ProZerno: Russlands Reisernte 2026 sinkt um 32,5 % auf 834.000 Tonnen
ProZerno rechnet für 2026 mit einer russischen Reisernte von 834.000 Tonnen, 32,5 % weniger als die 1,235 Millionen Tonnen des Vorjahres. Auch Buchweizen, Hirse, Hafer und Roggen fallen zurück. Firmenchef Vladimir Petrichenko erklärte, die Mengen deckten den Inlandsverbrauch weiterhin vollständig und die kleineren Ernten stützten die Erzeugerpreise.
Russlands Reisernte wird 2026 um fast ein Drittel schrumpfen. Prognostiziert werden 834.000 Tonnen nach 1,235 Millionen Tonnen im Jahr 2025, ein Rückgang um 32,5 %. Das teilte Vladimir Petrichenko, Generaldirektor des Agraranalyseunternehmens ProZerno, auf dem Forum Grain of Siberia in Barnaul mit.
Damit gehört Reis zu den schwächsten Positionen in der diesjährigen russischen Erntebilanz, und der Fall steht nicht allein. ProZerno erwartet bei allen wichtigen Grützekulturen geringere Erträge – von Buchweizen und Hirse bis zu Hafer und Roggen. Eine konkrete Ursache für den Reisrückgang nannte Petrichenko in seinem Vortrag nicht, Angaben zu Anbauflächen oder Erträgen wurden zusammen mit der Prognose nicht veröffentlicht.
Grützekulturen geben auf breiter Front nach
Buchweizen, neben Reis die zweite Säule des russischen Grützeverbrauchs, wird auf 801.000 Tonnen geschätzt – 13,5 % weniger als die 926.000 Tonnen des Vorjahres. Bei den kleineren Kulturen fällt das Minus prozentual stärker aus: Hirse verliert nahezu ein Drittel ihres Volumens.
- Reis: 834.000 Tonnen, minus 32,5 % gegenüber 1,235 Millionen Tonnen
- Buchweizen: 801.000 Tonnen, minus 13,5 % gegenüber 926.000 Tonnen
- Hirse: 247.000 Tonnen, minus fast 30 %
- Hafer: 3,097 Millionen Tonnen, minus 18,6 %
- Roggen: 921.000 Tonnen, minus 8 %
Hafer bleibt mengenmäßig mit gut 3 Millionen Tonnen auch nach dem Minus von 18,6 % die mit Abstand größte der fünf Kulturen, Hirse mit 247.000 Tonnen die kleinste. In den Zahlen von ProZerno sind Vorjahresvergleichsmengen für Reis und Buchweizen enthalten; für Hirse, Hafer und Roggen wurde die Prognose als prozentuale Veränderung gegenüber 2025 angegeben.
Inlandsbedarf bleibt gedeckt
Petrichenko sagte, die prognostizierten Mengen deckten den russischen Inlandsverbrauch vollständig, die Lage sei daher nicht kritisch. Reis und Buchweizen bilden den Kern der Grützenachfrage im Land, weshalb ihre Entwicklung für Mühlen, Abpacker und Lebensmittelhändler bei der Beschaffungsplanung für die kommende Saison am wichtigsten ist.
Die kleinere Ernte wertete er als positives Signal für die Angebotsseite: Der Rückgang werde „im Marktsinne eine sehr positive Rolle für den Preis, für die Erzeuger“ spielen. Geringere Mengen bei stabilem Verbrauch sprechen für festere Preise ab Hof, wobei sich die Anpassung über die Verarbeitung bis ins Regal fortsetzt. Gerade bei Reis, der nur in wenigen südrussischen Regionen angebaut wird, lässt ein Minus von einem Drittel ohne Lagerabbau kaum Exportüberschüsse zu.
Forum und das agrarwirtschaftliche Umfeld
Das Forum Grain of Siberia in der Region Altai fand zum fünften Mal statt und zog rund 170 Teilnehmer aus russischen Regionen sowie aus Kasachstan und Südkorea an.
Andere aktuelle Kennzahlen aus dem russischen Agrarsektor weisen in eine andere Richtung. Der gegenseitige Agrarhandel zwischen Russland und Usbekistan stieg in den ersten sieben Monaten 2026 um 31,7 % auf 1,55 Milliarden $, wie am 21. August bekannt wurde. Beide Seiten erörterten eine Ausweitung des Warenverkehrs über gemeinsame Projekte, darunter Zuckerlieferungen des Unternehmens Romodanovosakhar und eine breitere Präsenz usbekischen Obsts und Gemüses in russischen Geschäften, sowie den Erfahrungsaustausch in Milch- und Fleischviehhaltung.
Im Gartenbau überschritt die Gewächshausgemüseernte im organisierten Sektor Russlands Anfang August die Marke von 1 Million Tonnen, 3,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Am stärksten legten Gewächshaustomaten zu: plus 8,9 % auf 424.000 Tonnen. Bei den Grützekulturen dagegen steht 2026 für ein knapperes Angebot und, nach Lesart von ProZerno, für bessere Preise der erzeugenden Betriebe.