Russlands Schnittholzexporte sinken im ersten Halbjahr 2026 um 18,5% auf 9,7 Millionen Kubikmeter
Russland exportierte im ersten Halbjahr 2026 9,7 Millionen Kubikmeter Schnittholz, 18,5% weniger als ein Jahr zuvor, so Rosleschos. Wichtigster Abnehmer blieb China mit 59% der Mengen oder 6,4 Millionen Kubikmeter; geliefert wurde in 40 Länder.
Russlands Schnittholzexporte sinken im ersten Halbjahr 2026 um 18,5%
Russland exportierte im ersten Halbjahr 2026 9,7 Millionen Kubikmeter Schnittholz und damit 18,5% weniger als die 11,9 Millionen Kubikmeter im gleichen Zeitraum 2025, wie der Pressedienst der Föderalen Forstbehörde (Rosleschos) Interfax am 13. Juli mitteilte. Auch Finmarket und Rambler Finanzen berichteten über die Zahlen. Der Rückgang kehrt das im Gesamtjahr 2025 verzeichnete Wachstum um und deutet auf eine schwächere Nachfrage auf den wichtigsten Absatzmärkten für russische Holzverarbeitungsprodukte hin. Schnittholz — Bretter, Balken und Kanthölzer, die durch Längsschnitt von Stämmen entstehen — gilt als Erzeugnis der ersten Verarbeitungsstufe und ist zur wichtigsten zulässigen Form russischer Holzexporte geworden.
China bleibt der wichtigste Abnehmer
Auf China entfiel laut Rosleschos erneut der Großteil der Lieferungen: 6,4 Millionen Kubikmeter oder 59% der Gesamtmenge. In den sechs Monaten wurde russisches Schnittholz in 40 'befreundete' Staaten geliefert, darunter Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan, Ägypten, Iran und die Türkei. Der stellvertretende Leiter von Rosleschos, Wjatscheslaw Spirenkow, teilte mit, dass im staatlichen Informationssystem des Forstkomplexes über die zwei Quartale 153.800 elektronische Ausfuhrbegleitdokumente erstellt wurden. Er ergänzte, die Nachfrage nach heimischem Schnittholz liege praktisch auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums, was auf andere Ursachen des Mengenrückgangs als einen Nachfrageeinbruch hindeutet.
Nadelholz dominiert die Produktstruktur
Nach Angaben von Spirenkow machte Nadelschnittholz 95,1% der Exporte in befreundete Staaten aus, gefolgt von Birke mit 3,9%, Linde mit 1,1% und Eiche mit 0,9%. Diese Struktur spiegelt sowohl den Aufbau der russischen Wälder als auch die Handelspolitik des Landes wider. Seit 2022 verbietet Russland die Ausfuhr von Rundholz aus Nadel- und wertvollen Laubholzarten und lässt nur Schnittholz und Erzeugnisse der Tiefenverarbeitung zur Ausfuhr zu. Die Maßnahme soll mehr Wertschöpfung im Inland fördern und den Export unbehandelter Stämme begrenzen.
Trendwende nach einem Wachstumsjahr
Der Rückgang im ersten Halbjahr steht im Gegensatz zu 2025, als Russlands Schnittholzexporte um 5% auf rund 24 Millionen Kubikmeter von 22,7 Millionen Kubikmeter im Jahr 2024 stiegen. China war auch damals der größte Abnehmer und kaufte mehr als die Hälfte der Gesamtmenge, rund 13,4 Millionen Kubikmeter, wobei Nadelholzprodukte 93,6% ausmachten. Für Importeure in Asien und im Nahen Osten signalisieren die Halbjahresdaten ein knapperes oder teureres Angebot aus Russland, auch wenn Moskau eine stabile Grundnachfrage meldet. Da China fast drei Fünftel der Lieferungen aufnimmt, bleiben Käufer in Zentralasien und im Südkaukasus vom Tempo der chinesischen Einkäufe abhängig.