetriebnahme von 350 MW Speicherkapazität im südlichen Stromsystem innerhalb von sieben Monaten voraus. Nach Angaben des Ministers erzielten die Anlagen allein im August Einsparungen von rund 100 Millionen Rubel. Während planmäßiger Reparaturen und Modernisierungen von Energieanlagen reduzierten sie zudem Einschränkungen der Stromversorgung für Verbraucher.

Die Ergebnisse liefern der Regierung erste betriebliche und finanzielle Argumente für einen Ausbau. Netzbetreiber können Batterien in angespannten Zeiträumen einsetzen, ohne jeden lokalen Kapazitätsengpass durch ein neues konventionelles Kraftwerk abzudecken. Für Erneuerbaren-Entwickler würden Speicherauflagen jedoch Projektkonzeption, Kapitalbedarf und Gebotskalkulation verändern. Das Ministerium hat weder Speicherquoten und technische Anforderungen noch Auktionstermine oder ein Finanzierungsmodell genannt.

Mobile Anlagen und Lösungen für Haushalte

Das Ministerium betrachtet Speicher außerdem als Instrument zur Stabilisierung der Verteilnetze. Kleine Anlagen könnten bei Störungen ausfallende Leistung ersetzen. Mobile Ausführungen sollen näher bei den Verbrauchern eingesetzt werden können und dazu beitragen, die Dauer technologischer Netzanschlüsse zu verkürzen.

Für Privathaushalte schlägt das Ministerium einen stärkeren Einsatz autonomer Versorgungssysteme aus Solarerzeugung und Speicher vor. Laut Ziwiljow könnte dies Verteilnetze entlasten und in einzelnen Regionen den Bau großer Erzeugungsanlagen vermeiden. Er verwies zudem auf ein im Juni verabschiedetes Bundesgesetz zur Entwicklung der Mikroerzeugung. In mehreren Regionen laufen bereits staatlich bezuschusste Projekte für einzelne Haushalte.

Weitere 250 MW im Fernen Osten genehmigt

Die russische Regierung hat außerdem den Bau von Speichern mit zusammen 250 MW im Fernen Osten genehmigt. Zusammen mit den 350 MW im südlichen Stromsystem zeigt dies, dass die Speicherpolitik sowohl über regionale Vorhaben als auch über mögliche Änderungen landesweiter Erneuerbaren-Ausschreibungen vorangetrieben wird.

Die wirtschaftlichen Folgen hängen von den endgültigen Auktionsregeln ab. Eine Speicherpflicht würde die Nachfrage nach Batteriesystemen, Leistungselektronik, Ingenieurleistungen und Netzmanagement erhöhen, zugleich aber die Anfangskosten erneuerbarer Projekte steigern. Klare Regeln zu Einsatzsteuerung, Kapazitätsvergütung und Eigentum sind daher entscheidend dafür, ob Betreiber und Investoren die zusätzlichen Kapitalausgaben durch Speichererlöse decken können.

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