Russland: Mischfutterproduktion für Rinder im ersten Halbjahr 2026 um 6 % gestiegen
Die russische Mischfutterproduktion für Rinder ist in den ersten sechs Monaten 2026 um 6 % gewachsen und liegt damit über der durchschnittlichen Jahreswachstumsrate von 4,4 %, berichtet zol.ru. 2025 erreichte das Segment 3,2 Millionen Tonnen. Als Treiber nennt die Publikation den steigenden Konzentratanteil in den Rationen beim Übergang der Milch- und Fleischrinderhaltung zu intensiven Technologien.
Die Produktion von Mischfutter für Rinder wächst in Russland schneller als ihr eigener langjähriger Trend. In den ersten sechs Monaten 2026 legte der Ausstoß des Segments um 6 % zu – ein Wert, den zol.ru als hoch für diese Kategorie einordnet. 2025 produzierte das Segment 3,2 Millionen Tonnen. Die Publikation führt die Beschleunigung auf den Übergang der Milch- und Fleischrinderhaltung zu intensiven Technologien zurück.
Sechs Prozent gegen einen Trend von 4,4 %
zol.ru beziffert die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Mischfutterproduktion für Rinder auf 4,4 %. Der Halbjahreswert von 6 % liegt damit deutlich über dem mehrjährigen Tempo. Die Publikation weist zugleich darauf hin, dass dieses Wachstum von einer niedrigeren Basis ausgeht als in anderen Futtersegmenten der Tierhaltung – selbst ein kräftiger prozentualer Zuwachs bewegt daher vergleichsweise moderate absolute Mengen.
Diese Asymmetrie wirkt in beide Richtungen. Prozentuales Wachstum aus einer kleinen Basis lässt sich leichter halten als in einem reifen Segment, doch die Reihe reagiert auch empfindlicher auf Einzelprojekte: Ein großer Milchviehbetrieb, der von hofeigenen Rationen auf zugekauftes Industriefutter umstellt, verschiebt einen regionalen Gesamtwert sichtbar. Halbjahresdaten trennen diese Effekte nicht.
Konzentrate verdrängen hofeigenes Grundfutter
Der von zol.ru genannte Treiber ist struktureller, nicht konjunktureller Natur: ein steigender Konzentratanteil in den Rinderrationen zur Steigerung der Leistung. Das ist der technische Kern der Meldung. Die klassische Rinderfütterung stützt sich auf Grundfutter – Silage, Anwelksilage, Heu –, das auf dem Betrieb erzeugt, vor Ort gemischt wird und weder eine Mischfutteranlage noch die industrielle Produktionsstatistik durchläuft. Konzentratfütterung verlagert einen Teil der Ration auf ein zugekauftes Produkt mit fester Rezeptur.
Die beiden Teilsegmente reagieren unterschiedlich. In der Milchviehhaltung ist ein höherer Konzentratanteil ein Hebel auf die Milchleistung je Kuh. In der Fleischrinderhaltung zeigt sich der Ertrag in täglichen Zunahmen und in kürzeren Mastzeiten. Beide Wege erhöhen die Leistung je Tier und nicht den Bestand, weshalb die Futtermengen wachsen können, ohne dass die Tierzahlen im gleichen Maß zunehmen.
Sogwirkung auf Futterrohstoffe
Jede zusätzliche Tonne industriell erzeugtes Mischfutter zieht Rohstoffe aus der Anbau- und Verarbeitungskette:
- Futtergetreide als energetische Grundlage der Ration;
- Eiweißkomponenten, darunter Schrote und Kuchen aus der heimischen Ölsaatenverarbeitung;
- Vormischungen, Vitamine, Mineralstoffe und Futterzusatzstoffe – jene Gruppe mit der in der Regel höchsten Importabhängigkeit.
Für Ölmühlen und Getreidehändler bedeutet ein wachsendes heimisches Rinderfuttersegment zusätzliche Nachfrage, die mit den Exportkanälen um dieselben Mengen konkurriert. Für Mischfutterwerke ist es ein Argument, Kapazitäten für Rinderrezepturen aufzubauen oder umzuwidmen; diese unterscheiden sich von Schweine- und Geflügellinien im Rohfasergehalt und im Umgang mit Nebenprodukten. Die Rechnung entscheidet sich im Betrieb: Konzentratfütterung trägt sich nur, solange der Wert der zusätzlichen Milch oder Zunahme über den Kosten der zugekauften Ration liegt.
Was das zweite Halbjahr zeigen wird
Die 6 % sind ein Halbjahreswert und legen das Jahresergebnis nicht fest. Die Vergleichbarkeit mit dem zweiten Halbjahr hängt vom Erntezeitpunkt ab und davon, ob das Wachstum auf neue Anlagenkapazität oder auf eine höhere Auslastung bestehender Werke zurückgeht. zol.ru schlüsselt die Zahl weder nach Regionen noch nach Milch- oder Fleischverwendung auf und nennt keine Halbjahresmenge in Tonnen.
Referenzpunkt für das Segment bleibt die durchschnittliche Jahresrate von 4,4 %. Dauerhaft höhere Werte würden bestätigen, dass der Konzentratanteil in den Rinderrationen weiter steigt und sich die intensive Fütterung über die größten Betriebe hinaus ausbreitet. Eine Rückkehr zum Trend im zweiten Halbjahr würde dagegen eher auf Zeiteffekte in den ersten sechs Monaten hindeuten als auf eine dauerhaft veränderte Fütterungspraxis.
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