Russland senkt Weizenausfuhrzoll von 1.146,3 auf 725,7 Rubel je Tonne
Russland senkt den Ausfuhrzoll auf Weizen und Mengkorn ab 23. September von 1.146,3 auf 725,7 Rubel je Tonne. Der Maiszoll fällt auf 158,4 Rubel, während Gerste in der 23. Woche in Folge zollfrei bleibt.
Weizenzoll sinkt um mehr als ein Drittel
Russland senkt den Ausfuhrzoll auf Weizen und Mengkorn ab 23. September von 1.146,3 auf 725,7 Rubel je Tonne, wie aus Unterlagen des Landwirtschaftsministeriums hervorgeht. Der neue Satz ist etwa 1,6-mal niedriger als der aktuelle Zoll und setzt den jüngsten Rückgang der Abgaben auf Getreideausfuhren fort.
Der niedrigere Zoll verringert die direkten Kosten russischer Weizenexporte und gibt den Anbietern mehr Spielraum bei internationalen Ausschreibungen. Der Nutzen für die Landwirte hängt davon ab, welcher Teil der Entlastung in den inländischen Ankaufspreisen ankommt. Auch Exportvertragspreise, Logistikkosten und Wechselkurse bleiben entscheidend. Der indikative Preis für Weizen und Mengkorn sinkt von 227,5 $ auf 225,9 $ je Tonne.
Maiszoll fällt, Gerste bleibt befreit
Der Ausfuhrzoll auf Mais wird nahezu geviertelt und fällt von 617,5 auf 158,4 Rubel je Tonne. Der indikative Preis sinkt von 217,3 $ auf 214,8 $ je Tonne. Die stärkere Zollsenkung kann die Wettbewerbsfähigkeit russischer Maisangebote erhöhen. Wegen der niedrigen absoluten Abgabe bleiben die Weltmarktpreise und Transportkosten jedoch wichtige Faktoren für die Handelsmargen.
Gerste bleibt in der 23. Woche in Folge von Ausfuhrzöllen befreit. Ihr indikativer Preis soll von 187,1 $ auf 187,6 $ je Tonne steigen, doch nach dem angekündigten Zeitplan entsteht daraus kein Zoll. Die Nullsätze gelten vorerst bis einschließlich 29. September.
Breitere Aussetzung noch nicht beschlossen
Interfax zufolge hat eine Zollunterkommission Nullzölle auf Weizen, Roggen, Mais und Futtergerste bis zum Ende des laufenden Jahres gebilligt. Der erforderliche Regierungsbeschluss wurde jedoch noch nicht unterzeichnet, sodass der Beginn einer umfassenderen Aussetzung ungewiss bleibt. Die Landwirtschaftsministerin erklärte, ihr Ministerium erwarte die entsprechende Entscheidung in naher Zukunft.
Getreideerzeuger haben wiederholt die Abschaffung der variablen Zölle verlangt. Sie argumentieren, das System habe den Druck auf die Rentabilität der Betriebe nicht beseitigt. Das Landwirtschaftsministerium hält den Mechanismus weiterhin grundsätzlich für wirksam. Die Einnahmen werden als Zuschüsse für Erzeuger von Weizen, Roggen, Mais und Futtergerste an russische Regionen zurückgeleitet.
Variabler Mechanismus folgt den Exportpreisen
Russland erhebt seit Juni 2021 Ausfuhrzölle auf Getreide. Der Tarif entspricht 70 % der Differenz zwischen dem Basispreis und dem indikativen Preis einer Kultur. In die Basispreise fließen unter anderem Aussaatkosten, erwartete Erntemengen, globale Agrarpreise und Wechselkurse ein. Die indikativen Preise werden aus dem durchschnittlichen Wert der Exportverträge einer Woche berechnet.
Der Basispreis für Weizen und Mengkorn beträgt 18.000 Rubel je Tonne. Bei Mais und Gerste steigt er von 16.875 auf 17.875 Rubel. Seit dem 6. Juli 2022 werden die Zölle selbst in Rubel berechnet. Die indikativen Preise bleiben jedoch in US-Dollar ausgewiesen, weil auch die zugrunde liegenden Exportverträge in dieser Währung abgerechnet werden. Die Senkung zum 23. September entlastet Exporteure und Erzeuger unmittelbar, doch die mögliche vollständige Zollbefreiung bis Jahresende bleibt die wichtigere politische Frage.