Russland setzt Getreide-Exportzölle vom 15. bis 21. Juli auf null
Das russische Landwirtschaftsministerium setzt die Exportzölle auf Weizen, Gerste und Mais vom 15. bis 21. Juli auf null — im Rahmen des Getreidedämpfers. Der Weizenzoll lag seit dem 3. Juli bei 370,1 Rubel je Tonne, Gerste und Mais sind seit dem 15. April zollfrei.
Russland setzt Getreide-Exportzölle auf null
Das russische Landwirtschaftsministerium setzt die Exportzölle auf Weizen, Gerste und Mais für die Woche vom 15. bis 21. Juli auf null, wie finance.rambler.ru berichtet. Der Schritt beseitigt vorübergehend die fiskalischen Hürden für Lieferungen des weltgrößten Weizenexporteurs und könnte die kurzfristigen Getreideströme auf den Weltmärkten verschieben.
Bislang lag der Weizenzoll seit dem 3. Juli bei 370,1 Rubel je Tonne, so finance.rambler.ru. Die Zölle auf Gerste und Mais standen bereits seit dem 15. April bei null. Die neuen Nullsätze gelten für Weizen und Mengkorn ebenso wie für Gerste und Mais.
Indikative Preise bestimmen den Satz
Die Zölle werden aus indikativen Preisen berechnet — durchschnittlichen Weltmarktwerten aus an der Moskauer Börse registrierten Exportverträgen. Für den kommenden Zeitraum lagen diese Preise bei 232,3 Dollar je Tonne für Weizen, 213,6 Dollar für Gerste und 230,5 Dollar für Mais, wie finance.rambler.ru meldete. Zuvor waren es 239,4, 218,3 bzw. 230,3 Dollar.
Die Basispreise liegen bei 18.000 Rubel je Tonne für Weizen und 17.875 Rubel je Tonne für Gerste und Mais. Der Zoll entspricht 70 % der Differenz zwischen Basispreis und indikativem Preis; nähert sich der indikative Wert dem Basispreis, schrumpft die Abgabe auf null.
So funktioniert der Getreidedämpfer
Der Mechanismus des Getreidedämpfers gilt in Russland seit dem 2. Juni 2021. Er sieht schwankende Exportzölle vor, die wöchentlich auf Basis der Vertragspreise an der Moskauer Börse neu berechnet werden. In Phasen hoher Preise eingenommene Mittel fließen als Subventionen an die Agrarproduzenten zurück — ein Design, das die heimischen Brot- und Futterpreise vor Schwankungen der Weltmärkte schützen soll. Die Mittel werden zwischen den Regionen verteilt, um Erzeuger von Weizen, Roggen und Gerste zu unterstützen.
Pravda.Ru bezeichnete den Nullsatz als technische Reaktion auf die aktuelle Lage und nicht als Geschenk. Der Regulierer kalibriert den Zoll anhand von Börsendaten über fünf Arbeitstage; fallen die Weltpreise unter die Schwellenwerte, entfällt der Zoll automatisch.
Was das für Exporteure bedeutet
Mit dem Wegfall der Hürde können Exporteure Mengen aktiver kontrahieren, ohne das Risiko dünner Margen durch Wechselkursschwankungen, berichtete Pravda.Ru unter Berufung auf den Makroökonomen Artjom Loginow. Das Fehlen von Zöllen ermutigt zudem die Lagerhäuser, Bestände vor der neuen Ernte zu räumen.
Jede Änderung der Zölle wirkt über die Futterkosten auf die russische Inflation, merkte Pravda.Ru an. Niedrige Exportsteuern können die Inlandspreise steigen lassen, wenn sich das heimische Angebot verknappt. Der Regulierer muss das Interesse der Erzeuger an Deviseneinnahmen gegen die Ernährungssicherheit des Landes abwägen.
Die Sätze werden wöchentlich neu berechnet. Steigen die an der Börse registrierten Exportverträge im Wert, kehrt der Zoll zurück. Die aktuelle Berechnung gilt bis zum 21. Juli.