Russland beziffert seine Seltene-Erden-Reserven auf 22 Millionen Tonnen
Russlands Reserven an Seltenen Erden werden laut ABIREG auf rund 22 Millionen Tonnen geschätzt, womit das Land weltweit Rang sieben belegt. Der Importanteil bei seltenen Metallen und Seltenen Erden sank im vergangenen Jahr um 6 %, während inländische Förder- und Verarbeitungsprojekte vorankommen.
Rohstoffbasis stützt den Aufbau einer heimischen Industrie
Russlands Reserven an Seltenen Erden werden auf rund 22 Millionen Tonnen geschätzt. Damit verfügt das Land laut ABIREG über die siebtgrößte Ressourcenbasis weltweit. Russland arbeitet zugleich am Aufbau einer heimischen Industrie, die von der Rohstoffförderung über die tiefe Verarbeitung bis zur Herstellung höherwertiger Produkte reichen soll.
Der stellvertretende Industrie- und Handelsminister Michail Jurin stellte die Strategie auf der internationalen Messe INNOPROM India vor. Er nahm dort an einer Sitzung zu kritischen Mineralien und Materialien teil, bei der russische und indische Vertreter Möglichkeiten der industriellen Zusammenarbeit erörterten.
Die Arbeiten sind teilweise im russischen nationalen Projekt „Neue Materialien und Chemie“ verankert. Das Ziel geht über den Bergbau hinaus: Russische Unternehmen sollen getrennte Materialien, einzelne Seltenerdoxide und fertige Komponenten herstellen, statt sich vor allem auf den Verkauf unverarbeiteter Rohstoffe zu stützen.
Importanteil sinkt, Projekte kommen voran
Jurin zufolge ist der Importanteil bei seltenen Metallen und Seltenen Erden in Russland im vergangenen Jahr um 6 % gesunken. Die veröffentlichten Angaben nennen weder den Ausgangswert noch den resultierenden Anteil und lassen offen, ob Prozent oder Prozentpunkte gemeint sind. Die Zahl deutet daher auf Fortschritte bei der Importsubstitution hin, erlaubt aber keine Bewertung der verbleibenden Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen.
In Russland werden Projekte für Lithium, Beryllium, Wolfram und Niob umgesetzt. Bei Seltenen Erden entsteht eine Produktionskette, die mit der Förderung im Bergbau- und Aufbereitungskombinat Lowosero beginnt und bis zur Herstellung einzelner Oxide und permanenter Seltenerdmagnete reichen soll.
Der Angara-Jenissei-Cluster soll eines der Zentren für tiefe Verarbeitung werden. Seine Rolle ist entscheidend, weil der wirtschaftliche Wert einer großen geologischen Ressourcenbasis davon abhängt, ob Produzenten einzelne Elemente rentabel gewinnen, trennen und bis zu den Spezifikationen industrieller Kunden aufbereiten können.
Indien bietet Markt- und Technologiepotenzial
Russland und Indien verfügen Jurin zufolge über komplementäre Vorteile: Russland besitzt eine umfangreiche Ressourcenbasis und Erfahrung in Förderung und Verarbeitung, Indien einen großen, wachsenden Industriemarkt und eigene technologische Fähigkeiten. Eine Kooperation könnte die gemeinsame Erschließung von Lagerstätten, Investitionen in Verarbeitungsanlagen, Technologieentwicklung und die Produktion höherwertiger Erzeugnisse umfassen.
Auch langfristige Verträge und Abnahmevereinbarungen wurden als mögliche Instrumente zur Unterstützung neuer Kapazitäten genannt. Sie könnten russischen Projekten eine besser planbare Nachfrage und indischen Industriekunden Zugang zu künftigen Lieferungen verschaffen. Der Bericht nennt jedoch weder Projektwerte und Produktionsziele noch Inbetriebnahmetermine oder Vertragsvolumen. Das Tempo der kommerziellen Expansion hängt deshalb von Investitionsentscheidungen und der Umsetzung der geplanten Verarbeitungskette ab.
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