Russlands Märkte für Schrot, Margarine und Mayonnaise werden wettbewerbsintensiver
Russlands Produktion von Ölsaatenschrot und verarbeiteten Fetten wächst weiter, doch der hohe Inlandsabsatz verschärft den Wettbewerb. Rapsschrot liefert den stärksten Exportimpuls, während Margarine und Mayonnaise von Russland und den GUS-Märkten abhängen.
Auf Expansion folgt der Kampf um Marktanteile
Russlands Branchen für Ölsaatenschrot, Margarine und Mayonnaise bewegen sich von einer breit angelegten Expansion hin zu einem intensiveren Wettbewerb um Mengen und Rentabilität. Von Finmarket veröffentlichte Daten von OleoScope zeigen, dass die Produktion in mehreren Kategorien weiter wächst, ein Großteil der verarbeiteten Erzeugnisse jedoch bereits im Inland abgesetzt wird. Die Exportmöglichkeiten unterscheiden sich stark nach Produkt. Damit werden Kapazitätsausbau, Nachfragegrenzen und Preisdruck in Russland und den benachbarten GUS-Staaten für die Hersteller wichtiger.
Laut OleoScope wächst die russische Schrotproduktion fünfmal schneller als im weltweiten Durchschnitt. Die drei wichtigsten Kategorien Sonnenblumen-, Soja- und Rapsschrot weisen allerdings unterschiedliche Nachfragestrukturen auf. Sonnenblumenschrot dominiert weiterhin, Sojaschrot wird überwiegend von der russischen Tierhaltung verbraucht und Rapsschrot verzeichnet die stärkste Exportdynamik.
Sonnenblumen- und Sojaschrot hängen vom heimischen Futtermarkt ab
Die Produktion von Sonnenblumenschrot erreichte im Spitzenjahr 2024 7,6 Millionen Tonnen. Der Inlandsverbrauch stieg auf 4,4 Millionen Tonnen, während die Exporte mit 2,8 Millionen Tonnen einen Dreijahresrekord erreichten. Der russische Markt nimmt beständig 55-65% der Produktion beziehungsweise jährlich 4-4,4 Millionen Tonnen auf. Für 2025 werden Exporte von 2,3 Millionen Tonnen erwartet. Die Türkei bleibt mit 783.000 Tonnen der größte Käufer.
Die Sojaschrotproduktion stieg innerhalb von drei Jahren um 9,3% von 4,6 Millionen auf 5,1 Millionen Tonnen. 2025 dürfte der Binnenmarkt 82% der Produktion aufnehmen; der Verbrauch soll 4,14 Millionen Tonnen erreichen. Die Exporte werden mit einem Dreijahrestief von 681.000 Tonnen veranschlagt. Belarus kauft jährlich mehr als 200.000 Tonnen und Usbekistan mehr als 140.000 Tonnen. Deutschlands Bezüge sanken dagegen um 90% von 125.000 Tonnen im Jahr 2023 auf 13.000 Tonnen im Jahr 2025.
Rapsschrot bietet den wichtigsten Exportkanal
Rapsschrot ist das am schnellsten wachsende der drei Segmente. Die Produktion nahm binnen drei Jahren um 20,6% von 1,24 Millionen auf 1,49 Millionen Tonnen zu, gestützt durch größere Rapsanbauflächen und zusätzliche Verarbeitungskapazitäten. Der Exportanteil liegt bei 25-40%. Die Ausfuhren sollen sich gegenüber 473.000 Tonnen im Jahr 2024 um mehr als das 1,6-Fache auf 756.000 Tonnen im Jahr 2025 erhöhen.
China ist zum wichtigsten Abnehmer geworden und dürfte 2025 die Rekordmenge von 525.000 Tonnen kaufen. Es folgen die Türkei mit 75.000 Tonnen und Israel mit 31.000 Tonnen. Rapsverarbeiter verfügen damit über einen größeren Auslandsmarkt als Sojaschrothersteller, sind jedoch stark von der Nachfrage einer kleinen Käufergruppe abhängig.
Reife Märkte für verarbeitete Fette wachsen langsamer
Die russische Margarineproduktion stieg zwischen 2023 und 2025 um fast 5% von 1,305 Millionen auf 1,37 Millionen Tonnen, entsprechend einem jährlichen Wachstum von etwa 2-3%. Im Inland werden 84-86% der Produktion verbraucht. Für 2025 werden Exporte von 233.000 Tonnen erwartet, 3.000 Tonnen weniger als 2024. Kasachstan bleibt mit 56.000 Tonnen der größte Käufer, gefolgt von Usbekistan mit 26.000 Tonnen und Tadschikistan mit 24.000 Tonnen.
Die Mayonnaiseproduktion wuchs innerhalb von drei Jahren um 6,3% und dürfte 930.000 Tonnen erreichen. Die Exporte nahmen um 15,9% auf 153.000 Tonnen zu, stellen aber lediglich 15-17% der Produktion. Kasachstan, Belarus und Usbekistan kaufen jeweils 38.000, 20.000 und 17.000 Tonnen. Der Binnenmarkt nimmt 84-87% der Produktion auf und erreichte 819.000 Tonnen, 4,5% mehr als 2023. Die Importe bleiben mit rund 6% des Angebots beziehungsweise 53.000-59.000 Tonnen pro Jahr begrenzt. Da die Inlandsnachfrage den Absatz bestimmt und die Exporte auf Nachbarländer konzentriert sind, werden bei weiterem Kapazitätsausbau Kostenkontrolle, Produktpositionierung sowie der Zugang zu Handels- und Industriekunden entscheidender.